Das für grossartige Umbauten oder Zusätze eigentlich kein Platz ist, zeigt die Innenansicht. Links die beiden Übertrager, rechts der Netztrafo. Hinten, in wunderschönen Falschfarben, die vier EL84 und vorne der Rest. Allerdings ist es der Rest, der einen zusetzen kann. Auch ich habe mich zunächst von den vielen Tricksereien, Kondensatörchen und Schalterchen irritieren lassen. Typisch für Braun: einen Mehrfach-Drehschalter so zu beschalten, dass sich der Fachmann wundert und der Laie staunt.
Den Leistungskatalog entnehmen wir dem u.g. PDF-File, damit wir hier das nicht noch einmal wiederholen müssen und kommen direkt zur Sache.
Entgegen der ersten Annahme, dass man es mit einem zweistufigen Phonoverstärker zu tun hat, entpuppt sich dieser Bereich als einstufig. Die zweite Stufe wird auch für andere NF-Eingänge mitbenutzt. Die Eingangsimpedanz von 33kΩ stellt für heutige Rillenkratzer auch ein Anpassungsproblem dar. Das passive Entzerrerglied ist zwar brauchbar aber nicht nach RIAA dimensioniert! Damit die Phonovorstufe auch mit modernen Plattenspielern einigermassen vernünftig zusammenarbeitet, sind einige Anpassungen notwendig. Das Entzerrernetzwerk kann muss komplett saniert und der Stufe noch einen zusätzlichen kleinen Siebelko (direkt am Anodenwiderstand des Röhrensystems) verpasst werden. Welcher Plan der neuere ist, dürfte nicht schwer zu erraten sein.
Im Grunde sind nur zwei neue Bauteile hinzugekommen, der Rest ist die Beibehaltung der bisherigen Schaltung jedoch mit anderen Bauteilwerten. Im allgemeinen kommt man mit der Eingangsbeschaltung von 47kΩ und 47pF gut aus. Die untere Grenzfrequenz wurde - man bedenke, dass es sich um Phono handelt - auf knapp 16Hz (herauf-) gelegt. Der gegen Masse geschaltete 100kΩ-Widerstand (nach dem 100nF-Koppelkondensator) kann meiner Meinung nach auch entfallen.
Neues Schaltbild, inkl. Referenz zur Ursprungsschaltung am Ende der Seite.
Wem diese Umgestaltung nicht behagt, der belässt die Schaltung so wie sie ist, ändert aber den Gitterwiderstand von 33kΩ auf 47kΩ (setzt evtl. noch den 47pF-Kondensator ein) und den 2,2MΩ-Widerstand (R104 bzw. R204) auf 1MΩ. C4 ist dann auf 47µF zu erhöhen.
Warum diese Umbaumasnahmen? Das Original-Entzerrernetzwerk des Braun ist nach CCIR dimensioniert und nicht nach RIAA! Diese beiden Normen sind zwar ähnlich, bei CCIR kommt jedoch noch eine vierte Zeitkonstante hinzu (Τ4: 7950 Mikro-Sekunden). Um also die Schneidkennlinien von RIAA-Schallplatten korrekt zu entzerren, ist auf jedenfall eine Anpassung des Entzerrernetzwerks erforderlich.
Schaltpläne und Unterlagen:
Leistungskatalog des CSV-13 (ca. 550kB)
Phonostufe des Braun (ca. 90kB)
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