Etwas Feintuning ist trotzdem nötig. Die etwas zu brutalen Höhen können schon etwas nerven. Aber schon der olle Williamson wusste, wie man solchen überschäumenden Höhen begegnen kann.
Dazu musste der Eingangsbereich »erweitert« werden: neben einer drastischen Senkung der Eingangimpedanz sorgt ein Kondensator für gleichspannungsmässige Entkopplung. Angenehmer Nebeneffekt: es gelangt nun auch keine, wie auch immer geartete, Gleichspannung mehr zum Gitter der Eingangs-Röhre (12At7, ECC81) welche sich im Lautsprecher als Knackser bemerkbar machten (diese Gleichspannungsanteile können z.B. entstehen, wenn im Vorverstärker auf eine andere Signalquelle umgeschaltet wird). Bedingt durch die Impedanz-Senkung und der kapazitiven Entkopplung konnte die Verstärkereigenschaft noch einmal deutlich zulegen. Ein(!) zusätzlicher Gridstopper sorgt dafür, dass der Verstärker nicht in die Versuchung kommt, oberhalb von 20kHz Unfug zu treiben, denn dazu neigen die AV25 - besonders dann, wenn »komische« (obertonreiche) Hoch- und Mitteltonsignale lautstark verstärkt werden sollen, wie sie z.B. durch Cello, Geige oder Orgel produziert werden.
Ein dezentes, RC-Korrekturglied (Boucherot-Glied), im Eingangsbereich (ein Zaubermittelchen aus Williamsons Medizinmann Discount) sorgt nun für eine entsprechende eine Dämpfung der Höhen ohne diese allzu sehr einzuengen. Eine lokale Gegenkopplung also, die punktgenau dort wirkt, wo sie auch wirken soll. Hier könnte man das Korrekturglied auch wesentlich straffer gestalten, um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein - aber damit wären wir ja wieder am Anfang. Ich verlasse mich auf meine Ohren und beschliesse, dass es so gut sein soll und beende damit das Abenteuer das RC-Glied in homoöpathischen Schritten noch weiter zu optimieren bis man irre geworden ist.
Ein weiteres linearisierendes Filter (Zobelglied) befindet sich am Lautsprecherausgang und sorgt in dieser Diemnsionierung erstens für einen etwas seidigeren Klang und zweitens für einen reellen Abschluss sprich, Leerlauffestigkeit - d.h. es darf nun auch ruhig mal - kurzzeitig - das Lautsprecherkabel »abfallen«…
Thats it! Klangtechnisch ist nun alles gemacht, was zu machen ist. Vor mir stehen zwei Monoblöcke (genauer vier) die nun ihre maximalen 25 Watt je Endstufe sehr gut und nachhaltig darstellen können. Abgrundtiefe Bässe gibt es zwar immer noch nicht, es reicht aber trotzdem aus, um die Sau herauszulassen und das der Nachbar gegen die Wände klopft, wenn Metallicas »Turn the Page« mit mehr als Zimmerlautstärke gefahren wird. Auch die Hardcore-Cellisten Apocalyptica sorgen bei »Farewell« für ein wohliges Flirren und Kribbeln in den Gehörgängen und im Bauchbereich. »Das ist keine Welle mehr, sondern eine Vorstufe zum Tsunami«, so die Meinung der sechs zwangsverpflichteten Testohren. Mal sehen, was der Kunde sagt, denn die Verstärker müssen pünktlich vor Weihnachten wieder zuhause sein. Driving home for Christmas…
Ach ja der Spielzeug-Netzschalter: dieser ist durch einen gleichgrossen, doppelpoligen, Schalter ersetzt worden. Die Kontakte sind zusätzlich mit 1nF/1000V Entstörkondensatoren gebrückt - damit werden Ausschaltknackser wirksam unterdrückt. Jetzt klickt es nur noch am Schalter und knackst nicht noch zusätzlich im Lautsprecher.
Für Gänsehauteffekte und einen dicken Kloss im Hals sowie klopfende Nachbarn und verrückt gewordene Briten sorgten diesmal James Browne, Bob Seger, JJ Cale, Eric Clapton, Little Steven, Metallica, Apocalytica, Deodato, Yello, Clint Mansell & Kronos Quartet, J.S. Bach und - last but not least - das weibliche Quotenstimmchen Katie Meluja.
Gehört und für gut befunden an den Nubertschen NuBox681 und an den (Viagra-optimierten) NuLine32 (mit ATM). Vorverstärker: ein aufgemotzer alter Yamaha mit Halbleiter (dem alle Kohleschichtwiderstände beraubt wurden) und einen CD-Player, den man So-nie kaufen kann.
Zum vierten Advent kehrt hier wieder Stille ein und es geht alles wieder seinen betulichen Gang. Was beim Kunden allerdings nicht der Fall sein dürfte, denn er war schlichtweg begeistert:
… Als ich die Monoblöcke wieder angeschlossen habe, kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Meine Erwartungen wurden bei Weitem übertroffen. … Das Gesamtbild war stimmig und rund - Auflösung, Bühne und Dynamik gleich um Klassen besser als im Grundzustand. … Sie haben meine AV25 zum Leben erweckt. Vielen Dank.
Nachtrag: Wie auf dem eingangsseitig gezeigten Photo werden je Pärchen unterschiedliche 6L6 eingesetzt. Einmal von Sovtek die 6L6WXT und von JJ 6L6GC. Obwohl der Unterbau exakt identisch ist, waren klangliche Unterschiede deutlich hörbar: die JJ's klangen einfach zu spitz. Ursache? Es gibt elektrische Unterschiede zwischen den Röhrenpaaren. Die Sovteks kommen den Original 6L6-Röhren (und damit der Original Röhrenbestückung) wesentlich näher. Es klingt mit den diesen Röhren (ich zitiere) »einfach runder. Die Höhen sind da, wo sie hingehören - gut getragen von einem stabilen Bassfundament«.
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