nuline32, nubox681 6AS7G-Gegentaktverstärker, Röhrenverstärker CD, DVD Player - Nubert's NuLine32 mit ATM, Keine Zauberei sondern handfeste Physik: Kleiner Lautsprecher (wird) ganz gross (4)
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20.08.2008. - 18:43

Nubert's NuLine32 mit ATM


Keine Zauberei sondern handfeste Physik: Kleiner Lautsprecher (wird) ganz gross (4)

13.01.2008


…und kommen direkt zu Sylvester. Der 31.12. ist mittlerweile in unserem Strassenzug berüchtigt, denn vom »Anwesen des Röhrenjunkies« erschallt (normalerweise) gute Mucke. Und ebenso normalerweise installiere ich hierfür billige Partykracher denen es nichts ausmacht, dass sie sterben. Diesmal lasse ich den 100W-Röhrenverstärker (mit PL519-Röhren) aus High-End Röhrenschaltungen und die NuLine32 (zusammen mit dem ATM) laufen. Dieser Röhrenverstärker hat den Vorteil, dass er über einen recht hohen Dämpfungsfaktor verfügt und mit allem zurechtkommt, was eine Membran, Spule und einen Magneten aufweist. Die Leistung, die von den PL519-Röhren bereit gestellt werden kann, sorgt dafür, dass es nicht allzu ruhig zugehen wird.

Aber noch ist es nicht soweit.

Mit elektronischer Hilfe soll also aus dem Lautsprecherchen ein Lautsprecher werden. Das kann heiter werden, denn so ganz will ich das nicht glauben. Also gut. Gottergeben wird das ATM, wie einleitend beschrieben, angeschlossen. Vorsichtshalber stelle ich alle Regler auf mittige Position, schalte den Röhrenvollverstärker (Single-Ended mit EL156) ein, warte ein bisschen bis die Röhren auf touren gekommen sind und - schalte sofort wieder aus. Obwohl das ausgewählte Musikstück (O holly Night, weil's so schön war) kein Extrem-Bass aufweist, präsentierte sich die Musik mit satten Verzerrungen. Dabei war der Verstärker noch nicht einmal aufgedreht. Watt is dat?

Na dann studiere ich doch besser die Anleitung zum ATM. Nach kurzer Zeit das Aha-Erlebnis. Da schau einer an. Auf Seite 4 steht etwas, was die Verzerrungen erklärt.

Bitte beachten: Manche CD- oder DVD-Player können bei Vollaussteuerung der CD bis zu 2 Volt (eff.) liefern. Wenn nun ein voll ausgesteuertes Bass-Signal mit dem ATM Modul in EQ-Stellung "Mitte" (also um ca. 10 dB) angehoben wird, entspricht das etwa einer Verdreifachung des Spannungswertes. Beim Einsatz des ATM Moduls zwischen CD-Player und Verstärker-Eingang – oder auch beim Einschleifen in den "Tape-Monitor" – kann es dabei ganz selten zu einer Übersteuerung der Vorstufe des verwendeten Verstärkers kommen. Das äußert sich durch hörbare Verzerrungen bei bassintensiver Musik. Für diesen Sonderfall bieten wir eine Lösung zur Dämpfung des Ausgangssignals an. …

Aha! Da ich aber keine Lust hatte, den Vollverstärker zu einer reinen Endstufe umzufunktionieren oder mich selbst um Dämpfung zu bemühen, musste dann der 6AS7G-Gegentakt-Röhrenverstärker (als Endstufen-Version) heran. Damit funktionierte es dann auf Anhieb.

Etwas länger dauerte dagegen die richtige Einstellung der EQ-Regler zu finden. Wer hier grobmotorisch und hektisch zu Werke geht, hat verloren. Jede noch so kleine Änderung will intensiv erfoscht werden. Aber, je länger man sich mit dem Teil beschäftigt, desto besser (und schneller) klappt es. Eine Fernbedienung wäre übrigens nicht schlecht, dann müsste man nicht jedesmal seine Hörposition verlassen, um etwas an den Reglern zu fummeln. Ausserdem sollte man den Ohren auch mal eine Pause gönnen, sonst kann es passieren, dass man etwas hört, was gar nicht da ist oder man das akustische Ergebnis überinterpretiert. Neben einer Fernbedienung ist ein zweites Paar Ohr anzuraten.

Bei mir hat es schlichtweg zwei Tage gedauert, bis ich einigermassen mit dem Ergebnis leben konnte. Und ehrlich - ich drehe heute noch ab und an. Je nach eingelegter CD.

Die Kirchenorgel aus zuvor besagtem Weihnachtslied präsentierte sich nun an der mit ATM aufgehübschten NuLine32 mit erheblich mehr Körper und war auch problemlos als Kirchenorgel zu identifizieren. Auch die Männerstimmen des »Oscar's Motet Choir« traten nun wesentlich stärker hervor und gaben dem Stück die nötige Tiefe. Mit wesentlich mehr Esprit präsentierte sich dadurch auch die Sopranistin. Schau an. Lecker, lecker.

Und wo wir schon bei gefühlsduseliger Musik sind, darf Katie Melua auch mal zeigen, was sie stimmlich auf der Pfanne hat. Also, ihr könnte mich ja Weichei nennen, aber bei dem Stück »If you were a sailboat« jagte es mir die Gänsehaut 'rauf und wieder 'runter. Wenn, ja wenn man die richtige Reglereinstellung gefunden hat. Obwohl die liebe Katie mit ihrem Stimmchen einfach keinen dreckigen Blues hinbekommt - da mag der auf Hammond-Orgel getrimmte Syntie jammern so viel er will - macht die Schmusemusik von Katie richtig Spass. Mit dem richtigen Sound und den richtigen Lautsprechern sogar noch mehr. Das besagte zweite Paar Ohren in Gestalt meiner Frau war auch hin und weg und über den Rest hülle ich mich lieber in Schweigen.

Gefühlsduselei hin, Action her. Lassen wir es krachen, schliesslich ist Sylvester. Wo sonst, als auf Sylvester kann man heute noch die verschiedensten Musiker live erleben als auf 3Sat? Mark Knopfler, Queen oder Genesis, ja das hatte was. Den Fernsehton hatten wir natürlich zurückgedreht und hörten über Röhre (feinstes PL519-Röhrenwatt) und die immer grösser werdenden NuLine32. Selbst die sporadisch vorbeischauenden Nachbarn waren sichtlich beeindruckt. Ich glaube, wir mussten zweimal allzu neugierigen Gasthörer davon abhalten, das Wohnzimmer auf den Kopf zu stellen, nur um den Subwoofer zu finden.




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Letzte Aktualisierung am 13.01.2008 - 12:01
 
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