Priboj, Priboi, Priboy Röhrenverstärker-Reparatur, EF86, 6N1P, ECC88, E88CC, PCC88 - Priboj Röhrenverstärker-Reparatur, Die richtige Röhre für den richtigen Zweck (3)
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20.08.2008. - 18:33

Priboj Röhrenverstärker-Reparatur


Die richtige Röhre für den richtigen Zweck (3)

20.10.2005


Das Schaltbild an sich erinnert zunächst an eine alte Maplin-Schaltung, lediglich angepasst auf russische Röhrentypen. Ein Vergleich der Eingangsstufen scheint diese Vermutung zu bestätigen. Unten links die Maplin-Eingangsstufe, rechts die Eingangsstufe des Priboj. Den Schaltplan gibt es übrigens im download-Bereich auch in einer höheren Auflösung.

Eingangsstufe von Maplin und Proboj
links: Eingangsstufe Maplin || rechts: Eingangsstufe Priboj

Beim Priboj wird die Eingangsstufe rund um die russische Röhre (in unserer Schreibweise übrigens 6J32P) gebildet. Eine direkte und vor allem datenkompatible Vergleichstype für diese Röhre existiert jedoch nicht. Einzig die EF86 kommt den Spezifikationen der russischen Röhre sehr nahe.

Vergleicht man die elektrischen Daten beider Röhren, so darf man es auf einen »wagemutigen« Röhrentausch ankommen lassen. Viel passieren kann nicht! Die Unterschiede zwischen den beiden Eingangsröhren (Pentoden) sind eher marginal. Hier ist evtl. eine leichte Anpassung nötig, wenn die Verstärkung, bedingt durch den niedrigeren Schirmgitterstrom der EF86, zu hoch ausfallen sollte.

Die Eingangsstufe stellt also nicht das Problem dar. Problematisch wird es aber in der Treiber- bzw. Phasenumkehrstufe. Denn die dort eingesetzte Röhre ist zu nichts und niemanden kompatibel! Die Angabe der Ersatztype 6S4 in Beier's Röhrentaschenbuch ist falsch. Bei einem Röhrendefekt sieht man sich auch mit der geringfügigen Schwierigkeit konfrontiert, dass diese Röhre kaum noch erhältlich ist.

Treiber und Phasenumkehr im Priboj

Dabei kann die 6H6 schon recht ordentlich arbeiten, wenn man sie denn auch liesse. In dieser Schaltungsumgebung darf sie jedoch nicht und ist hier unterfordert. Hier sollte man auch einmal die Kennlinien beachten. Wenn aber sowieso eine Modifikation stattfinden soll, dann bietet es sich an, eine gängige Röhrentype einzusetzen.

Hier drängt sich, vor allem wegen der Pin-Kompatibilität, eine ECC88 (oder E88CC) auf. Weiterer Vorteil: diese Röhre liefert eine noch höhere Verstärkung. Also 33-fach statt »nur« 20-fach wie die Originaltype. Auch eine 6N1P (geringere Steilheit) kann in Betracht gezogen werden. Welche Röhre letztendlich eingesetzt wird, bestimmen aber die Leistungsröhren. Hier sollte man sich vorher informieren (Verfügbarkeit, Preis). Die Voraussetzungen (Ua, Pin-kompatibel) für eine sinnvolle Modifikation sind hier sehr günstig. Auch eine 12BH7 ist als Ersatz denkbar.

Als Treiber für die Endröhren dient hier das erste Triodensystem. Das zweite System hat lediglich die Aufgabe, das Signal phasengesplittet den Endröhren zur Verfügung zu stellen. Die Verstärkung liegt hier bei ungefähr Eins. Wichtiges Detail am Rande: das Gitter des zweiten Triodensystems (Phasenumkehr) ist direkt am ersten Triodensystem angekoppelt, also ohne Kondensator!

Treiber mit 6N1P-Röhre
Gleiche Schaltung, nur andere Röhre



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Letzte Aktualisierung am 21.06.2007 - 17:20
 
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