Gibt es bei Burmester Verstärker- oder Lautsprecherentwicklungen, die nie vermarktet werden, weil sie den Anforderungen nicht genügen?
Burmester: Natürlich. Irgendwann haben wir z.B. aufgegeben, einen gut klingenden Endverstärker mit Feldeffekt-Transistoren (FET) in den Leistungsstufen zu entwickeln, ein Digitaltuner-Projekt wurde eingestellt oder Lautsprecher-Prototypen verschwanden im Regal.
Ihr lustigstes Erlebnis (bei Gerätetests, bei Kunden, bei Vorführungen usw.)?
Burmester: Eigentlich haben wir viel Freude bei der Arbeit, aber ein besonderer Fall dazu fällt mir gerade nicht ein.
Blindtests sind immer gefährlich. Kann es doch passieren, dass das gesamte technische Weltbild ins Wanken gerät. Ist Ihr Weltbild dabei schon einmal ins Wanken geraten?
Burmester: Nein. Alle Hörtests waren technisch nachvollziehbar. Weil vergleichende Hörtests eine sehr anstrengende Tätigkeit ist, bereiten wir sie sehr sorgfältig vor.
Voodoo-Verfahren oder -Gerätschaften haben keine Chance, wenn man nicht nur A-B oder B-A Vergleiche macht. Es ist erstaunlich, was man alles hören kann und wie schwierig es ist, diese Unterschiede technisch zu beschreiben.
Auch ein Dieter Burmester kocht nur mit Wasser. Verraten Sie uns das Geheimnis Ihres Erfolges?
Burmester: Ganz einfach: Selbstkritik und Fleiß!
Wie schätzen Sie den derzeitigen Markt und das Käuferverhalten bezüglich HiFi und »Geiz-ist-geil« ein? Wo liegen Ihrer Meinung nach die Chancen für kleinere Hersteller von HiFi-Verstärker?
Burmester: Für alle Dinge des täglichen Lebens gilt doch: einmal richtig gekauft ist preiswerter als jedes Jahr neuen Schrott.
Dann hätte man mehr Chancen für das »teure« Made in Germany, bräuchte aber keine Elektroschrott-Verordnung für Geräte aus Asien. Werden unsere Euroland-Politiker das verstehen?
Herr Burmester, ich danke Ihnen für dieses Interview.
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