Auch deutsche »HiFi-Verstärkerhersteller« entdeckten das Sparpotential, welches in der Dynakit-Anordnung steckte. Und so bauten diese zumeist einen Receiver (also Radio und Stereo-Verstärker in Einem) oder mindestens einen Vollverstärker nach dem Dynakit- Prinzip nach und präsentierten das dann als eigene HiFi-Entwicklung.
Neben Telefunken (Modell V819 mit EL84), Sennheiser (Modelle VKS 604 mit PL500-Röhren und VKS254 mit PL86-Röhren), Klein & Hummel bzw. Telewatt (Modell VS80 bzw. VS110 mit EL503-Röhren, V271 mit EL500) konnte es auch Braun mit dem CSV60 (ECF80, 2x PL500) nicht lassen, sich an dieser Sparschaltung zu versuchen.
Klassiker sind diese Verstärker nur in den Werkstätten geworden. Das sprichwörtliche abfackeln von Widerständen oder gar Übertrager war bei den Geräten mit EL500- oder PL500-Röhren schon fast an der Tagesordnung.
Grossartig umdenken brauchte der Radio- und Fernsehtechniker allerdings nicht.
Wenn er einmal einen solchen EL500-Verstärker auf der Werkbank stehen hatte, konnte er andere Verstärker, die nach demselben Prinzip konstruiert waren, blind reparieren. Einer wie der andere: auf der einen Seite (nach heutigen Maßstäben) hoffnungslos unterdimensionierte Übertrager, dazwischen die Endröhren und auf der anderen Seite der Netztrafo. Wenn es doch einmal Abweichungen von dieser Anordnung gab, wurde es wenigstens nicht langweilig.
Aber auch die anderen Hersteller, die auf EL84, EL503 oder PL86 setzten, konnten nicht so recht zufrieden sein. Der EL84-Verstärker war zwar gut aber leistungsmässig zu schwach (»Haste Watt, biste wat«), die EL503-Version schon damals schlichtweg zu teuer und der PL86-Verstärker war ganz einfach nur ein Flop.
Aus lizenzrechtlichen Gründen verzichtete man übrigens auf den Einsatz von EL34- oder 6L6GC-Röhren. Die Horizontal- Ablenkröhren (HZA-Röhren), die eigentlich für Fernseher gedacht waren, waren dagegen in Massen vorhanden und daher auch billiger.
Einige der o.g. Modelle wurden etwas später umgerüstet. Statt Verbundröhre setzte man auf EF80 und EC92. Grund hierfür war u.a. auch das eigentümliche Verhalten von ECF80 & Co., denn diese Röhre neigt unter bestimmten Voraussetzungen zum schwingen. Das hatte auch Dynakit und Heathkit erkannt und statteten die Bausätze mit einer Gleichrichterschaltung zur Heizung dieser Verbundröhre aus, was dann auch leidlich funktionierte. Doch das umrüsten der deutschen Modelle kam zu spät und der Ruf war ruiniert. Von all' den Geräten wird heute nur noch der Braun CSV13 oder CSV60 erwähnt (wobei der CSV60 seine Erwähnung nur dem CSV13 verdankt).
Ganz besonders Braun litt aber unter dem PL500-Debakel und hat sich davon eigentlich nie so richtig erholt. Prinzipiell ist der CSV60 nur ein aufgebohrter CSV13, findet aber heute immer noch seine Liebhaber, wenn entsprechend nachgerüstet wurde. Siehe auch Reparaturartikel zum Braun CSV13.
Schaltplan:
Braun CSV60 (ca. 391 kB, A3-Format) 1x ECF80, 2xPL500
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