Aus dem Hause von Thomas Hartwig Elektronik (THEL) kommt ein neuer Phono-Vorverstärker in SRPP-Technik. SRPP? Neu? Und überhaupt: bei dem Wort SRPP zucken viele seit dem
SRPP-Artikel
leicht zusammen und es droht eine akut posttraumatische Belastungsstörung.
Bei den Vorverstärkern (sowohl Phono als auch die Line-Stufe) von THEL bestehen jedoch kaum Bedenken einer negativen Gesundheitsstörung. Aber - und das bleibt: man muss sich auf SRPP einlassen können. Und je mehr man sich mit dem Bausatz beschäftigt, desto mehr gewinnt man den Eindruck, das sich da jemand wirklich Gedanken gemacht hat.
Das Modul des Phono-Vorverstärkers mit passiver Entzerrung selber lässt sich äusserst exakt und sauber aufbauen und verlöten. Beste Voraussetzungen also für einen störungsfreien Betrieb. Wenn man jetzt aufgrund der vielen Bauelemente (für eine reine SRPP-Schaltung ungewöhnlich) und wegen der drei Röhren für ein Mono-Modul (noch ungewöhnlicher) stutzig wird, der dürfte wegen der zwei zusätzlichen Dreibeiner namens Transistor noch stutziger werden.
Doch der Reihe nach.
Die vielen Bauelemente erklären sich dadurch, dass zum einen das SRPP-Modul an (fast) jeden Rillenkratzer impedanzmässig angepasst werden kann, zum anderen ist das passive Entzerrernetzwerk äusserst genau dimensioniert. Im Bereich von 100Hz bis 20kHz erlaubt sich das Modul minimalste Ausreisser: ±0,1dB. Mit dem Einsatz von Standardwerten der Normreihe ist dies natürlich nicht zu erzielen.
Neben einer einstellbaren Verstärkung weist das SRPP-Modul noch einen sog. Subsonic-Filter auf, der tieffrequentes Rumpeln zuverlässig unterdrückt - ohne das Gesamtklangbild negativ zu beeinflussen. Dagegen verzichtet Thomas Hartwig von Thel auf jede erzieherische Massnahme zur Bändigung der SRPP-Eigenschaften: weit und breit ist nicht ein Hauch von Gegenkopplung erkennbar.
Für die Zuordnung der reichlich vorhandenen Widerstände empfiehlt sich ein Messgerät (Ohmmeter), denn nur allein anhand der Farbringe sind die Widerstände kaum zuzuordnen. Dabei darf man sich ruhig auf die Bestückungsliste verlassen: wenn ein Widerstand von 1,0kΩ gefordert ist, dann gibt es auch einen Widerstand mit 1,0kΩ und nicht etwa 1,3kΩ oder 0,9kΩ
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