Röhrenverstärker von Braun Braun CSV-13, EL34, EL500, EL504 Röhrenverstärker-Comeback Made in Germany (1)
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05.02.2012. - 03:50

Braun CSV-13


Röhrenverstärker-Comeback Made in Germany (1)

01.03.2006


Braun CSV13 Röhrenverstärker

Keine Ahnung warum und weshalb jetzt eine Hype um den Braun CSV 13 ausgebrochen ist, aber scheinbar ist es mit Braun wie mit dem russischen Priboj-Verstärker der auch eine Zeitlang für kleines Geld bei eBay »geschossen« werden konnte und den man, mit Geduld und Spucke, sowohl optisch als auch technisch »aufhübschen« kann bzw. konnte.

Oder ist es die Retro-Liebe (Röhre und DIN-Buchse) die zu dieser Hype führt?

Das vom technischen Gesichtspunkt der CSV-13 nun wahrlich kein Überflieger ist, ist der Zeit zuzuschreiben in der er auf den Markt kam: 1961/1962! Also mitten in der Röhren-Hochzeit als es auch die ersten bezahlbaren Hochkapazitiven Elektrolyt- kondensatoren und Halbleitergleichrichter aus Selen gab. Wobei Hochkapazitiv relativ ist. Zu dieser Zeit waren z.B. 100µF Siebkapazität im Netzteil doch recht aussergewöhnlich. Und auch Silizium-Brückengleichrichter waren noch längst nicht Stand der Dinge.

Es war das Design, welches die aufkommende upperclass (vornehmlich Freiberufler wie Ärzte, Architekten oder Innenausstatter) zu diesem Gerät greifen liess. Bloss weg vom muffeligen, braunen und klobigen Holzgehäuse. Geräte von Braun waren hell, schlicht und übersichtlich. Wer mit einem Braun HiFi hörte (oder sah), der war en vogue. Und diese Einstellung hielt sich übrigens bis Mitte der 70er-Jahre des vorigen Jahrhunderts.

Doch bei aller Design-Schönheit - gerade die ersten Geräte, zu denen auch der CSV-13 gehörte, waren technisch alles andere als ausgereift und geradezu Billig hergestellt. Das man bei dem CSV-13 auch elegant am Markt vorbei produzierte (Stichwort Entzerrer- kennlinie für TA = Tonabnehmer) sei nur am Rande erwähnt. An einem hauseigenem Plattenspieler (natürlich Braun) allerdings funktionierte die Technik tadellos. Aber wehe, man schloss ein artfremdes Gerät an, dann konnte es zu Disharmonien kommen. Dies äussert sich in der Praxis, dass man über einen Braun CSV-13 keine normale Schallplatte nach RIAA abspielen kann.

Wie dem auch sei. Heute einen Braun-Röhrenvollverstärker betreiben zu wollen ohne eine entsprechende (tolerante) Haftpflichtversicherung abgeschlossen zu haben, ist äussert Risikoreich. Für Hardcore-Braun-Liebhaber gehört ein Feuerlöscher zum HiFi-Equipment einfach dazu. Und das bestimmt nicht wegen des Klanges. Während im CSV-13er-Modell die Gefahr der Spannungsüberschläge im Ausgangsübertrager lauerte, war es im 60er-Modell ganz einfach die Brandgefahr. Röhren betreibt man eben nicht in geschlossene Gehäuse, weshalb spätere Modelle Lüftungsschlitze aufwiesen. Auch bei Braun kam die Erkenntnis, dass Sicherheit vor Design gehen sollte.

Nun denn. Design hin, Technik her. Wer sich seinen Braun-Röhrenverstärker nicht in die Vitrine stellt sondern ihn auch nutzen will, der kommt um ein paar Umbauten nicht drumherum. Ich habe versucht, mehrere Wege aufzuzeigen die man gehen kann. Nicht alle sind der Weisheit letzter Schluss. Wenn ich also irgendwo falsch gelegen haben sollte, dann bitte ich um einen Korrekturhinweis im Forum.

Über eines sollte man sich im klaren sein: mit diesem Röhrenverstärker wird kein HiFi oder gar HighEnd nach heutigen Massstäben erreicht werden. Und trotz aller Umbauten und Modifikationen: das technische Flair der 60er-Jahre sollte erhalten bleiben. Wer das alles nicht will, soll sich den Braun eben in die Vitrine stellen. Schon alleine aus versicherungstechnischen Gründen.

Mit Bildmaterial, technische- und Hintergrund-Informationen haben mich hierbei unterstützt: das Radiomuseum, Radiodesign und last but not least: Welter-Electronic, der für den Braun-CSV13 neue Übertrager anbietet.



Bitte das update auf der letzten Seite beachten!



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Letzte Aktualisierung am 10.05.2007 - 10:07
 
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