Lautsprecher, Röhrenverstärker, HiFi und HighEnd Röhrentechnik, Bausätze - Mein persönliches HiFi und High-End, Naturgetreue Widergabe: Röhrenverstärker & Lautsprecher unter Realbedingungen (2)
18.05.2012. - 02:32
Nicht nur über Röhren:

Lesestoff

Röhrenbücher für Röhrenverstärker und Röhrentechnik
Lautsprecher Handbuch
Flagge zeigen

Kein Platz für Extremismus



Mein persönliches HiFi und High-End


Naturgetreue Widergabe: Röhrenverstärker & Lautsprecher unter Realbedingungen (2)

25.04.2007


Meine Art zu hören ist relativ einfach und unkompliziert. Einfach und unkompliziert deshalb, weil sich pubertierende Jugend und verspielte Kleinkinder nicht mit hoch- komplizierter Technik verträgt. Netzschalter, Eingangswahl und Lautstärkeregler müssen deshalb reichen. Ein Balancesteller? Ha! Brauch ich nicht. Schon seit ewig und drei Tagen nicht. Stattdessen werden die Lautsprecher solange hin- und hergeschoben, bis akustische Balance herrscht. Grosszügig konfektionierte Lautsprecherkabel garantieren eine grösstmögliche Freiheit bei der Positionierung.

OK, ich gebe es zu: versteckt aber doch gut erreichbar findet sich noch eine Umschalt- einheit, um den Dämpfungsfaktor meiner Röhrenverstärker auf die jeweiligen Lautsprecher anpassen zu können (diese wechseln bekanntermassen recht häufig). Zumindest im Groben, den Rest erledigen Widerstände der E96-Reihe, Lötkolben und Geduld. Es hat sich gezeigt, dass man mit derlei Technik enorm viel erreichen kann, wenn es denn mal auf Anhieb nicht so klingt. Ein Feature, welches ich mir - da bin ich ganz ehrlich - bei einigen historischen Verstärkern abgeschaut habe und mir auch (bei guten Lautsprechern) den Klangsteller erspart.

HiFi definiert sich für mich in etwa so: knackiger Bass (aber nicht zu knackig) und einen brillianten Hoch-Mitteltonbereich, wobei die einzelnen Elemente dieser Mixtur gleich- berechtigt sind. Ohne Bass gibt es keine brillianten Höhen. Und stechende Höhen diskreminieren wiederum den Bass. Klar, das geht nur, wenn Verstärker und Lautsprecher optimal aufeinander abgestimmt sind. Armdicke Lautsprecherkabel und Freizeit-Jungfrauen sind daher nicht nötig.

Ohne technische Theorie kann ich aber auch nicht ganz leben. So müssen meinen »Röhris« die HiFi-Norm weit übertreffen. Auch bei maximaler Lautstärke muss das Subcontra-C noch irgendwie zu den Lautsprechern kommen. Kanaltrennung ist mittlerweile so eine Sache: Monoblöcke sind gut und schön, ein Stereoblock, dessen Netzteil beide Verstärkerhälften versorgt, ist besser. Meine ich zumindest. Bei einem Konzert gibt es schliesslich auch keine strikte Links-Mitte-Rechts Trennung.

Womit wir bei der akustischen Thematik sind. Sogenannte aktive Subwoofer sind mir ein Greuel. Wenn schon Sub, dann passiv. Der Bass ist wesentlich natürlicher. Und meine Vorliebe für tiefe Frequenzgänge resultiert aus der Tatsache, dass ein Ton durchsetzt ist mit Obertönen, die ihrerseits den Grundton wesentlich beeinflussen. Beschneide ich den Frequenzgang des Verstärkers, dann beschneide ich damit auch die Fähigkeit, den Ton (einigermasssen) optimal reproduzieren zu können. Sorry, aber das ist ein Spleen von mir. Nun mag man einwenden, dass Lautsprecher kaum in der Lage sind, 20Hz oder gar 16Hz übertragen zu können. Das stimmt und es stimmt wieder nicht, denn auch diese tiefen Frequenzen werden übertragen. Warum auch nicht? Die vom Verstärker gelieferte Energie löst sich ja nicht in Luft auf.

So ist es für mich also selbstverständlich, möglichst »dicke« Übertrager einzusetzen. Die kosten zwar einiges mehr als von »Billy-Billig« aber ich habe damit eine Grund- voraussetzung für einen guten Röhrenverstärker geschaffen. Die Jagd nach dem immer günstigten Preis ist damit auch vorbei. Ich weiss wo ich einkaufe und welche Qualität ich bekomme. Letztendlich macht sich diese Treue bezahlt.

Ein eigenes HiFi-Zimmer zu besitzen ist für mich nicht erstrebenswert. Mein HiFi-Zimmer ist das Wohnzimmer. Hier halte ich mich sehr oft auf, hier höre ich, hier wohne ich. Und wer glaubt, in meinem unserem Wohnzimmer dicke Polstermöbel und Teppiche vorzufinden glaubt, der irrt. Bei uns herrscht elegante Schlichheit und der Streifenberber ist vor einem Jahr ausgemustert worden. Nicht weil er den Klang störte, sondern aus hygenischen Gründen.

Gehört wird dann in lockerer Atmosphäre. Keineswegs verkrampft. Das ist, für mich, HiFi.

Man sieht, HiFi wird gelebt und unterstützt mein unser Lebensgefühl und unsere Stimmung. Klassische Stücke werden daher genauso gehört, wie Hard Rock. Warum nicht? Das beste HiFi ist aber immer noch die absolute Stille von künstlicher Lärmberieselung. Vogelgezwitscher und das säuseln des Windes - all das ist mehr HiFi als es die Musiker zu produzieren vermögen. Ausserdem tut es mal ganz gut und macht den Kopf frei.

Ach ja: mein (bzw. unsere) Art HiFi zu hören muss natürlich nicht zwangsläufig für andere gelten. Dazu ist unser Gehör nun einmal zu subjektiv. Hatte ich schon erwähnt, dass meine Röhrenverstärker nie clean sind?



Zurück …









Letzte Aktualisierung am 11.07.2008 - 15:51
 
Who's Online
Besucher online für Röhrenverstärker Es sind 10 Gäste online

Kondensatoren