RIAA Bausatz Röhrenvorverstärker - Tehl: Bausatz KT88-Röhrenverstärker, Röhrenendstufe mit Vierpunkt-Gegenkopplung (1)
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20.08.2008. - 18:37

Tehl: Bausatz KT88-Röhrenverstärker


Röhrenendstufe mit Vierpunkt-Gegenkopplung (1)

23.09.2007


KT88 Röhrenverstärker

Aufgrund der Diskussion im Forum erinnerte ich mich an einen KT88-Röhrenverstärker, der bei einem Bekannten »herumstand« und mich schon immer fasziniert hatte. Sowohl klanglich als auch schaltungstechnisch.

Im Gegensatz zu der Originalversion des Stan-White Röhrenverstärkers weist die Endstufe von Thomas Hartwig (THEL) eine vollkommen andere Röhrenbestückung auf: in der Vorstufe eines Monoblocks arbeiten zwei 6SN7GT-Röhren auf zwei, in Gegentaktmanier arbeitende, KT88. Damit lässt sich aus diesem Verstärker etwa 80 wunderschöne Röhren-Watt erzielen (Thel gibt »nur« 75W an - aber wer wird denn kleinlich sein?) - je nach gewünschter Betriebsart und an welcher Last die Verstärkermodule betrieben werden. Die Betriebsart der KT88-Röhren lässt sich auf der Platine umschalten: entweder Trioden- oder Pentodenmodus. Auch wenn die KT88 im leistungsschwächeren Triodenmodus arbeiten müssen, lassen sich an 4Ω-Lautsprecherlast immerhin noch etwa 45 Watt erzielen.

Keine Frage - 45, 75 oder gar mehr Watt braucht kein Mensch. Über ein Fussballfeld grosses Wohnzimmer verfügen nur die Wenigsten, um diese Leistung auszuspielen. Es sind aber die Leistungsreserven gegenüber herkömmliche 20 oder 35 Watter die sich deutlich bemerkbar machen, besonders wenn das Musikstück von Dynamik lebt. Wer schon einmal gehört hat, wie das Gitarrenspiel eines Mark Knopfler an einer gut abgestimmten, wattstarken, Audiokette klingen kann, der weiss was ich meine. Eintakter die nur unter Zwang zu einer maximalen Leistung von 5 Watt bereit sind, sind dagegen etwas für frauenverstehende Warmduscher.

Die mir zur Verfügung stehenden KT88-Monoblöcke von Thel entsprechen weitgehenst der Herstellerempfehlung, was Netzteil, Röhrenbestückung und Übertrager betrifft. Selbst die digitale Ruhestromanzeige darf nicht fehlen: wenn schon röhrentechnischer Stilbruch durch einen Rinkern-Übertrager betrieben wird, dann ist eine analoge Retro-Ruhestromnzeige fehl am Platze. Nicht nur für Ruhestromfestischten ist das ideal - es kommt diesem Schaltungskonzept sehr zugute. Damit aber die Augen den Ohren keine akustischen Diskrepanzen suggerieren, ist die Ruhestromanzeige unseres Verstärkers zuschaltbar gestaltet worden (extern schaltbar übrigens auch die Trioden-/ Pentodenbetriebsart). Ich jedenfalls konnte keinen Unterschied bei »34,5« oder »34,7« hören, obwohl es, optisch gesehen, ungemein stört.

Thel lieferte die Verstärkerplatinen bereits fertig bestückt und auf die jeweiligen Röhrenpaare abgeglichen. Sowohl Bauteile als auch Röhren, Röhrensockel und nicht zuletzt die Platine waren von sehr guter Qualität. Auch das Netzteil wurde bereits fertig montiert geliefert. Dem Kunden bleibt nur noch, alles in ein Chassis zu packen und richtig zu verdrahten. Die Ringkern-Übertrager stammen, so Thomas Hartwig von Thel, von keinem geringeren als Menno van der Veen. Nun gut, Ringkern als Netztrafo lasse ich mir ja noch gefallen, aber ich habe eine etwas zwiespältige Meinung zu Übertragern im Ringkern-Format.

Aufgrund der konzeptionellen neuen Beschaltung der Vorstufenröhren (beide 6SN7GT) bietet sich eine stabilisierte Stromversorgung an. Ein kurzer Test mit einer gleichhohen, unstabilisierten Stromversorgung offenbarte das Manko dieses Schaltungskonzeptes: irgendwann läuft da etwas, sowohl mess- als auch hörbar, völlig aus dem Ruder. Das könnte man zwar mit ein paar µF mehr etwas ausgleichen - die Kosten stehen aber hierbei in keiner Relation. Fette Elkos sind auch heute noch, gerade in der geforderten Spannungsfestigkeit, ein wichtiger Kostenfaktor.








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Letzte Aktualisierung am 24.09.2007 - 12:31
 
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