Sucht man in diversen Archiven nach dem Begriff Priboj (Alternativ aber falsch »Priboy« oder »Priboi«) ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass über 100 Treffer angezeigt werden, was beweist, dass hier wohl echter Informations-Bedarf besteht. Grund genug also, sich einmal näher mit diesem Verstärker zu beschäftigen.
Zunächst gilt es, sich mit den Eigenarten der russischen Schreibweise (kyrillisch) auseinander zu setzen. Wie auch in der europäischen Röhrenkodierung kennzeichnet die russische Kodierung die Art und den Verwendungszweck einer Röhre. Die russische Kodierung kann dabei bis zu 5 Elemente umfassen, wobei uns das erste Element (Zahl oder Buchstabenkombination) uns hier nicht interessiert.
Fangen wir daher mit dem zweiten Element an:
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Diode |
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Doppel-Diode (Duodiode) |
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Triode |
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Doppel-Triode (Duotriode) |
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Triode mit einer / zwei Diode(n) |
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Hochverstärkende Eingangs-Pentode |
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Leistungs-Pentode oder Beam-Power-Tetrode |
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Pentode mit einer/zwei Diode |
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Magisches Auge |
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Triode - Pentode |
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Triode - Heptode |
| Als viertes(!) Element interessiert noch: |
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(leer) Metallröhre |
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Glaskolben |
| Ein nachfolgendes E steht für Langlebe-Version und ein B steht für eine besonders enge mechanische Toleranz. Beide Buchstaben können für sich alleine oder in Kombination vorkommen. |
Wenn man den unterschiedlichen Ausführungen im Netz glauben darf, dann werden einige russische Röhren mit europäischen Bezeichnungen umgelabelt. Eine 6N1P wäre demnach eine ECC81 oder 6DJ8, eine 6N2P eine ECC83 und eine 6N23P eine E88CC bzw. 6922.
Mehrere Blicke in den Datenblättern zeigen jedoch teilweise Unterschiede. Oft sogar sehr gravierende. Selbst in den Vergleichlisten (unter anderem Beiers »grossen Röhren- taschenbuch« als Reprint aus dem Franzis-Verlag) werden Ersatz-Typen genannt, die ebenso falsch sind. Man kann zwar übergangsweise die Eine oder andere Röhre einsetzen - optimal ist das dann jedoch nicht. Teilweise sind mehr oder minder grössere Umbauten erforderlich. Siehe auch Datenblätter von Frank Philipse. Bei der Datensuche ist besonders bei den russsischen Röhren jedes Detail wichtig.
Ich nenne die Seiten von Frank Philipse deshalb, weil sie sehr gut eruiert sind. Ich habe jedenfalls keinen Fehler finden können.
Ob ich hier jedoch absolut richtig liege, vermag ich nicht zu sagen. Lutz Gummlich hatte diesen Beitrag mehrfach redigiert. Seine Vorschläge, Ideen und Anregungen sind mit eingeflossen. Sollte es also trotzdem irgendwo einen Fehler geben, dann bitte ich um Nachsicht und Nachricht.
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