Röhrenverstärker von Braun Braun CSV-13, Gehörrichtige Klangkorrektur: Loudness & Klangreglung (6)
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20.08.2008. - 18:38

Braun CSV-13


Gehörrichtige Klangkorrektur: Loudness & Klangreglung (6)

01.03.2006


Für eingefleischte HighEnd-ianer ist die Beschaltung am Lautstärkepoti absolut verboten und gilt generell als böse. Doch wen interessiert die Meinung der HighEnd-ianer, wenn man hier ein Gerät vor sich hat, was den Sammlern die Tränen in die Augen treibt?

OK, solange das Lautstärke-Poti mit Mittenanzapfung(!) noch funktioniert, kann man es ja weiterverwenden. Aber spätestens nach der zehnten Kontaktspray-Reinigung sollte man sich langsam Gedanken um Ersatz machen - so denn noch solche Potis angeboten werden! Die folgende Schaltung (aus High-End Röhrenschaltungen) übernimmt diese Aufgabe.

Loudness-Schaltung
Loudness-Ersatzschaltung

Ein ähnliches Poti findet sich auch in der Klangregelstufe zur Einstellung der Bässe. Bei Ersatz der Potis können diese durch ein normales Poti gleichen Wertes ersetzt werden. Der Balancesteller kann durch einen 50kΩ-Stereopoti ersetzt werden. Der Gitterwiderstand R302 (R402) ist dann ggf. auf 1MΩ zu erhöhen. C111 (C211) sollte mit 220nF, C119 (C219), C121 (C221), C301 (C401) und C304 (C404) mit 100nF dimensioniert werden.

Mit Schalter 6 kann die Klangreglestufe »gekuppelt« werden. Was immer das heissen mag. Diesen Schalter sollte man als Stereoliebhaber doch besser deaktivieren (was sich bei Einsatz neuer Stereo-Potis sowieso erledigt).

Die Gegenkopplung, bestehend aus R306 (R406) und C303 (C403), kann wie folgt geändert werden: entweder man setzt einen Festwiderstand von etwa 15kΩ bis 22kΩ ein oder man gestaltet die Gegenkopplung von vorneherein variabel. Die Anpassung auf neue Übertrager oder Lautsprecher ist dann ein Kinderspiel (Bitte die Hinweise von Herrn Welter beachten). Die Einstellung erfolgt derart, dass die Gegenkopplung gerade eben noch wirkt. Näheres dazu in meinem Buch »High-End Röhrenschaltungen«. Allgemein gilt, dass die Gegenkopplung hier viel zu straff eingeschliffen wird, um eine möglichst grosse Bandbreite zu erzielen. Dadurch wird der Verstärker aber auch instabil. Den parallel geschalteten Gegenkopplungs-Kondensator würde ich erst einmal nicht einsetzen und wenn, dann nur mit einem seriell geschaltetem Trimmpoti (etwa 50kΩ), um die Wirkung besser kontrollieren zu können. Es lohnt sich, hier etwas mehr Zeit aufzubringen und ausgiebig zu hören, denn mit mathematischen Formeln allein kommt man nicht weiter.

Wichtig: An den EL84-Endröhren können sich noch kleine Kondensatoren befinden, die nicht im Plan eingezeichnet wurden. Diese sind natürlich gnadenlos zu entfernen und hatten nur die Aufgabe, den instabilen Verstärker, hervorgerufen durch die zu straffe Gegenkopplung, wieder zu stabilisieren. In dem Modell, was zur Verfügung stand, befand sich ein dieser Kondensator am Gitter der Röhre 8 und 10.

Das war es eigentlich. Viel Spass beim tunen und »aufhübschen«. Ein spezieller Dank sollte aber an Günter Welter gehen, der sich die Mühe macht, einen adäquaten Übertrager herzustellen, der auch heutigen Sicherheitsanforderungen genügt. Neuere Erkenntnisse werden hier auf jedenfall einfliessen.

Und noch etwas: was für den CSV13 gilt, gilt sinngemäss auch für den CSV60. Zumindest was den Vorverstärker und die diversen Filterchen angeht. Eine Besprechung der eigentlichen Endstufe folgt an anderer Stelle, da nicht Braun-typisch!
Siehe: Braun CSV60

update 10. Mai 2007

Wie ich erfahren habe, sollte beim CSV13 (CSV60) geprüft werden, ob überhaupt eine Schutzleiterverbindung (Erde) vorhanden ist. Ein vorhandener geräteseitiger Anschluss ist also kein Garant, dass auch tatsächlich schutztgeerdet wird! Gegebenenfalls muss also auch noch der Schutzleiter nachgerüstet werden.



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Letzte Aktualisierung am 10.05.2007 - 10:08
 
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