Röhrentechnik - RC-Filter, Gegenkopplung, Nicht ohne (m)eine Gegenkopplung (1) Williamson Röhrenverstärker
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18.05.2012. - 02:19

Gegenkopplung


Nicht ohne (m)eine Gegenkopplung (1)

17.02.2006


Williamson Röhrenverstärker

Die Williamson-Verstärker werden heute gerne als Maß aller Röhrenverstärker hergenommen. Dabei vergisst man, dass es nicht den Williamson-Röhrenverstärker gibt, sondern mehrere, die aber alle nach dem gleichen Prinzip konstruiert sind. Weniger bekannt bei dieser Heldenverehrung ist, dass selbst Mr Williamson zugibt, nicht gerade die besten Röhrenverstärker entwickelt zu haben.
Englischsprachiger PDF-Artikel über das Williamson-Konzept: download (2MB) aus der »Electronic World«.

Trotz aller bekannten Schwächen: noch heute bekommen versierte Kenner der HiFi-Szene glänzende Augen, wenn die Namen von wirklich ausgezeichneten Röhrenverstärker fallen, die letztendlich auf das Williamson-Konzept zurückgreifen: z.B. Marantz 8B, die Citation von Harman Kardon oder das Modell W4-AM von Heathkit (eine direkte Williamson- Adaption).

Natürlich ist es nicht der (Firmen-) Name allein, der hier für Glanz und Gloria sorgt, sondern es ist das Zusammenspiel von einer einstellbaren Gegenkopplung und des Lag-Netzwerks. Auch neuere Schaltungsentwürfe setzen gerne diese, völlig zu unrecht, verrufene »Pfuscherei« ein, um den Klang eines Verstärkers entscheident zu verbessern.

Lag-Netzwerk in Williamson Verstärker

In der Zeichnung sind zwei mögliche Einsatzorte dieses Netzwerks eingezeichnet. Einmal direkt am Eingang des Verstärkers (Lag-1) oder am Ausgang bzw Eingang der zweiten Verstärkerstufe (Lag-2). Der Widerstand bleibt bei Experimenten immer gleich. 47kΩ ist ein gängiger Wert. Mit unterschiedlichen Kondensatorwerten kann dann die optimale Wirkung ermittelt werden (ggf. Zeitkonstante berechnen). Der Kondensatorwert bewegt sich meist von 33pF bis 220pF (Spannungsfestigkeit beachten). Glimmerkondensatoren sind hierfür sehr gut geeignet.

Für einen perfekten Abgleich ist ein Rechteck-Generator und ein Oszilloskop zwingend erforderlich. Voraussetzung für ein Lag-Experiment ist, dass der Verstärker schon von sich aus ein sauberes Rechteck zeigt. Am Generator wird nun eine Frequenz von 10kHz eingestellt und im Verstärker eingespeist. Am Oszilloskop sollten mit dem Lag-Netzwerk leichte Unsauberkeiten (kleine Wellen beim Übergang von sekrechter zur waagerechter Flanke) erkennbar sein.

Rechteck bei Lag-Netzwerk

Setzt man das Lag sehr vorsichtig und dezent ein (Änderungen des Widerstandswert), dann kann der Klang eines Verstärkers durchaus gewinnen. Auch die betreffende Röhrenstufe arbeitet wesentlich stabiler, d.h. sie fängt nicht hochfrequent an zu schwingen, wenn sie angesteuert wird. Einfach einmal ausprobieren. Natürlich kann so ein Lag auch dazu eingesetzt werden, um richtig zu pfuschen, z.B. um den tiefen Übertragungsbereich etwas »aufzupeppen«.









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Letzte Aktualisierung am 01.11.2008 - 15:49
 
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