Design-Standlautsprecher-Säule, Frequenzweiche - Intertechnik: Säulenlautsprecher Tizio, Fehlender, echter Tiefbass und trotzdem fabelhafter und natürlicher Klang (2)
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01.12.2008. - 18:22

Intertechnik: Säulenlautsprecher Tizio


Fehlender, echter Tiefbass und trotzdem fabelhafter und natürlicher Klang (2)

06.01.2006


Im oberen Bereich der Lautsprecher sitzen Hoch- und Mittel-Tieftöner in bekannter d'Appolito-Anordnung. Sie sorgen, im Zusammenspiel mit der unteren »Woofer-Eiheit« für einen seidigen, in keinster Weise aufdringlichen, Klangteppich.

Die Stereobühne steht (bei optimaler Positionierung) fest im Raum. Dabei nagelt die Tizio den Zuhörer nicht an die optimale Hörposition. Lediglich auf Abstand sollte man Wert legen, denn aufgrund der Konstruktion muss sich der Schall ausbreiten können. Und je grösser der Raum, desto besser. Für das enge Junggesellenappartement also nicht geeignet. Design hin, Design her.

Lässt man den Röhrenverstärker ohne jede Gegenkopplung an der Tizio arbeiten, dann können zu scharfe Höhen das Klangerlebnis erheblich trüben. Wer auch weiterhin seinen Röhrenverstärker ohne Gegenkopplung betreiben will, darf (wie schon bei der Mivoc) den Hochtöner mit einem Serienwiderstand von etwa 2,2 bis 4,7Ω/5W etwas in die Schranken verweisen. Wem das Bassfundament immer noch zu dünn gerät, der kann mit »Pfusch am Bau« im Verstärker selber dem Bass noch etwas auf die Sprünge helfen. Das war es dann aber auch.

Wer also nicht gerade ein Liebhaber von Bassorgien ist, dem steht mit der Tizio eine schlanke Säule zur Verfügung, die ihre Sache insgesamt recht gut macht. Neben Design (das Auge hört ja mit) besticht auch der wirklich ausgewogene Klangcharakter dieser Schallwandler.

Wäre nur nicht das fehlende Tiefbassfundament, denn hin und wieder möchte man es schon mal krachen lassen. Ob nun bei Pomp and Circumstance (Elgar) oder bei Guilty (Matthew Ryan). Ohne das richtige Bassfundament will es nicht klingen. Was liegt also näher, als die Tizio quasi als Satellit arbeiten zu lassen. In dem Frequenzbereich wo sie sich am wohlsten fühlt: ab ca. 120Hz aufwärts.

Dem fehlenden Tiefbass mit einer passiven Subwoofer-Lösung beizukommen empfiehlt sich nicht, da dies auch umfangreiche Änderungen in der Tizio-Frequenzweiche nach sich zieht. Das kann man zwar machen, man benötigt aber profunde Kenntnisse in der Frequenzweichenkonstruktion. Optimal wäre es, wenn man sowieso eine Röhrenvorstufe plant, diesem Vorverstärker gleiche eine aktive Frequenzweiche zu spendieren. Mit einer Trennfrequzenz von ca. 120Hz. Das passende Woofer-Gehäuse ist dann selbst für einen Hardcore-Bastelverweigerer wie mich (wenn es um Gehäusebearbeitung geht) kein Problem mehr.

Das nötige know-how für eine aktive Frequenzweiche kann man sich leicht aneignen. Wer als Röhrenfetischt das ganze in Röhrentechnik gelöst haben möchte, muss sich noch etwas gedulden. Hier erarbeiten wir eine Lösung, die einfach, simpel und doch höchsten Ansprüchen genügen wird. Besitzer von »einfachen« Halbleiterverstärkern haben es da etwas einfacher…

Zurück zur Tizio »nature«. Leider gibt es diesen Bausatz nicht mehr bei Intertechnik. Aber bei Strassacker. Den passenden Bauplan für den Holzzuschnitt gibt es dort ebenfalls.

Update: Angeblich soll sie wieder bei Intertechnik zu haben sein. Allerdings mit anderen Lautsprecherchassis.

Fazit: eine sehr schöne Design-Lautsprecherbox mit sehr guten Klangeigenschaften. Sie benötigt einen kräftigen Verstärker. Wer auf Tiefbass verzichten kann unbedingt empfehlenswert, ansonsten muss nachgerüstet werden.

Technische Kurzinfo:
Standlautsprecher: 2-Wege, D'Appolito
integrierte Subwoofereinheit, Bassreflex
Kurzdaten: >100W, 8Ω, 87 dB



Weitere Informationen zu diesem Lautsprecher:
Intertechnik
Tel.: 0221 / 9171533
Intertechnik






Letzte Aktualisierung am 15.03.2007 - 10:29
 
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