Die Platinen beider Verstärker waren dermassen mit Siff (Nikotin, Fett, Lötfett, Dreck) überzogen, dass man nicht vernünftig arbeiten konnte. Also mussten zunächst die Platinen gereinigt werden. Mit einer einfachen Platinenwäsche kam man jedoch nicht sehr weit. Hier musste Isopropyl-Alkohol ran und spezieller Leiterbahnen-Reiniger von Kontakt-Chemie. Mutters Spülbürste für die hartnäckigen Verkrustungen war auch sehr hilfreich.
Nachdem die Platinen chemisch gereinigt wurden und nun langsam austrocknen, hier das Bild mit einer kleinen Auswahl der ursprünglichen Röhrenbestückung, kunstvoll arrangiert mit einigen defekten oder nicht mehr betriebssicheren Bauteilen.
Gleich nach der ersten Sichtung hatte ich das Gefühl, Beispiele der gesamten historischen EL34-Röhrenproduktion vorgesetzt zu bekommen. Natürlich wurden diese allesamt (egal ob defekt oder noch funktionstüchtig) durch neuere Röhren ersetzt, diesmal aber, wie von Experience empfohlen, durch E34L (Langlebe-Röhre der EL34), denn die normalen EL34 werden in dieser PPP-Variante bis an die Grenze ihrer zulässigen Belastbarkeit betrieben (der Verschleiss ist entsprechend hoch).
Also wenden wir uns der eigentlichen Reparatur zu. In beiden Monoblöcken wurden die Widerstände geprüft und ggf. ersetzt. Auch die MKS-Kondensatoren wurden durch hochwertige und vor allem spannungsfestere MKP-Typen ersetzt. Alle(!) Lötverbindungen wurden komplett vom Dachdeckerlot entfernt (da blieb leider die eine oder andere Leiterbahn auf der Strecke) und es wurde neu nachgelötet.
Unvermeidlich: die Reinigungsspuren
Die Lötöse ist verschwunden und ein separater Massedraht wurde zur Vorstufe geführt (so wie übrigens auch auf der Platine eingezeichnet). Die Zenerdioden befinden sich nun auf der Unterseite der Platine - gebrückt nun auch mit einem KP-Kondensator. Zu den Reinigungsspuren: diese sehen auf dem Photo schlimmer aus, als sie tatsächlich sind!
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