Vor dem Zusammenbau hat der liebe Gott aber noch eine Hürde gesetzt: wie kriege ich all die grossen Kondensatoren zusammen mit der Verstärkerschaltung in das Gehäuse? Und das ganze noch möglichst sicher?
Für die menschlichen Platinenbestückungsautomaten stellt sich diese Hürde freilich nicht: Platine bestücken, verkabeln und langsam in das Chassis einbringen dann montieren und fertig.
Da ich aber Anhänger der Bruderschaft der Freiverdrahter bin, muss ich etwas Gehirnschmalz aufbringen und - ich gebe es zu - habe daran meine Freude. Platinenjunkies mögen das für masochistisch halten. Aber es ist halt eine der letzten Möglichkeiten, nicht zum Platinenbestücker degradiert zu werden, wobei ich nicht gesagt haben will, dass ich grunsätzlich ein Platinenverweigerer bin.
Die Keramik-Röhrenfassungen werden auf der Unterseite des Chassis montiert. Bei der Anbringen der Transformatoren sollte man sich vorher reichlich Muskelmasse antrainieren, denn wenn erst einmal zwei dieser Wickelpakete angebracht sind, wird es extrem unhandlich. Mit entsprechend langen M4 Innensechskant-Schrauben werden die Transformatoren schliesslich befestigt. Da diese Transformatoren hinterher unter einer Metallhaube verschwinden, erübrigen sich auch die Trafohauben. Nach reiflicher Überlegung und genauem Studium des Schaltplans, montierte ich noch ein kurzes Stück Lötleiste. Diese sollte später einige Netzteil-Bauelemente für die Vorstufe aufnehmen können. (Ich habe den Hang, das Netzteil nicht zentralisiert aufzubauen, sondern die jeweiligen Siebwiderstände und Kondensatoren in räumliche Nähe zu den jeweiligen Verbrauchern zu bringen).
Übrigens: an Anschlussterminals verwendete ich die Armaturen, die noch vorhanden waren. Diese sind also im Bausatz so nicht vorhanden. MFE liefert stattdessen CE-konforme Lautsprecher-Polklemmen und RCA-Buchsen.
Der Verstärker lag während des Aufbaus sicher auf den drei Transformatoren. Aufgrund des Gewichtes der Wickelpakete gab es auch kein kippeln oder wackeln. Nachdem die Verdrahtung für die Röhrenheizung gelegt worden war, wurde zum grössten Teil das Netzteil aufgebaut. Danach erfolgte die eigentliche Verstärkerbeschaltung und dann der Rest des Netzteils (meist Siebkondensatoren).
Da auf eine Netzteildrossel verzichtet wurde, sind die Siebkondensatoren entsprechend höher dimensioniert. Bei meinem Aufbau habe ich zusätzlich noch etwas mehr für die Kanaltrennung im Bereich der EL156 getan, weshalb sich der Einsatz von Kondensatoren glatt verdoppelte.
Das folgende Bild zeigt den Aufbau einer Vorabversion. Diese Schaltungsversion, welches hautsächlich Änderungen im Netzteil aufweist, wird von MFE so nicht mehr vertrieben!
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