In einem Röhrenverstärker ist der Übertrager das qualitätsbestimmende Bauelement schlechthin. Häufig wird jedoch mehr Geld für ein Satz Röhren ausgegeben, als für einen wirklich guten Ausgangsübertrager.
So konnte der Röhren-Vollverstärker mit der 6AS7G aus dem Buch »Hören mit Röhren« zwar viele Nachbauer überzeugen, oftmals machte sich auch Enttäuschung breit. Obwohl der Aufbau völlig richtig vorgenommen wurde, war das klanglich Ergebnis mies und auch die Messwerte waren schlecht.
Grund war, dass man am falschen Ende gespart hatte. Aus Kostengründen wurden vollkommen falsche und zudem unterdimensionierte Übertrager eingesetzt. Auch der Netztrafo wurde häufig viel zu knapp dimensioniert.
Um es gleich vorweg zu nehmen: In diesem Röhrenverstärker muss ein Ausgangsübertrager vom Typ M102b eingesetzt werden. Erst dann zeigt dieser 6AS7G-Gegentaktverstärker das, was er wirklich kann: knapp 15 Watt bei einem Frequenzgang von 15Hz bis weit über 30kHz (-3dB). Bei Vollaussteuerung wohlgemerkt! Das Gesamtlayout dieses Verstärkers ist darauf ausgelegt.
Übertrager, die kleiner als M102 sind, bringen es in diesem Fall einfach nicht, auch wenn so mancher Händler meint, dass man mit M102 »mit Kanonen auf Spatzen schiesst«. Ein ausgerechneter Raa anhand von Röhrendaten und Spannungsangaben oder die im Netz kursierenden Rohdaten sind eben nicht alles, knapp an der Wahrheit vorbei oder schlichtweg falsch. Allerdings: grösser als M102b braucht der Übertrager auch nicht zu sein. Dass wäre dann doch zuviel des Guten.
Vorweg angemerkt: »meine« Übertrager sind aus deutschen Landen von einem verantwortungsbewussten aber namenlosen Trafowickler gewickelt und nach VDE geprüft. Wohlklingende Namen aus Übersee brauche ich mir nicht anzutun. Diese Trafos sind oftmals keinen Deut besser als der gleiche Übertrager mit den gleichen technischen Daten von »meinem« Trafowickler. Oftmals war sogar das Gegenteil der Fall…
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