Sternpunktmasse, Masseschleife, Masse - Röhrentechnik - Brumm im Röhrenverstärker, Noch mehr mögliche Brumm-Ursachen …
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01.12.2008. - 18:19

Brumm im Röhrenverstärker


Noch mehr mögliche Brumm-Ursachen …

15.07.2007


Und selbst wenn man nicht freiverdrahtet aufbaut sondern mit Platine, ist man nicht vor Verdrahtungs- bzw. Verbindungsfehler gefeit. Ein gutes Platinenlayout ist auch für NF-Röhrenverstärker unabdingbar. Praktischerweise sollte man sich auch hier an die HF-Technik orientieren: grosszügige Masseflächen und sehr kurze Verbindungen. Platinen mit einer 70µ Kupferauflage sind ebenfalls zu bevorzugen. Ob die Platine dann blau oder grün aussieht, mit oder ohne Lötstoplack - all das hat mit den elektrischen Eigenschaften der Schaltung nichts zu tun.

Verdreckte Cinch (RCA) -Kontakte bzw. deren Masseanschluss können ebenfalls zu Brumm und/oder zu einem »eigenartigen« Klang führen. Dieser Dreck (Belag) bildet zwischen den Kontakten einen hohen Übergangswiderstand - die Schirmung bzw. die elektrische Verbindung der NF-Kabel verlieren so ihre eigentliche Funktion. Regelmässige Säuberung mit Isopropyhlalkohol (gibt's in der Apotheke) kann Wunder wirken.

Gute RCA-Stecker und -Buchsen sind nicht billig. Aus Kostengründen setzt man im Consumergeräten auf preiswertere, im Bastlerbereich gar auf billige Terminals. Diese sehen mit ihrer »angehauchten Hauchvergoldung« zwar toll aus, können aber mechanisch und damit elektrisch absolut untauglich sein. Überhaupt: um geringste Übergangswiderstände von Stecker und Buchse zu gewährleisten, sollte man wirklich auf gutes Material zurückgreifen. Und das gilt nicht nur für Cinch (RCA) sondern auch für die Polklemmen für Lautsprecher.

Also: nicht den ganzen Basteletat für Röhren und Kondensatoren verpulvern, sondern auch an die Anschlussterminals denken - und hierzu gehören auch vernünftige Lautsprecheranschlüsse (dann entgeht man auch dem Trauma eines dauernd abfallenden Lautsprecherkabels).

Starke Wechselspannungsfelder sind Gift für NF-Kabel. Egal ob in einem Röhrenverstärker oder ausserhalb. Wenn das Netzkabel des 500W-Halogen Deckenfluter direkt neben dem Plattenspieler entlang führt oder entlang einer NF-Zuleitung, darf man sich über Brummeffekte nicht wundern.

Moderne, niederohmig konstruierte Röhrenverstärker sind den hochohmigen Verstärkerkonzepten aus den 1950'er Jahren vorzuziehen. Verbundröhren (kombinierte Pentoden und Triodensysteme) sind ebenfalls problembehaftet.

Streufeld eines Netztrafos in Röhrenverstärker

Die Anordnung des Netztrafos spielt bei einem Selbstbau-(Röhren-) Verstärker eine grosse Rolle. Innerhalb des Streufeldes (Längsseite des Trafos) sollte sich daher keine Elektronik befinden (also auch keine Gleichrichter und schon gar nichts, was direkt mit NF zu tun hat). Wie stark das Streufeld aber ist, hängt ganz von der Beschaffenheit des Trafos ab. Billige Trafos streuen mehr wie qualitativ hochwertige Eisenpakete. Das Streufeld eines Ringkerntrafos ist am minimalsten.

Aufgrund des Streufeldes sind Übertrager und Siebdrosseln um 90° gegenüber dem Netztrafo gedreht zu montieren.

Apropos Netztrafo: wer auf gute Ware setzt, hat ein Problem weniger. Den sog. Trafobrumm kommt man nicht mit Geld und gute Worte bei. Auch der Einsatz von 1000µF hilft nicht. Wesentlich wirkungsvoller sind Ratsche und Schraubenschlüssel: die Schrauben des Trafos werden dabei bis zum ersten hörbaren »Raaaaatsch« angezogen. Hinweis: Auch ein guter Trafo brummt (dass muss er sogar), aber aus den Lautsprechern hört man diesen Brumm nicht, wobei dieser Brumm eher einem schnellen, etwas verrauschten Geknatter gleicht!

Eine defekte Diodenstrecke in einem Brückengleichrichter kann ebenfalls zu einem lustigen Verstärkerbrumm führen. Es empfiehlt sich, gerade bei Selbstbauverstärkern, nicht zu knapp zu dimensionieren. Gerade im Einschaltmoment fliessen in so manchen Röhrenverstärkern Ströme, die ein Vielfaches von dem betragen, was der Netztrafo dauerhaft zu liefern imstande ist.

Defekte Kondensatoren (Siebkondensatoren) führen fast zwangsläufig zu einem brummenden Verstärker, falls es überhaupt noch brummt: ein defekter Siebkondensator ist extrem niederohmig und stellt für den Stromkreis beim Einschalten einen Kurzschluss dar. Die (natürlich) eingesetzte Schmelzsicherung sollte dann natürlich durchbrennen! Man kann solche Kondensatoren, wenn sie von Faraday handsigniert sind, noch retten (Sichwort: formieren) - sinnvoller ist aber der Einsatz von Neuware.

Es muss ja nicht immer ein lautes Pfeifen sein. Auch tieffrequent schwingende Verstärker können zu einem netten Brumm-Erlebnis führen. Die Ursachen können vielfältiger Natur sein und reichen von fehlender oder falscher Gegenkopplung bis hin zu einem unsauberen Aufbau.



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Letzte Aktualisierung am 19.07.2007 - 10:46
 
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