Verdrahtung bei Röhrenverstärker, Die moderne und sichere Freiverdrahtung bei Röhrenverstärker Freiverdrahtung von Verstärker mit Lötleiste
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01.12.2008. - 17:15

Verdrahtung bei Röhrenverstärker


Die moderne und sichere Freiverdrahtung bei Röhrenverstärker

17.02.2007


Freiverdrahtung

Die klassische Freiverdrahtung ist viel einfacher als es aussieht. Das vermeintliche Chaos hat bei durchdachtem Aufbau System. Sicher, es gibt Bereiche, da kommt man mit Freiverdrahtung nicht weit: z.B. Spannungsverdoppler-Netzteile. Hier ist eine Lochraster-Platine ohne Kupferauflage durchaus legitim, zumal es viele Kondensatorentypen nur noch in radialer Ausführung gibt.

Alle Bauteile werden so dicht wie nur möglich direkt an den Röhrenfassungen gelötet. Das gilt besonders für die Anoden- und Gitterwiderstände. Jeder Millimeter den man hier einspart, ist ein guter Millimeter und reduziert die Chance, dass in solchen Verbindungsdrähten »böse« Wechselspannungsfelder induziert werden. Der Aufbau an sich orientiert sich dabei am Hochfrequenz-Design. Soweit so gut, im Servicefall allerdings, ist diese Aufbauart arg hinderlich und von Fremden kaum noch zu durchschauen.

Damit es aber noch einigermassen Servicefreundlich bleibt, sind Lötleisten (Lötstreifen) bzw. Lötstützpunkte eine gute Wahl, wenn mehr als zwei Verbindungen hergestellt werden müssen oder wenn die Verbindung über eine längere Distanz (z.B. bei Koppelkondensatoren zu den Endröhren) erfolgt. Kein Pop-Art sondern aus Gründen der Sicherheit und Übersichtlichkeit sollte man verschieden farbiges Kabel einsetzen, wobei (meine Empfehlung) rotes Kabel durchweg Hochspannung signalisiert.

Wechselspannungsführende Kabel werden auf jedenfall immer verdrillt und besonders bei der Heizungsverkabelung so dicht wie nur möglich am geerdeten Chassis gelegt (das gilt für alle Aufbauarten). Deshalb wird die Verkabelung für die Röhrenheizung auch zuerst verlegt. Die Verbindungen sind dabei mit soviel Abstand zur eigentlichen Schaltung wie nötig herzustellen! Das heisst, dass z.B. die Kabel zur Heizspannungsversorgung »durch die Mitte« des Chassis verlaufen, während NF-führende Kabel mehr »aussen herum« geführt werden.

Freiverdrahtung in einem Jadis Röhrenverstärker
Freiverdrahtung a la Jadis

Spannungsführende Kabel und Drähte sind natürlich isoliert und je nach Stromstärke ausreichend dimensioniert. Zur Beheizung von Endröhren (eine Leistungsaufnahme von über 15W ist nicht unüblich) nutze ich (ganz Pragmatiker) handelüblichen Kupferdraht von mindestens 1,5mm² die miteinander verdrillt werden. Für die kleinen Vorstufenröhren reicht dagegen normaler Klingeldraht (Sie haben richtig gelesen!). Aber auch hier gilt: wer des Guten zuviel tut, d.h. übermässig dicke Kabelstränge verwendet, handelt sich Störungen ein, die so vielfältig sind, wie die Gemütsverfassungen von Frauen.

Die Masseverbindung wird mit einem langen Stück Kupferdraht (min. 1,5mm², ich nutze 6mm²-Erdungsdraht) realisiert, welches »über den Röhrenfassungen« führt. Dieser Draht dient dann auch als Lötstütztpunkt (geht nur mit 6mm²) und gibt somit den anderen Bauteilen mechanische Stabilität. Unterschiedlich dicke Massedrähte oder Verbindungen führen zu Potentialunterschiede und damit auch zu Brumm. Mit einem derartig dicken Kupferdraht vermeidet man dies und kann auch getrost das Thema »Sternpunktmasse« ad acta legen. Diese Methode eignet sich besonders für unerfahrene Freiverdrahter, brummgeschädigte Selbstbauer und nicht zuletzt für Pragmatiker denen teflonisolierte Silberdrähtchen Wurscht sind.

Masseführung bei Freiverdrahtung
Masseführung in einem freiverdrahteten Verstärker

Ein Wort noch zum präferierten Kupferdraht: ich nutze Draht bzw. Aderleitung, weil sich dieser prima so biegen und positionieren lässt, dass man auf zusätzliche Hilfsmittelchen wie Klemmen, Kabelbinder etc. weitgehenst verzichten kann.

Lötstützpunkt für Röhrenverstärker

Solange nur ein Widerstand oder ein Bauteil an die Röhrenfassung gelötet werden muss, ist diese Technik relativ einfach zu beherrschen. Wenn aber mehrere Bauteile angebracht werden müssen, ist diese Methode gar nicht mehr so einfach handzuhaben. Sogenannte Lötstützpunkte oder auch einpolige Lötleisten können da Abhilfe schaffen. Und ja: manchmal nutze ich so etwas auch. Ganz einfach deshalb, weil es bequemer und elektrisch sicherer ist, als ein abenteuerliches Draht- und Bauteileverhau. Auch hier gilt, dass die Verbindung zum Lötstützpunkt relativ kurz sein muss.

Freiverdrahtung Hashimoto 300B Verstärker
Freiverdrahtung mit Masseschiene und Lötstützpunkten



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Letzte Aktualisierung am 14.06.2008 - 16:23
 
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