Es muss nicht immer digitales Surround sein. Wenn man sich einmal näher mit Surround und dem Vorgänger Quadrophonie beschäftigt, entdeckt man viele Gemeinsamkeiten. Für die eigenen Experimente benötigt man nicht unbedingt ein Studium zum Akustiker. Etwas Zeit, Lötkolben, eine paar Transistoren aus der Krabbelkiste, Widerstände und Kondensatoren. Dazu noch einen separaten kleinen Stereoverstärker und Lautsprecher (am besten die von einer HiFi-Minianalage) und schon kann es losgehen.
Fast jedes Raumklangeffekt-Gerät funktioniert nach dem gleichen Prinzip: das NF-Signal wird in verschiedene Frequenzbänder aufgeteilt, phasenverschoben und Laufzeitverzögert dem jeweiligen anderen Kanal aufsummiert, wobei die akustische Mitte für die Effektlautsprecher ausgelöscht wird. Das ist der ganze Trick.
Halten wir uns nicht lange mit der Theorie auf, sondern gehen gleich in Media Res.
Mit Hilfe dieser simplen Schaltung kann über einen Grossteil des Frequenzspektrums hinweg eine kontinuierlich verlaufende Phasenverschiebung (0-180°) bewerkstelligt werden. Die hohen Frequenzen durchlaufen phasenverschoben C2, die tiefen Frequenzen R5. An C3 werden die Signale zusammen- geführt.
Falls z.B. für C2 3300pF und für R5 33kΩ eingesetzt wird, findet eine 90° Phasenverschiebung bei etwa 1500Hz statt. Bei 5600pF und 33kΩ liegt die Phasenverschiebung bei 800Hz. Über die Kippfrequenz nimmt die Phasenverschiebung des RC-Filters wieder ab.
Weil jedoch immer mehr Signal vom Kollektor durchgelassen wird, geht die Phasenverschiebung weiter bis zu diejenigen, bei denen die Reaktanz (kapazitiver Blindwiderstand) von C2 gegenüber R5 vernachlässigt werden kann.
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