Diese Erfahrung hat eigentlich schon jeder Hobby-Elektroniker gemacht:
Einmal unvorsichtiger Weise an den beiden Polen eines Kondensators gefasst und man erlebte sein persönliches Waterloo nach der Formel: je höher die Spannungsfestigkeit des Kondensators ist, desto mehr Waterloo. Mit anderen Worten, man bekam (bekommt) einen »gewischt«. Und nach der Murphyschen Gesetzmässigkeit ist ein Kondensator immer mit der maximalen Spannungsfestigkeit des Kondensators aufgeladen welche einem die Freude am Leben ordentlich vergällen kann.
Nun, bekannt ist, dass ein Kondensator Energie speichern kann. In unserem Fall elektrische Energie. Und das umso mehr, je mehr Farad der Kondensator besitzt. Doch was ist überhaupt ein Farad (F)?
Nun, ein Kondensator von 1F wird auf 1V aufgeladen, wenn in 1s ein Ladestrom von 1A fliesst. Man sieht, die berühmt Einerformel, die man recht häufig in der Elektrotechnik findet. Je kleiner der Kondensator (µF, nF, pF) desto geringer die Amperesekunden, bis sich ein Kondensator auf 1 Volt aufgeladen hat. Ein Kondensator von 1µF benötigt demnach einmillionstel Sekunden (bei einem Ampere = Amperesekunden).
Theorisiert man weiter, dann wird der Kondensator nach 1000 Sekunden (knapp 17 Minuten) auf die Ladespannung von 100.000 Volt aufgeladen.
In der Praxis sieht es jedoch so aus, dass nach einer Sekunde »nur« noch 99.900 Volt zur Verfügung stehen. Wenn man noch längere Zeiten in Betracht zieht, dann kommt es zu einer wesentlich geringeren Energiespeicherung. So wird der Anstieg der Kondensatorspannung nach und nach langsamer. So ist der Kondensator tatsächlich erst nach 1000 Sekunden auf etwas über 60.000 Volt aufgeladen (die drei bis fünftausend Volt Differenz machen den Braten beim »Finger- oder Berührungstest« nun auch nicht mehr fett). Man sieht, ein Kondensator verhält sich keineswegs linear.
Und jetzt sind wir auch beim Thema. Die Zeitkonstante eines Kondensators. Und da kommt es eigentlich nicht so sehr auf die Spannung an, als viel mehr auf den Ladestrom (Ampere).
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