Das erste Mal…
 Bild 1: Wer darüber den Kopf schüttelt…
 …sollte das gar nicht nachmachen (Bild 2).
Zugegeben, etwas habe ich mich schon darüber amüsiert - von wegen Endkontrolle und so: Ein nicht abgekniffener Draht eines Bauteils in einem idustriell gefertigten Röhrenverstärker (Bild 1). Heikel dabei, dass an dem Draht fast die Versorgungsspannung von knapp 450V anliegt. Den Fehler wollte ich doch auch mal machen und habe nun ebenfalls einen Draht vergessen abzukneifen. Hier liegt zwar keine Versorgungsspannung an, sondern nur Signalspannung aus dem Gegenkopplungsbereich - ärgerlich war der Effekt trotzdem.
Ungewöhnliche MKP und Widerstand Liason
Sprichwörtlich Abgeraucht
Dem 17W-Widerstand(!) wurde augenscheinlich wohl etwas zu warm. Der daneben montierte MKP-Kondensator fühlte sich davon derart angesprochen, dass dieser dann eine sehr enge Liason mit dem Widerstand einging. Beide haben übrigens bis zum Schluss durchgehalten - solange übrigens, bis ein »etwas« merkwürdiger Geruch und etwas Qualm festgestellt wurde.
Betriebsblind
Für einen Röhrenverstärker-Selbstbau benötigt man Zeit. Ein Tag ist garantiert zuwenig. Sechs Wochen sind hingegen eindeutig zu lang. Wenn man das zeitliche Maß überschreitet, kontrolliert man hinterher mehr als das man tatsächlich lötet, mit der Folge, dass man irgendwann Betriebsblind wird.
Gegenkopplung mal anders
Irgendwann, so nach drei bis vier Wochen, ist man nicht mehr in der Lage, auf die Schnelle Lautsprecher- und Cinchterminal zu unterscheiden. Erst auf den zweiten Blick und unter Zuhilfenahme einer Spekuliermaschine offenbaren sich die jeweiligen Terminals. »Mal eben schnell« die Gegenkopplung ans Terminal gelötet, Verstärker eingeschaltet und sich dann wundern, warum der Lautstärkepoti ein komisches Verhalten zeigt. Poti defekt? Selbst dann noch, wenn es eigentlich gar nicht mehr angeschlossen ist?
Besser noch mal genau kontrollieren.
Hör mal, was das brodelt
Spannungsverdopplerschaltungen sind eigentlich gar nicht so kompliziert. Neben der verdoppelten Betriebsspannung (ca. 880V) dient der Mittenabgriff auch als Spannungsquelle (ca. 440V) für die Vor- und Treiberstufe. Über die Siebkette Serienwiderstand - Elko, wird diese Spannung nochmals gesiebt. So die Vorgabe. Gefährlich wird es, wenn man diese Siebkette nicht am Mittenabgriff, sondern an der verdoppelten Spannung anschliesst. Minderwertige und billige 450V-Elkos schleudern einem sofort das Elektrolyt an die Kellerdecke. Gute Marken-Elkos besitzen eine 10%-tige Spannungstoleranz, brodeln vernehmlich und lassen somit dem Bastler noch Zeit, flugs den Stecker aus der Steckdose zu reissen, bevor die Toleranz ein Ende findet und austretendes Elektrolyt für immensen Kollateralschaden sorgt.
Typisch für eBay
Wenn man ältere Geräte sein Eigen nennt, tut man gut daran, beizeiten für Ersatz zu sorgen, damit man im Falle eines Falles das Gerät selber wieder reparieren kann. In diesem Fall wurde vor längerer Zeit mein Telefunken S600 Plattenspieler (neudeutsch: Turntable) reanimiert. Als Ersatz hatte ich einen Telefunken bei eBay ins Auge gefasst und konnte das Gerät auch ersteigern. Die Zahlung erfolgte prompt.
