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04.07.2008. - 00:33

Röhrenverstärker-Tuning


Without Limits and just for fun (1)

11.04.2007


Röhrenverstärker tunen
Pimp up the Dynakit

Zugegeben, ein wenig irrational ist das schon. Und irgendeinen vernünftigen Grund kann man auch nicht finden (was zu der philosophischen Frage verleitet, ob Röhrenverstärker überhaupt als vernünftig zu bezeichnen sind). Aber die Sache macht ungeheuren Spass, man lernt etwas dabei und nicht zuletzt bestätigt sich hier wieder, dass Fliessband-Ware ausgesprochen langweilig und verrückte Bastler dagegen kreativ sind.

Elektronischem Extrem-Tuning ist in: billigst aufgekaufte Standardware wird so umgebaut, dass sie hinterher kaum mehr Ähnlichkeiten mit dem Original aufweisen. Diese Art des Tunings kennt man ja auch aus anderen Bereichen. Wem der Fuchsschwanz und die dicken »Pellen« nicht mehr reichen, der baut eben einen Porsche-Motor ins Chassis eines VW-Käfers. Für den monetären Gegenwert dieser Umbauten kann man sich oftmals auch einen Neuwagen, zumindest aber einen guten Gebrauchten leisten. Verrückt. Richtig, aber der Spass an der Freud ist eben unbezahlbar.

Nur - hier handelt es sich um simple Röhrenverstärker. Als billiges Ausgangsprodukt bietet sich ein China-Verstärker der Marke Dynavox, Palcom, McFarlow o.ä. an. Bis auf die Trafos und das Chassis ist der Rest für den örtlichen Wertstoffhof oder eBay (im Prinzip dasselbe) gedacht. Damit ist die Anforderung erfüllt, dass kaum eine Handvoll Bauelemente weiterbenutzt werden (darf).

Diese Form der elektronischen Bastelei findet sich vor allem, wie kann es anders sein, in den USA. Dort entstehen aus schrottreifen Röhrenverstärker oder Fertigbausätzen komplett neue Geräte die z.T. nur noch äusserlich an deren Herkunft erinnern (wenn überhaupt). Alles was man dazu benötigt ist vorhanden: Lötkolben, Bohrer, Farbe, Idealismus und etwas Phantasie.

Was die Amis können, kann ich auch und habe mir einen alten China-Verstärker geangelt der dem Dynavox-Verstärker, bis auf das Chassis, sehr ähnlich ist, damals aber unter dem Label »McFarlow« vertrieben wurde. Das, was sich im Folgenden aber so einfach liest, war es nicht, denn ich bin verwöhnt und Qualitätsware gewohnt. Was für Bedeutung z.B. die Trafobleche haben, das wusste ich theoretisch vorher schon. Was es jedoch in der Praxis bedeutet, dass lernte ich erst hier.

Und noch etwas lernte ich: chinesische Netztrafos funktionieren erst dann so wie gedacht, wenn sie in exakt der dafür vorgesehenen Schaltungsumgebung arbeiten. Jede Abweichung, sei es in der Röhrenbestückung oder bei den Widerstandswerten nimmt der Trafo irgendwie übel und produziert Mist. Und eine Röhrenschaltung die an einem »Qualitätstrafo« funktioniert, produziert am chinesischen Netztrafo aberwitzige Werte - abhängig vom Sonnenstand des Tages. Von den aufgedruckten Leistungsdaten sollte man sich also nicht täuschen lassen. Und von der beeindruckenden Grösse (EI106) auch nicht.

Vorweg: auch wenn die technischen Daten des »neuen« Verstärkers nicht vom Hocker reissen, ist es doch, so meine ich, ein passabler Röhrenverstärker geworden der mehr kann, als die ursprünglichen Chinakracher. Und wer weiss - vielleicht raffe ich mich noch auf und spendiere dem Amp noch richtige (vor allem passende) Übertrager. Und, was viel wichtiger ist, einen richtigen Netztrafo. Noch liege ich mit dem Umbau im preislichen Limit, denn die Gesamtkosten sollen 900 Euro nicht übersteigen.

Übrigens: das Bild oben zeigt einen Original amerikanischen Dynakit-ST70 Nachbau. Ganz so hübsch ist meine Version nicht geworden….



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Letzte Aktualisierung am 15.04.2007 - 08:51
 
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