Gleichrichter, und Drossel des Siebfaktor Röhrenverstärker - Siebkette Verstärker-Netzteil, Netzteile mit Widerstand- / Drossel- und Kondensatorsiebung (6)
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18.04.2014. - 17:38

Verstärker-Netzteil


Netzteile mit Widerstand- / Drossel- und Kondensatorsiebung (6)

01.11.2006


Wie wir gesehen haben, ist die RC-Siebung nicht übel, wenn man spannungsmässig unter 430V bleibt (was bei vielen Eintaktendstufen z.B. mit EL34, 6550, KT88 oder auch EL156 der Fall ist). Die Siebkondensatoren sind handelsüblich und auch die Leistung des Widerstands ist unkritisch. Etwa 4 bis 5W dürften rechnerisch reichen.

Wie schon erwähnt gibt es jedoch leichte Dimensionierungsprobleme, wenn man HighEnd-Ozongeneratoren (sprich 211, 845 und Consorten) einsetzen möchte. Der Gesamt-Kondensatorwert verringert sich (Pi mal Daumen) um den Faktor der seriell geschalteten Kondensatoren (bitte, nur über Spannungsteiler!). Um auf die zum Schluss genannten Siebfaktoren von 70 oder gar 147 zu kommen, müssten bei 1.200V aber sehr viele Elkos verbaut werden. Da Röhrenverstärker eh schon nicht wirtschaftlich sind, wäre das aber gnadenlos übertrieben.

Netzteil mit Drossel


Bei Einsatz einer Drossel sieht das anders aus. Um die Sache abzukürzen, nehmen wir gleich eine etwas dickere Drossel.

C2= 11,97 / [ (2 * π * 100Hz)2 * 3H ]
    = 0,000010F = 10µF
   oder
C2= 11,97 / [ (2 * π * 100Hz)2 * 5H ]
    = 0,000006F = 6µF

Da die Mehrkosten von 3H auf 5H auch nicht gravierend sind bzw. nicht mehr ins Gewicht fallen, entscheiden wir uns natürlich für den grösseren Wert und schliessen danach eine moderate Kondensatorgrösse von 100µF für C2 an. Daraus ergibt sich dann ein Siebfaktor von fast 200(!). Da 100µF Kondensatoren aber (fast) genauso teuer sind wie 220µF, greifen wir sofort zu diesen Kondensatoren und erhalten damit einen highendigen Siebfaktor von über 430. Selbst hier dürfte sich das gefürchtete Netzteil-Brumm arg in Grenzen halten.

Neben der besseren Siebwirkung besitzt die Drossel noch einen weiteren ganz grossen Vorteil: der Gleichstromwiderstand ist erheblich niedriger als bei einer reinen RC-Siebung. So besitzt eine typische 15H-Drossel kaum einen höheren Gleichspannungs-Widerstand als 150Ω. Und bei dieser Drosselgrösse können wir als C2 ruhig 100µF einsetzen und uns dann über einen Siebfaktor von fast 600 freuen.

Bei aller Freude über diese guten Ergebnisse sollte eines nicht ausser Acht gelassen werden: der Netztrafo muss in der Lage sein, die geforderten 150mA absolut stabil zur Verfügung zu stellen. Zu knapp dimensionierte Netztrafos können das tolle Ergebnis zunichte machen.

Des weiteren (auch das ist bereits gesagt worden), ist eine überdimensionierte Siebdrossel auch nicht gerade hilfreich und problembehaftet, wenn man sich zudem durch einen gedrängten Aufbau genötigt sieht, die Drossel in die Nähe des Netztrafos zu montieren.

Der moderate und kluge Einsatz einer Drossel in Vor- und Eintaktendstufen kann also eine Existenzberichtigung haben, unsinnig ist allerdings eine Drossel bei Gegentaktendstufen im HiFi- oder HighEnd-Bereich. Hier leistet die Siebwirkung von reinen Kapazitäten wesentlich bessere Ergebnisse. In Gitarrenverstärker ist der Einsatz einer Drossel aufgrund des Netzteilkonzepts natürlich wieder ein ganz anderes Ding.

Aber es geht natürlich noch besser.



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Letzte Aktualisierung am 26.03.2008 - 17:19
 
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