Was dann nach etwa einer Wocher hier per DHL Paket eintrudelte, hat mit der Beschreibung nicht mehr viel zu tun. Der schwere Metallteller war völlig unzureichend gesichert und flog munter in der Verpackung herum. Auch Transportsicherungen am Plattenspieler selber waren nicht eingesetzt (warum auch?) und das Headshell mit Klebestreifen beklebt (gesichert nannte der Verkäufer das). Über die Qualität der »aufgewerteten« Anschlusskabel braucht man auch kein Wort zu verlieren. Ob der defekte Tonarm (am hinteren Gewicht abgebrochen) nun vom Transport herrührt oder bereits vorhanden war, lässt sich nicht klären. Theoretisch lässt es sich für ein unscharfes Foto so ansetzen, dass ein Schaden nicht erkennbar ist.
Die Verpackung bestand aus einem sehr dünnen Styroporplättchen und Luftpolsterfolie die schon einmal bessere Tage (bzw. mehr Luftpolster) gesehen hatte. Als Umverpackung diente ein TFT-Karton. Hätte man die DHL Verpackungshinweise gelesen, hätte man sich denken können, dass das alles nicht ausreichend war/ist.
Kurz und gut: Es gab eine Negativbewertung mit der Folge (typisch eBay-er) einer Rachbewertung und einer faustdicken Lüge bezüglich Preis Nachverhandlung (davon war nie die Rede).
Fotoserie
Voll auf die 12
Auch wenn man morgens noch nicht ganz wach ist, sollte man wissen, dass eine 12AX7 keine ECC82 ist, denn, wie jeder weiss, ist die ECC82 auch bekannt unter der Bezeichnung 12AU7. Und so schlich sich halt dieser Fehler durch den gesamten Diskussionsthread, bis jemand den Holzhammer herausholte dabei nachhaltig und deutlich für Aufklärung sorgte.
Vergesslich!
Klasse! Die Röhren glühen. Der Verstärker brummt nicht. Rauscht auch nicht. Absolute Stille.
Das gilt allerdings auch für das NF-Signal welches partout nicht zu hören ist.
Wo mag nur der Fehler sein?
Logikresistenz
Nanu? Hört sich irgendwie komisch an. Und laut ist es auch nicht. Röhre defekt?
Ist man irgendwie müde, abgespannt und mit akut plötzlicher Blindheit einhergehend mit Logikresistenz geschlagen, dann löten sich Kondensatoren natürlich an falscher Stelle an.
Blöder Lötkolben.
Uups!
Bei der Auflösung einer grossen Röhrensammlung, kann man schon einmal mächtig ins trudeln kommen. Da wird schon einmal aus einer Gleichrichterröhre eine Triode und aus einer Triode kurzerhand eine Diode. Den dicken Schnitzer wie man - hoppla-hopp - aus einer Triode eine Pentode macht, konnte ich gerade noch rechtzeitig korrigieren.
Mit Brille oder Pro-Vitamin A wäre das nicht passiert!
Die Augen lassen im Alter nach. Bei der Reparatur eines Röhrenverstärker verwechselte ich Dioden und setzte vollkommen falsche Typen ein. Das klangliche Resultat war dementsprechend. Und von Leistung wollen wir gar nicht reden. Zwei Tage Fehlersuche und Gott und die Welt verrückt gemacht - bis es mir einfiel: »Momentmal, hast du vielleicht die falschen Dioden eingesetzt?«
Es waren die falschen Dioden. Nachdem die richtige Leistungsklasse eingelötet waren, funktionierte auch der Verstärker. Nur - warum haben die falschen Dioden denn nicht gequalmt? Immer dasselbe: wenn es qualmen soll, tut es das nicht.
Richtig zählen will gelernt sein!
Wenn das Steuergitter laut Röhren-Datenblatt auf Stift 2 liegt, dann sollte man das auch tatsächlich so beschalten und nicht die Anodenspannung darauf legen.
Es flog was in die Luft…
Warum mir der Metallkörper eines Dale-Widerstandes um die Ohren und dann an die Kellerdecke flog, wo es einen kleinen Krater hinterliess, weiss ich bis heute nicht. Dafür sorgte das Erlebnis für nachhaltige Eindrücke.
//-fh-
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