Gleichrichter Selen Silizium Röhrenverstärker von Braun Braun CSV-13, Das Netzteil: ein Fall für eine Totalsanierung (4)
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20.08.2008. - 18:39

Braun CSV-13


Das Netzteil: ein Fall für eine Totalsanierung (4)

01.03.2006


Von unten gesehen: der Braun CSV13

Die Modifikationen im Netzteil sind nicht ganz so einfach, wie zuerst angenommen. Nach Angaben aus den Service-Unterlagen werden Selen-Gleichrichter eingesetzt, die früher als High-Tech galten, aber nicht sonderlich effektiv waren. Ausserdem neigen Selen- Gleichrichter irgendwann zur Abgabe von Rauchzeichen (deswegen heissen sie ja auch Selen-»Gleich-riecht-er«). Ersatz ist nur schwerlich zu bekommen. Da bietet es sich an, diese Gleichrichter sofort komplett auf Silizium umzustellen (und damit auch die Versicherung zu beruhigen).

Ein anderes Manko betrifft die heutige Netzspannung, die ja bekanntlich um satte 10V erhöht wurde. Also, von 220V auf 230V. Theoretisch jedenfalls. Gott sei Dank bietet der Braun ja eine Umstellungsmöglichkeit, die man natürlich auch nutzen sollte. Also flugs auf 240V Netzspannung eingestellt, falls das noch nicht geschehen sein sollte.

Und noch ein Manko tut sich auf: alle Spannungsangaben im Original-Schaltplan darf man getrost vergessen, denn diese Vorgabe wird definitiv nicht eingehalten (und man auch nicht mit Toleranzen erklären kann). Das heisst, die Röhren werden z.T. stark unterheizt, was sich besonders für den RIAA-Vorverstärker schädlich auswirkt und auch die Versorgungsspannung wird nicht erreicht: direkt an C1 waren anstatt 320V nur 280V zu messen (das ist dann doch etwas zu happig).

Also, 240V eingestellt, den Selen-Gleichrichter sachgerecht entsorgt, einen Silizium- Gleichrichter eingesetzt und mit 220µF gesiebt - das sollte in etwa 340V Leerlauf- spannung ergeben. Unter Last sollten sich später, mit den neuen Übertrager von Welter-Electronic, etwa 320V messen lassen. Soweit erst einmal - so gut.

Nach der Anpassung sollte sich eine gleichgerichtete Heizspannung über 12,6V einstellen. Der Widerstand R7 wird nun soweit erhöht (z.B. 33Ω/10W), dass sich tatsächlich etwa 12,6V (unter Last) messen lassen. Wenn es gar nicht geht, dann schaltet man zu dem 33Ω-Widerstand noch zwei 150Ω-Widerstände parallel. Der Einsatz von Halbleiter mag hier verführerisch sein, kann aber zu (Brumm-) Problemen führen, besitzt jedoch den Vorteil, dass diese Siebwirkung sich nicht auf die negative Vorspannung auswirkt. Trennt man den Abgriff für die negative Vorspannung vom Heizkreis mittels Diode ab, dann können auch entsprechend dimensionierte Zenerdioden zur 12,6V-Stabilisierung eingesetzt werden. Der Stromkreis für die 6,3V Heizspannungsversorgung hingegen ist nicht ganz so kritisch. Unter 6V sollte die Spannung trotzdem nicht einbrechen. Ansonsten sollten Sie einmal mit Ihrem Energieversorger reden.

Ausgehend vom Originalplan ist C1 also mit 220µF zu dimensionieren. Diesem Kondensator kann noch ein 100nF-Folienkondensator und ein Entladewiderstand von etwa 150kΩ parallel geschaltet werden. Wenn nun statt der geforderten 320V (an C1) sich tatsächlich 340V oder 350V einstellen, ist das kein Beinbruch. Die neuen Übertrager (bzw. die Beschaltung) von Welter berücksichtigen dies, wenn nicht, helfen entsprechende kanalgetrennte Siebwiderstände (47Ω/10W) mit anschliessender Siebkapazitäten (100µF) weiter. Dann sollte aber C1 bei 100µF bleiben (inkl. 100nF-Kondensator und Entlade- widerstand). Sowohl kanalgetrennter Sieb-Widerstand als auch Kondensator sind so dicht am Übertrager anzubringen, wie möglich. Der erhöhte Aufwand wird, so nebenbei, mit einer etwas besseren Kanaltrennung belohnt. C3 kann theoretisch bei 100µF belassen werden. Wird an dieser Stelle jedoch die Spannung für den zweistufigen Phono-Entzerrer abgegriffen, sollte der Abgriff über einen 22Ω/5W-Widerstand erfolgen (natürlich mit einem nachgeschalteten 47µF-Siebkondensator). Der Rest (so denn noch was übrig ist) bleibt.



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Letzte Aktualisierung am 15.03.2007 - 15:10
 
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