Als erstes Beispiel dient das häufig eingesetzte RC-Glied, welches in fast jeder NF-Schaltung vorkommt. Aber auch in der Digitaltechnik werden solche »Filter« eingesetzt, z.B. um eine Zeitkonstante zu definieren.
Streng genommen ist so ein »Filter« aber kein Filter im eigentlichen Sinne, sondern ein Dämpfungsglied. Ein bestimmter Frequenzbereich wird abgeschwächt oder begrenzt. Man findet solche Dämpfungsglieder z.B. in einem Gegen- oder Mitkopplungszweig eines Verstärkers oder (besonders in Röhrenverstärker) Stufenkopplungszweigen (Koppelkondensator mit nachfolgendem Widerstand gegen Masse).
Hier handelt es sich im Prinzip um eine Verformung des Signals, die u.a. auch durch die Ladezeitkonstante (τ, τ=R*C ) des Kondensators entsteht. Das Signal wird entsprechend verformt. Je nach Ausprägung des Gliedes, ist die Verformung eines Signals mehr oder minder deutlich hörbar. Sichtbar (auf dem Oszilloskop) jedoch allemal (hier am Beispiel eines Rechtecks).
Der Kondensator bildet einen frequenzabhängigen Widerstand (der sog. kapazitive Blindwiderstand), der nur in einem Wechselstromkreis wirksam ist. Dieser Widerstand ist umso grösser, je niedriger die Frequenz und je kleiner die Kapazität des Kondensators ist. Ist der Kondensator für eine Wechselspannung also noch mehr oder weniger leitend, bildet er für eine Gleichspannung einen sehr hohen Widerstand.
Im linken Bild oben bildet das RC-Glied einen sog. RC-Tiefpass. Liegt dagegen der Widerstand auf Masse und der Kondensator im Signalweg (rechtes Bild) spricht man von einem CR-Glied oder RC-Hochpass. Beide RC-Glieder sind demnach nichts anderes wie frequenzabhängige Spannungsteiler.
Der Kondensator (kapazitiver Widerstand) stellt für die Gleichspannung einen hohen Widerstand dar. Für Wechselspannung ist er - mehr oder weniger - leitend (ebenfalls mehr oder minder freuqenzabhängig). Der kapazitive Blindwiderstand Xc (Widerstand am Kondensator, der bei einer Frequenz wirksam ist) wird wie folgt berechnet:
1/(ω C) = 1/(2 π f C)
ω = Kreisfrequenz = 2 *π * f = 1/s
Bei einer Kapazität von 22nF und einer Frequenz von 1000 Hz bildet der Kondensator also einen kapazitiven Blindwiderstand (Xc) von: 1/(2 π 1000 (1/s 22)) = 7234Ω.
Der Nachteil eines solchen Dämpfungsgliedes ist die Phasenverschiebung (verbunden mit Laufzeitunterschieden) von 45°, die sich, je nach Anzahl der Glieder um den entsprechenden Wert kumuliert. Diesen Nachteil kann man jedoch auch wiederum in einen Vorteil ummünzen, wenn es um akkustische Effekte geht.
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