C37 Verstärker, Röhrentechnik und Schaltungen - Dieter Ennemoser, im Gespräch mit Friedrich Hunold. C37-Klangstruktur & das Leben mit dem Lack (2)
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04.07.2008. - 00:34

Dieter Ennemoser


im Gespräch mit Friedrich Hunold. C37-Klangstruktur & das Leben mit dem Lack (2)

10.12.2005


Ennemoser: Nun, da muss ich weiter ausholen: Stradivari hat 30 Jahre an seinem Geigenmodell geforscht. Während sich der Aufbau und die Formgestaltung seiner Geigen noch relativ simpel gestalteten, war die spezielle Lackierung doch aufwendiger. Das heisst nun nicht, dass speziell bei der Formgestaltung das Schema 08/15 verfolgt wurde. Winzige Änderungen in der Geigengeometrie konnten schon viel bewirken. Es ist die Summe aller »Maßnahmen« die diese Geige schon sehr früh begehrenwert machten.

Zielvorstellung beim C37-Lack ist, eine Klangstruktur zu erreichen, um einen verfärbungsfreien und hochauflösenden Klang zu erreichen. Da mein Lack bei den verschiedensten Anwendungen unterschiedliche Temperaturen erreicht bzw. ausgesetzt ist (Lautsprecher, Verstärker, Klima), bekommt er für jeden Tempera- turbereich eine andere Zusammensetzung, um dann eine exakte Wirkung zu erhalten. Materialklang und seine Abhängigkeiten von der Temperatur sind ein wesentlicher Bestandteil der C37-Theorie, welche die Grundlage bildete, diesen Lack zu entwickeln.

Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, ist ein C37-Lack für Lautsprechergehäuse nur bedingt für Lautsprechermembrane geeignet. Und ein Lack für afrikanische Klima ist für unser Klima sinnlos?

Ennemoser: So ungefähr. Es macht keinen Sinn, ein C37 für Lautsprechergehäuse (22° Lack) auf irgendwelche Elektronikteile mit hoher Betriebstemperatur aufzubringen. Es werden zwar Resultate erzielt, aber es ist kein perfektes C37-Ergebnis.

Als Sie mit C37 die HiFi-Bühne betraten, gab es kurz darauf eine Menge ähnlicher Produkte. Was ist damit?

Ennemoser: Was soll damit sein? Nur wo C37 draufsteht, ist C37 drin. C37 ist übrigens als Marke geschützt. Alle anderen Wässerchen, Tinkturen oder Geigenlacke die für Klangoptimierung beworben werden, sind nicht das, wofür sie sich ausgeben. Ein »renommierter« deutscher Verstärkerhersteller und meine damalige Dependance hatte das C37 derart gestreckt, dass von meinem C37 nicht mehr viel übrigblieb. Auch dubiose »Tinkturen« wurden als C37 verkauft, wie eine chemische Analyse einwandfrei bewies. Die Kundenbeschwerden blieben nicht aus. Und das vollkommen zu Recht.

Dieser Vertrieb kupferte natürlich auch hemmungslos meine Forschungs- arbeiten und münzte diese dann (Jahre später) als seine Erfindung um. Im Endergebnis liest sich das als absoluter physikalischer Blödsinn. Hätte er meine Forschungsarbeiten Eins-zu-Eins übernommen, wäre der Urheber dieser Gedanken zu leicht erkennbar gewesen. Nun stehe ich vor dem Problem, diesen Blödsinn aus den Gehirnen meiner Kunden zu löschen und ihnen die ganze Wahrheit erzählen zu müssen.

Man muss bedenken, dass der normale, zur Klangoptimierung eingesetzte Geigenlack einem Alterungsprozess unterliegt und nach einer gewissen Zeit unangenehme Klangverfärbungen erzeugt. Der teure Lautsprecher wird dann wertlos.

In der Hochzeit der C37-Hyphe verging ja auch keine Woche, wo man nicht neue Anwendungen für das C37 fand. Das Tröpfchen C37 auf einen Quarz des CD-Players öffnete die gesamte Bühne (was auch immer damit gemeint war), C37 auf Widerständen oder Platinen liessen den Verstärker luftiger klingen und so weiter. Für wie seriös halten Sie diese Berichte?

Ennemoser: Wie ich schon sagte, kommt für einen speziellen Anwendungsfall ein spezielles C37 in Betracht. Ein Standard-C37 gibt es nicht. Ebensowenig wie C37 zaubern kann. Es macht aus schlechten Bauteilen keine guten und aus einem Monoverstärker keinen Stereoverstärker. Es ist ein Glied in der Optimierungskette.



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Letzte Aktualisierung am 13.03.2008 - 14:36
 
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