Ausgangsübertrager für Röhrenverstärker - Übertrager, Selber einen Übertrager wickeln oder wickeln lassen?
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04.07.2008. - 00:24

Übertrager


Selber einen Übertrager wickeln oder wickeln lassen?

26.09.2006


Die häufig angebotene Excel-Tabelle zur Berechnung eines Ausgangsübertragers ist (ich wiederhole mich) daher zwar nicht falsch aber auch nicht richtig. Der Übertrager wird, wenn man genau arbeitet, zwar irgendwie funktionieren - aber eben nur irgendwie, denn er wird vollkommen andere technische Daten aufweisen als man eigentlich erzielen wollte. Genauso verhält es sich mit einem »vergewaltigtem« Netztrafo oder 100V-Übertrager.

Aber wer will denn schon selber wickeln? Ich persönlich habe anderes zu tun und kann mir vor allen Dingen Lustigeres vorstellen, als eine Spule, Übertrager oder was auch immer, zu wickeln. Auch das Argument »Kostenersparnis« zieht nicht, da es schlichtweg keinen gibt. Die Kosten für die misslungenen Wickelversuche sind dabei noch gar nicht berücksichtigt.

Wenn man einen Übertrager kaufen will, so sollte man also das Augenmerk auf den Frequenzgang legen. Bei vielen Händlern werden zwar allerlei technische Daten angegeben (Raa, Watt, Endröhrentyp, Blechmaterial etc. etc.) nicht jedoch bei welcher Leistung der angegebene Frequenzgang eines Übertragers gilt, bzw. wie dieser emittelt wurde. Das Brimborium um das Blech- oder Eisenmaterial ist deshalb umso grösser, je weniger reelle Leistungsdaten genannt werden.

So sieht es doch wunderbar aus, wenn ein Übertrager mit einem Frequenzgang von 7Hz bis 75kHz (-3dB) angegeben ist, oder nicht? Die Frage ist nur: bei welcher Leistung? Bei einem Watt, bei 10 oder mit der maximalen möglichen Leistung, die der Übertrager in dieser Klasse tatsächlich umsetzen kann? Hier sollte man sich nicht scheuen, den Anbieter zu fragen. Weicht er der Frage aus oder nennt eine Vielzahl von Gründen, warum man das nicht so einfach pauschalisieren kann, dann ist es Zeit, sich einen neuen Anbieter zu suchen. Das Gespräch beendet man natürlich auch dann, wenn die maximale Leistung des Übertragers mit 50W angegeben worden ist, der angegebene Frequenzgang sich aber auf 0,5W bezieht, denn die Chancen stehen nicht schlecht, dass der Übertrager tatsächlich schlechter ist, als es den Augenschein hat. Bereits bei einem Watt oder gar bei vier Watt kann der Übertrager nicht mehr die technischen Daten aufweisen, für die er einmal gekauft worden ist. Umgekehrt jedoch wird es interessant: ein Frequenzgang, der mit der maximal möglichen Ausgangsleistung ermittelt wurde, weist im unteren Leistungsspektrum einen wesentlich besseren Frequenzgang auf. Denn, wer hört schon permanent mit 20W oder mehr?

Es nützt also gar nicht, wenn der Übertrager bei 1W die tollsten Daten aufweisen kann, wenn diese Daten bei 10W ganz anders, nämlich wesentlich schlechter aussehen. Und mal ehrlich: wer misst einen Übertrager denn schon durch? Das notwendige Equipment hat auch nicht jeder Hobbybastler auf der Werkbank stehen (zumal sich das auch etwas schwierig gestalten dürfte).

Update

Neuerdings gibt es aber auch den umgekehrten Fall. Übertrager mit scheinbar guten Daten bei Nennleistung zu einem Preis, bei dem selbst den China-Dumpinganbietern die Schamesröte ins Gesicht steigt. Offeriert werden diese Übertrager mit dem Qualitätsmerkmal »Studioqualität«. Die Daten von z.B. 14Hz bis 85kHz bei 0,1dB Abschwächung an den Eckpunkten (bei einer Nennleistung von 80W (100W) RMS für einen EL34 oder KT88 Gegentaktübertrager) lassen das Herz eines unbedarften Bastlers höher schlagen.

Peinlich nur, dass sich »Studioqualität« vollkommen anders definiert. Nun, ich behaupte hier nicht, dass die Frequenzangabe bei der genannten maximalen Leistung falsch sind. Es kommt nur darauf an, wie ich solche Werte produziere: mit einem Signalgenerator, der für den Übertrager kaum eine nennenswerte Belastung darstellt, kann ich natürlich jeden Frequenzgang »herstellen«. Praxisgerecht ist das aber bei weitem nicht, denn üblicherweise werden Übertrager in Röhrenverstärker eingesetzt - und da bilden die Röhren schon eine erheblich Last. So eine Aussage besitzt also eine gegen Null tendierende praktische Bedeutung.

Auch werden die Frequengänge der einfacheitshalber meist an einen ohmschen Widerstand gemessen. Der Lautsprecher ist aber kein solcher (wie wir alle wissen), sondern ein induktiver Widerstand - und der verhält sich je nach Frequenz vollkommen anders (mal hat er mehr, mal hat er weniger Widerstand). Erschwerend kommt dann noch die Frequenzweiche hinzu. Die Frequenzgangangabe ist also zunächst einmal ein theoretischer Wert. Was schlussendlich wirklich aus den Lautsprechern kommt, steht also auf einem ganz anderen Blatt. Ein verantwortungsbewusster Händler wird aber auch hier erschöpfend Auskunft geben können und auch wollen.





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Letzte Aktualisierung am 21.01.2008 - 21:31
 
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