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20.08.2008. - 18:48

Röhrenheizung


Wie heize ich Röhren ein: mit Gleichspannung(-strom) oder Wechselspannung(-strom)?

01.07.2008


Röhrenheizung

Eine Röhre richtig zu beheizen, ist gar nicht so schwer und viel preiswerter als man glauben möchte.

Glaubt man den selbsternannten HighEndern, dann ist Wechselstrom per se böse. Und das Böse muss bekämpft werden: mit allerlei supraschnellen Dioden, Kondensatoren, IC's, Transistoren, Drosseln und was weiss ich noch sonst alles.

Auf das ja keine 50Hz- oder gar 100Hz-Schwingung den armen Röhrchen und damit dem NF-Signal (die letzte Wechselspannung übrigens die es wagen darf, den Verstärker zu durchqueren) zu nahe kommt.


Fangen wir mit der Gleichstromheizung an: Eine Gleichstromheizung kann eigentlich nur in Vorverstärkern bzw in Phono-Vorverstärkern sinnvoll eingesetzt werden. Hierdurch wird auch das letzte »Brumm-Restrisiko« vermieden ohne das dies jedoch in eine Materialschlacht ausartet und man mehr Geld für eine brummfreie Heizspannungsversorgung ausgibt als für gute Röhren.

Die einfachste und sicherste Möglichkeit ist, nach der üblichen 4-Wege-Gleichrichtung (Brückengleichrichter bzw. Graetzbrücke) einen dicken Elko (10.000µ bis 22.000µ, je nachdem wieviel Röhren zu beheizen sind) zu schalten. Das reicht völlig aus (vorausgesetzt natürlich, das der Trafo diese Heizleistung auch sicher zur Verfügung stellen kann). Bei der Spannungsfestigkeit orientiert man sich sicherheitshalber an die maximale Uf/k (Spannungspotenzial von Kathode zur Heizung) der schwächsten Röhre. In aller Regel liegt man bei etwa 40V auf der sicheren Seite, wenn diesbezüglich im Netzteil Vorkehrungen getroffen wurden.

Werden die üblichen ECC-Röhrentypen (z.B. ECC81, ECC82, ECC83) eingesetzt, dann benötigt eine Röhre entweder 6,3V / 0,3A oder 12,6V / 0,15A. Je nach Anzahl der Röhren muss nun die Stromstärke (A) addiert werden. Werden also 4 Röhren eingesetzt und sollen diese mit 12,6V beheizt werden, dann muss der Trafo diese Heizspannung mit mindestens 0,6A zur Verfügung stellen. Besser wären hier jedoch 0,7A. Der Gleichrichter muss jedoch mit mindestens 1A belastbar sein. Noch drastischer sieht der Strombedarf in einer Endstufe aus: hier können Heizströme auftreten, die weit über 10A gehen. Mit normalen und preiswerten Mitteln ist das nicht mehr einfach handzuhaben. Schaltet man jedoch zwei Röhren seriell, dann reduziert sich der entnehmbare Strom auf etwa die Hälfte. Aus 6,3V/10A wird so z.B. 12,6V/5A. Die VA-Leistung und die Kosten des Trafos werden dadurch aber nicht gemindert!

Da der Röhrenheizwedel im kalten Zustand einen sehr geringen Widerstand aufweist, »ziehen« die Röhren im kalten Zustand aber einen sehr hohen Strom, den der Gleichrichter natürlich liefern muss. Aus diesem Grund ist der Gleichrichter entsprechend zu überdimensionieren. Einzeldioden die zu einer Brücke zusammengeschaltet werden, haben hier den Vorteil, dass man sich den passenden Brückengleichrichter einfach und kostengünstig selber zusammenstellen kann.

Stabilisatoren oder ein geregeltes Netzteil sind eigentlich nicht notwendig. Häufig setzt man diese integrierten Schaltkreise jedoch aus Kostengründen ein, denn ein derart stabilisiertes Netzteil für Röhrenheizung ist u.U. preiswerter als die konventionelle Lösung mit dickem Elko. Den Einsatz von Spannungsreglern (7805, 7812 o.ä.) sollte im Einzelfall genau geprüft werden, denn so einfach ist diese Elektronik auch wieder nicht. Unter Umständen handelt man sich mehr Fehler ein als gedacht (Schwingungsneigung oder noch viel mehr Brumm).







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Letzte Aktualisierung am 02.07.2008 - 14:00
 
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