Quecksilber, Helium, Neon oder Argon Röhrengleichrichter EZ81, GZ34, 83 für Röhrenverstärker - Gleichrichter, Brückengleichrichter (Graetzbrücke, Vierphasengleichrichter) (6)
Seiten: 1 2 3 4 5 6 7
18.05.2012. - 02:09

Gleichrichter


Brückengleichrichter (Graetzbrücke, Vierphasengleichrichter) (6)

26.09.2006


Netztransformatoren mit Mittelanzapfung der Sekundärwicklung haben gewisse Nachteile. Man vermeidet diese durch Anwendung der Graetzschaltung bzw. Graetzbrücke (Brückengleichrichter). An der einen Diagonalen der Diodenbrücke liegt die Wechselspannung, an der anderen wird die Gleichspannung entnommen. Beide Halbwellen einer vollen Sinusschwingung werden somit gleichgerichtet.

Aber auch hier gilt, wie schon beim Zweiphasengleichrichter erwähnt, dass nicht jede Diode zur gleichen Zeit »aktiv« ist, sondern je nach Polarität der Wechselspannung nur zwei. Das vereinfachte Schaubild verdeutlicht dies.

Die durch den Verbraucher (Last) fliessenden Halbwellen enthaltene Brummfrequenz ist doppelt so hoch wie die Frequenz der Netzspannung. Ursache hierfür ist, dass beide Wechselstromanschlüsse gleichgerichtet werden - die Netzfrequenz wird somit (wenn auch phasenverschoben) addiert.

Brückengleichrichter, Graetzbrücke

Die mittlere Ausgangsgleichspannung des Brückengleichrichters ist 0,9 mal so gross wie der Effektivwert der vollen Sekundärspannung, wohingehend beim Zweiwegegleichrichter die Gleichspannung das 0,9-fache der halben Sekundärspannung ist. Für dieselbe Ausgangsgleichspannung benötigt der Transformator für die Brückengleichrichtung also nur die halbe Sekundärwindungszahl. Der Querschnitt des Drahtes darf deswegen doppelt so gross sein, woraus ein wesentlich geringerer Verlustwiderstand der Wicklung folgt.

In der Röhrentechnik hat sich die Graetzbrücke zur Gleichrichtung von hohen Spannung bewährt. Als Nachteil galt (ich spreche nun in der Vergangenheit), dass man hierbei vier Gleichrichterröhren benötigte. Aufgrund von Potentialunterschieden an der Kathode konnten Zweiwegegleichrichter mit gemeinsamer Kathode nicht verwendet werden. Im Consumerbereich (den Begriff gab es eigentlich noch nicht), wich man daher auf die üblichen Röhren-Zweiwegegleichrichter (EZ81, GZ34) oder mit Aufkommen der Trockengleichrichter (Selengleichrichter) eben auf diese aus.

Heute (Achtung: Gegenwart) macht so eine Schaltung keinen Sinn, da ist die Graetzbrücke mit Halbleiterdioden wesentlich unkomplizierter und zudem auch viel preiswerter. Ausserdem hat man bei der Halbleiter-Gleichrichterbrücke nicht mit den erheblichen Spannungsabfällen innerhalb des Gleichrichters zu kämpfen: der typische Spannungsabfall beträgt hier noch nicht einmal 8 Volt (typisch etwa 4 Volt, je nach Dioden / Gleichrichterbrücke).

Einen Nachteil von Halbleitergleichrichter soll hier aber doch erwähnt werden: sie sind längst nicht so robust, wie die Röhren, die im Fehlerfall eben nicht mal eben so durchbrennen.



… Zurück



Weiter …





Letzte Aktualisierung am 15.03.2007 - 11:13
 
Who's Online
Besucher online für Röhrenverstärker Es sind 6 Gäste online

Kondensatoren