, Dynaco VR70, Dynakit ECL82, ECL86, PCL86, 6AN8, 6F2, ECF80, EL34, KT88 Palcom, McFarlow, Dynavox-Röhrenverstärker - Dynakit / Dynavox Verstärker-Tuning, Die Wiedergeburt von Dynavox… (2)
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07.01.2009. - 18:06

Dynakit / Dynavox Verstärker-Tuning


Die Wiedergeburt von Dynavox… (2)

04.01.2007


Dynavox Tobandgerät

Das, was heute als Dynavox inflationär den Markt beherrscht, ist kein Dynavox und hat damit genausoviel zu tun wie eine Kuh das Wissen besitzt, wie man Eier legt. Dynavox ist (war) ein Markenname der altehrwürdigen Firma Revox aus der Schweiz welche 1948 von Dr. Willi Studer gegründet wurde. Bereits die ersten Produkte genügten höchsten Qualitätsstandards. Die Tonbandmaschinen von Revox waren und sind legendär. Im Jahre 1949 entwickelte Dr. Studer sein erstes Tonbandgerät »Dynavox« welches später aus rechtlichen Gründen wieder in Revox umbenannt wurde. Warum das nun geschah und wer weshalb ältere Rechte an Dynavox hatte, weiss ich nicht. Überhaupt liegt die Geschichte um Dynavox ziemlich im Dunkeln. Übrigens: der Name Dynacord hat ebenfalls nichts mit Dynavox zu tun.

Es gibt auch eine deutsches Unternehmen, welches unter dem Label Dynavox Lautsprecher und auch Röhrenvertärker vertreibt bzw. vertrieb. Dieses Unternehmen (siehe MusicConnection hat mit den derzeitigen Dynavox'es ebenfalls nichts am Hut. Auch wenn dies immer so behauptet wird. An einigen Stellen wird sogar behauptet, dass die China-Dynavox Röhrenverstärker auch in der »image-hifi« (äusserst positiv) getestet wurden. Eine Rückfrage bei der Redaktion ergab jedoch, das dem nicht so ist!

Wie dem auch sein: das Recht das Dynavox-Label auf ihre Verstärker zu pappen haben die Chinesen nun allemal. Dabei hatten sie lange Zeit mit dem Label McFarlow (erschienen etwa 1995) zu kämpfen (einige Anbieter hatten noch 2006 von diesem Verstärker Restbestände), welches (bis auf Konstruktionsdetails) exakt der gleiche Verstärker ist, der heute unter dem Label Dynavox (u.a. auch Palcom und andere Phantasienamen) der treuherzigen Kundschaft offeriert wird.

Sowohl der Name der auf diesen Verstärkern prangt als auch die Technik sind im Prinzip also ein ganz alter Hut. Was die Technik betrifft, ist diese auf dem Stand von 1950. OK - 1960. Bestenfalls!

Und wie können »die da drüben in China« nun den Verstärker so billig auf dem Markt schmeissen? Ganz einfach: sie sparen an Qualität ein, wo sie nur können. Das Sparpalette reicht von billigen Potis (Toleranzen von über 30% sind keine Seltenheit), einpoligen Netzschaltern, fehlenden Sicherungen, knapp dimensionierte Bauteilwerte bis hin zu den Trafos selber: Es empfiehlt sich, die Spannungen einmal nachzumessen. Die Toleranzen sind erheblich und nicht selten werden die Röhren anstatt mit 6,3V nur mit 5,5V beheizt. Nicht zuletzt spielt die betriebswirtschaftliche Losgrösse eine Rolle: das gleiche Chassis, die gleichen Trafos, die gleichen Platinen - all' das wird tausendfach hergestellt und den verschiedensten Lötstationen (das Wort Unternehmen ist eine unzulässige Aufwertung) zur Verfügung gestellt. So ist sichergestellt, dass der »break-even« garantiert bei 10 Verkaufseinheiten überschritten wird. Den Rest erledigen billige Bauelemente und der billige »Produktionsfaktor Arbeiter«.

Und ob die neueren Verstärker tatsächlich das CE- oder gar TÜV-Zeichen verdient haben (letzteres Signet habe ich noch nicht gesehen), wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Abgesehen von RoHS und WEEE. Damit haben diese Verstärker aus dem Land der aufgehenden Sonne schlichtweg nichts am Hut. Nur wenige deutsche Firmen stehen bei diesen Importen dafür gerade und dementsprechend kostet es dann auch. Verständlich, das einige deutsche (bzw. europäische Verstärkerkonstrukteure) allergische Reaktionen zeigen, wenn sie nur das Wort »Dynavox« hören.

Wie dem auch sei. So ein Verstärker ist für den Lötkolben-schwingenden HighEnd-idianer ein ideales Betätigungsfeld, um sich auszutoben (aber Vorsicht: bei vielen Angeboten unter 300 Euro würde ich persönlich die Finger von lassen). Hier nun eine kleine Auswahl an Original-Schaltplänen und Datenblättern wobei anzumerken ist, das der Original Dynakit ST70-Verstärker mit den Röhren 7199 und EL34 bestückt war.

Original Dynakit-Datenblätter und Schaltbilder:
Dynakit-35 (ca. 8 MB )
Dynakit-Mark3 (ca. 2 MB )
Dynakit-Mark4 (ca. 6 MB )
Dynakit-ST70 (ca. 6 MB )
Dynakit-ST70 Ser.2 (Original-Dynakit? ca. 1 MB )

Schaltbilder von Heathkit im »Dyna-Style«:
Heathkit W-7M (ca. 166 kB ) 1x 6AN8, 2x EL34; einstellbarer Dämpfungsfaktor
Heathkit UA-1 (ca. 104 kB ) 1x 6AN8, 2x EL84; umschaltbarer Dämpfungsfaktor

Steele-70 MK2 (ca. 55 kB ) »diskret« aufgebaut: 1x EF86, 1x 6J5, 2x EL34



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Letzte Aktualisierung am 06.04.2007 - 09:04
 
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