Apropos Audio Note und Platinen: wie man auf dem Bild unten erkennen kann, weist die Platine im Endstufenbereich lediglich eine Masse-Kupferbahn auf. Der Rest wird (natürlich) mit »speziellen« Käbelchen untereinander verbunden. Das ist übrigens eine Philosophie von Audio Note. Prinzipiell verbindet man die Vorteile einer Platinebestückung mit der einer Freiverdrahtung (Synergieeffekte nennt man das wohl). Man kann dem folgen oder nicht - es hat auf jedenfall eine Existenzberechtigung.
Aber auch solche Platinen kosten (logischerweise) Geld. Als Alternative bietet sich, wenn es unbedingt eine Platine sein muss, eine Lochrasterplatine ohne Kupferbeschichtung an - also ein Stück gelochtes Hartpapier. Das ist vergleichsweise preiswert und erfüllt seinen Zweck ebensogut.
Wo wir schon beim Preis sind: Die Herstellung, also das Ätzen der Leiterbahnen, ist als Auftragsarbeit ausgeführt gar nicht mal so teuer. Viel teuerer ist das Erstellen des Layouts bzw. die Investition in einem geeignetem Programm. Dazu kommt, das häufig aus der Röhrentechnk typische Bauelemente fehlen und diese erst einmal erstellt werden müssen.
Fazit:
Der grösste Vorteile von Platinen ist, dass die Bauteile immer einen definierten Platz haben und das die Schaltung relativ fix aufgebaut ist. Nachteil: man ist in gewissen Grenzen auf bestimmte Bauteile angewiesen. Dann bleibt da noch das leidige Wärmeproblem…. Meine Meinung: Röhrenverstärker-Bausatz und Platine ist wie ein Abenteuerfilm ohne Abenteuer oder wie Queen ohne Freddy Mercury…
Lötleiste, Lötstreifen, Terminal Board und Co.
Terminal Boards bzw. zweireihige Lötstreifen sind dagegen eine echte Alternative. Diese Art des Aufbaus haben sich die Neo-HighEndianer den alten Gitarrenverstärkern von Fender und Co abgeschaut. Der Aufbau bei den alten Gitarrenverstärkern entsprach (entspricht) ganz bestimmten Kriterien und war (ist) klangbestimmend. Das Gewusel bildlich dargestellt:
Der Nachteil eines solchen Aufbaus sind die teilweise recht lange Verbindungen. Alles andere als HighEnd-konform und höchst störanfällig: nicht selten ist sogar Radioempfang möglich. Besonders die Bauteile des Netzteils sind (in Gitarrenverstärkern) häufig »dezentralisiert« angeordnet (Netzdrossel und/oder Siebelkos befinden sich garantiert nicht da, wo man es vermutet). Wie auch immer: noch heute werden Gitarrenverstärker nach dieser klassischen Methode aufgebaut. Manchmal sieht ein solcher Aufbau trotzdem besser und durchdachter aus, als so mancher selbst ernannte High-End Verstärker.
Links: Eylet Platine - Rechts: Terminal Board
Die Materialien für eine einfache Eyelet-Platine sind in jedem Hobbyladen zu finden: etwas stärkere Pappe und Hohlnieten. So simpel - so einfach. Das hat schon immer so funktioniert (natürlich wird beim Einbai entsprechendes Isoliermaterial verwendet). Bevor jedoch die »Pappe« bestückt werden kann, ist ein Schema (Handzeichnung) erforderlich, denn ein planloses Bestücken endet gerantiert in einem Fiasko.
Der echte Bastler jedoch begnügt sich nicht mit einer simplen Eylet Platine. Da muss schon ein HighEnd Terminal Board her. Zur Not auch selber hergestellt (siehe rechts).
Wer sich jedoch nicht auch noch mit der Herstellung von Lötleisten bzw. Lötstreifen beschäftigen will, greift zu guter handelsüblicher Ware (von den billigen Hartpapier-Lötleisten mit wackeligen Lötfahnen lässt man aber besser die Finger). Ich selber nutze hochwertige, heissverzinnte zweireihige Lötleisten oder (bevorzugt) einreihige Lötleisten. Das die Kontakte nicht geweiht und versilbert sind, sollte nicht stören (ich habe da sowieso eine ganz spezielle Meinung).
Für High-End benötigt man aber schon etwas Erfahrung, um die einzelnen Verbindungen kurz zu halten. Lötleiste, ob einfach oder in HighEnd-Ausführung sind jedoch nichts für den engagierten Hardcore-HighEnder. Der baut nämlich komplett (naja) freiverdrahtet…
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