Single-Ended L'Audiophile 300B Legend, WE310A, WE 310A, Monoblöcke Reparatur und erste Schritte zurück, zum besseren Klang… (2)
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18.05.2012. - 02:37

L'Audiophile 300B Legend


Reparatur und erste Schritte zurück, zum besseren Klang… (2)

10.12.2010


Nach lösen von nur drei Schrauben offenbarte sich das Innenleben in ergreifender Schlichtheit. Kurze Sichtkontrolle. Nein, nichts ungewöhnliches zu entdecken. Keine angebrannten Widerstände (durchweg Carbon-Composit von Allen Bradley), keine aufgequollenen Kondensatoren (Fast Solen MKP und ein »bisschen« Elektrolyt) - nichts ungewöhnliches. Rein optisch also alles in bester Ordnung. Da die alten Carbon-Composit sich allerdings etwas merkwürdig verhalten können, erfolgen Widerstandsmessungen. Nein - alles im grünen Bereich. Dass der Franzose allerdings freiwillig Roederstein-Kondensatoren eingesetzt bekam, ist mehr als fragwürdig. Warum der Schutzleiter von der Schaltungsmasse genommen wurde, ebenfalls. Keine Frage - da war schon jemand drin…

Innenansicht Verstärker

Also, den Schaltplan, der bei Bonavolt herumgeistert, kann man eigentlich vergessen. In diesen Geräten geht es wesentlich spartanischer zu. Zumindest, was das Netzteil betrifft. Neu ist, dass die 300B mit Gleichspannung beheizt wird. In einer Varinate des Originals findet sich ein Gleichrichter und vielleicht 4700µF Siebkapazität. In diesen Verstärkern sind jedoch zweimal 10.000µF Elkos verbaut worden. Von wem auch immer - das war absolut richtig, denn 4700µF Siebkapazität ist für eine saubere - und vor allem stabile - Heizspannung viel zu wenig.

Na dann messen wir mal alle Spannungen durch. Ist ja nicht viel und so zeigte sich sehr schnell, dass etwas an der gleichgerichteten 300B-Heizspannung nicht stimmt. Der Sollwert von 7V Gleichspannung (im Leerlauf) wurde bei weitem nicht erreicht, obwohl wechselspannungsseitig alles in Ordnung war. Neben Gleichrichter (defekte Diodenstrecke) wurden auch die beiden 10.000µF-Kondensatoren (sahen gesund aus, waren es aber nicht mehr) ersetzt. Voila: 7V im Leerlauf, mit gesteckter 300B sture 5V. Fünf Volt - nicht mehr und nicht weniger. Ein zusätzlicher 10µF MKP verbesserte die ganze Sache schliesslich noch einmal gravierend.

Eigentlich wäre damit meine Aufgabe erfüllt gewesen. Da brummt nix. Weder im Trafo, noch aus den Lautsprechern. Man kann sich nun vorzüglich darüber streiten, ob es sinnvoll ist, 400V-MKP's zu verbauen, wenn tatsächlich nur maximal 150V anliegen. Jaja, ich weiss: Einmal sind Kondensatoren in der Spannungsfestigkeit unterdimensioniert und ein anderesmal überdimensioniert. Der frihu hat ja immer was zu meckern. Mensch, ich mecker doch gar nicht, ich wollte damit nur zum Ausdruck bringen, dass das doch arg… Ach lassen wir das.

Mit potenten Kapazitäten geizen die Franzosen ebenfalls nicht. 100 Mikrofarad (!) nach der Gleichrichterröhre, dann kommt eine Drossel und dann nochmals eine dicke Siebkapazität. Mon dieu, das ist wie der Sturm auf die Bastille. Jede noch so kleine Restwelligkeit wird radikal und gnadenlos auf Linie gestutzt. OK, lassen wir das erst einmal so stehen und wenden uns einmal - rein interessenhalber - anderen Orten zu.

WE310

Im Kathodenkreis der WE 310A findet sich doch tatsächlich noch ein 330µF-Tantalelko. Genau, Tantal. Dass der die Zeit solange überlebt hat…? Die Dinger, die vor 20, 30 Jahren so hipp waren, dass man sie unbedingt verbauen musste, wenn man nicht als total rückständig gelten wollte. Tantal. Genau diese Dinger, die nicht den Hauch von Wechselspannung vetragen und auch bei Ripplestrom (Wechselstrom, die dem Gleichstrom überlagert ist) höchst allergisch reagieren. Raus damit. Bloss raus damit und durch einen guten (!) Elko (!!) mit geringerer (!!!) Kapazität ersetzt (wie gesagt, überall viel Farad). Übrigens: Das Poti ist ebenfalls nachgerüstet worden und wurde ebenfalls ersetzt!

Der 300B-Kathodenkreis ist mit dem üblichen 880Ω-Widerstand bestückt, dazu parallel ein 50µF MKP (400V selbstverständlich). Das ist hier, kapazitätsmässig, sehr mager, ein zusätzlicher Elko (Jawoll! Elko! Und nichts anderes.) verhilft zur Aufwertung und das klanglich die Sonne aufgeht. Das betagte und damit störanfällige Symmetrierpoti wird durch entsprechende engtolerierte Symmetrier-Festwiderstände (Draht, induktionsarm) ersetzt. Also wirklich - ein Symmetrierpoti macht bei Wechselspannung Sinn, aber bei Gleichspannung?



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Letzte Aktualisierung am 11.12.2010 - 10:52
 
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