Am Gleichrichter 2 (Gl.2) der sowohl die negative Vorspannung für die EL84 als auch die gleichgerichtete Spannungsversorgung für die Vorstufenröhren bereit stellt, scheiden sich die Geister. Rein rechnerisch reicht die Siebwirkung vollkommen aus. Trotz aller Rechnerei würde ich C8 mit mindestens 4700µF dimensionieren. Den Stromkreis für die negative Vorspannung sollte man dann nochmals aufbauen und diese mit einem regelbaren Spannungsteiler ausstatten. Hohe Siebkapazitäten sind dann nicht mehr erforderlich. Eventuell zu hohe Vorspannung können dann an einem Punkt auf gefordertes Niveau gebracht werden.
Nicht betrachtet wurde bisher der Brumm, der über alles schwebt und sich garantiert verstärkt, wenn ein anderes geerdetes Gerät angeschlossen wird. Zur Abhilfe entfernen wir die direkte Chassis-Massekopplung am (alten) Gleichrichter und verbinden das Chassis direkt mit dem Erdungsanschluss des Netzkabels. Die Schaltungsmasse wird über einen 100Ω-Widerstand an diesem Erdungsanschluss verbunden. Es sollte dabei nochmals kontrolliert werden, ob das Chassis nicht doch als Massebahn gedient hat. Massedrähtchen sind durch Draht grösseren Querschnitts zu ersetzen.
Alles in allem also eine Netzteil-Totalsanierung, sonst schimpft man evtl. über miserable Klangqualität, deren Ursache letztendlich »nur« im Netzteil zu suchen ist.
Kommen wir nun zum interessanten Teil des Baun-Verstärkers. Ein Blick in das Original-Schaltbild verwirrt zunächst einmal. Doch wenn man das ganze mit viel Geduld aufdröselt, dann wird uns klar, das es sich um einen sog. Höhen- oder Rauschfilter (Rumpelfilter) handelt, welcher jedoch nur für Phono geschaltet wird und auch nur dort wirkt. Am Eingangswahlschalter an der Front findet sich entsprechend Phono-1 bis Phono-4.
Je nach Stellung von »Sch. 2/VI« arbeitet das Filternetzwerk bei unterschiedlichen Frequenzen, jedoch mit immer der gleichen Intensität: nämlich mit 10dB Abschwächung.
Schalterstellung 1: kein Filter aktiv
Schalterstellung 2: ab 5kHz
Schalterstellung 3: ab 7kHz
Schalterstellung 4: ab 10kHz
Das von der Vorstufe kommende Signal gelangt hierbei auf R110 (R210). Und je nach Schalterstellung erfährt das Signal nun eine mehr oder minder starke Beeinflussung. Damit das deutlich wird, hier die Auflösung:
Eigentlich ganz simpel, oder? Wer den Filter gänzlich unwirksam machen möchte, trennt die Verbindungen und überbrückt den Widerstand nebst Spule. Das hat allerdings zur Folge, dass der Eingangswahlschalter an der Front auch teilweise ohne Funktion ist - und das erklären Sie einmal einen Sammler…
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