Audio Note. Der Name hat einen Klang. Vor allem einen sehr teueren.
Dafür bekommt man aber auch etwas geboten. Nämlich hervorragend konstruierte und verarbeitete Geräte. Und den wahrhaftig gewordenen Traum von High-End.
Sollte man meinen und da gibt es auch nichts daran zu tippen. Und wehe man tut es trotzdem….
Solange der röhrenbestückte HighEnd-Verstärker das macht wofür er gedacht ist und kein Fehler auftritt, mag die o.g. Aussage stimmen. Was passiert aber, wenn es doch einmal zu einem Fehler kommt? Nun, dann ist es mit »hervorragend konstruierte und verarbeitete Geräte« nicht mehr allzuweit her.
Bei der P4 von Audio Note handelt es sich um eine Eintakt-Röhrenendstufe. Als Endröhren arbeiten zwei parallel geschaltete 300B wobei diese über je einen Spannungsstabilisator vom Schlage 7805 mit brummfreier Heizspannung versorgt werden. Eine Diode soll dabei den Stabilisator schützen. Und damit es den Dreibeinern nicht zu warm wird, sind diese an der inneren Rückwand des Chassis montiert.
Auch die Eingangs- und Treiberstufe sind mit parallel geschalteten Trioden bestückt. Die Endröhren arbeiten dabei in Class-A Betrieb.
Zur Erinnerung: in Class-A Betrieb arbeiten die Endröhren immer unter Volllast. Die Wärmeentwicklung ist entsprechend hoch. Der Verschleiss auch. Aber der Klang ist es, der faszinieren kann. Da nimmt man den Verschliess eben in Kauf.
Als ich den Verstärker zum ersten Mal in Augenschein nahm und mir die Endröhren ansah, bemerkte ich, dass wohl demnächst ein neuer Satz Endröhren fällig werden würde. Mit dem Preis (es handelt sich immerhin um vier 300B's) war der Besitzer aber nicht ganz so einverstanden und quälte die Röhren noch ungefähr ein Jahr lang weiter.
|