Wenn Sie ein chronischer Einzelgänger sind, keine Freunde haben, in einem Hochhaus im zehnten Stock wohnen und zudem noch unter irgendwelchen körperlichen Gebrechen leiden, dann ist die Nubox681 nichts für Sie. Vergessen Sie auch die Rachegelüste, es den Nachbarn zeigen zu wollen. Diese Lautsprecher sind nichts für Sie.
Extrem unhandliche 32 Kilogramm (oder knapp 100 Liter) pro Lautsprecherbox wollen gewuchtet werden. Wenn Sie zufällig mit einer Über-alles Spannbreite von etwa 4,50 Meter gesegnet sind, dann ist das kein Problem. Normalbürgern sei angeraten, einen Freund (notfalls die Lebensgefährtin bzw. Ehefrau) zu mobilisieren, um beim auspacken und tragen zu helfen.
Ohne ein zusätzliches Paar helfende Hände, sind Sie also so gut wie aufgeschmissen.
»Meinem« UPS-Mensch habe ich ja schon viel zugemutet. Aber diesmal war es dann doch etwas zuviel. Als er mit Sackkarre und zwei monströse Kisten vor der Haustür stand, brauchte er gar nicht zu klingeln. Man hörte seine Ankunft am schnaufen und an der unflätigen Ausdrucksweise. »Mist!«, dachte ich, »Es wird wieder ein Ich-tue-es-nicht-wieder-Trinkgeld fällig.« Als ich dann die Kisten sah, entfleuchte mir auch unflätiges. Ausgerechnet jetzt war Uli nicht da.
Nach etwa einer halben Stunde traf Uli ein und wir konnten nun die Lautsprecher auspacken. Gute Produkte werden gut verpackt, billig wird, das hat die Erfahrung gezeigt, auch billig verpackt. Gäbe es eine Klassifizierung für Verpackung, hätten die Nuberts diesbezüglich schon einmal ein High-End verdient.
Wohin mit den Nuberts? Das logistische Problem »Wohin mit den bisherigen Schallwandlern?«, wurde schnell gelöst. Die Platzierung der 1,15 Meter hohen, knapp 25 cm breiten und 34 cm tiefen Nubert-Lautsprecher erforderte allerdings etwas mehr Phantasie. Am liebsten hätte ich ja den Riesen-Ficus rausgeschmissen, das hätte aber bei meiner Frau zur sofortigen Nichtakzeptanz der Nubox geführt. Aufgrund des Gewichts wollte jede Positionierung auch gut überlegt werden. Nach etwas längerem hin und her stehen die Nuberts nun. Und wenn ich sage, sie stehen, dann meine ich das auch so.
Wie ich zu Nubert kam
Zugegeben, auch ich kann mich nicht vom Technik-Mainstream freisprechen. Bis dato waren Nurbert-Lautsprecher für mich unbekannt. Unbekannt deshalb, weil ich äusserst selten in diversen HiFi-Blättchen herumblättere und Testberichte lese. Unbekannt auch deshalb, weil die Nubert-Lautsprecher nur direkt vertrieben werden und man sie ganz bestimmt nicht in einem Schrammelmarkt findet. Von Nubert hörte ich das erste mal, als mir ein Kunde davon erzählte und mir Lobeshymnen ins Ohr sülzte. Klingt interessant. Ok, mal kurz bei Nubert angefragt, ob ich einen Lautsprecher an Röhrenverstärker testen dürfte.
Nun, ganz so einfach ist das nicht, Nubert-Lautsprecher für einen Test zu bekommen. Über ein Renommee sollte man schon verfügen. frihu.com ist zwar kein Edel-HighEnd-Blättchen, aber immerhin. Die Vorabgespräche waren höchst informativ. Was mich jedoch etwas gefuchst hat, war (ist) die verdammte Selbstsicherheit der Nuberts. Irgendwie meinte ich immer zu hören: »Nubert-Lautsprecher sind gut. Basta.«
Die Selbstsicherheit geriet jedoch etwas ins Wanken, als man hörte, dass ein Nubert-Lautsprecherpaar an Röhrenverstärker zeigen muss, was sie kann. »Dafür sind diese Lautsprecher aber nicht vorgesehen…«. Da wolle man doch lieber mal mit dem Chef selber, Günther Nubert, Rücksprache halten.
»Meinem« UPS-Mensch habe ich ja schon viel zugemutet. …
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