Hammerit sei Dank ist doch noch etwas ansprechenderes dabei herausgekommen. Die Hammerschlagfarbe liess sich ohne Probleme aufbringen und nach einem dreimaligen Anstrich hat das Chassis nun auch das gewünschte Finish und stellt eine Reminiszenz an dem Industriedesign der Röhrengeräte aus den 1950'er Jahren dar. Durch die nun relativ dicke Farbschicht ist das Chassis nun auch »wesentlich stabiler« geworden. (;0)
Die hinteren beiden, seriell geschalteten, 470µF Mini-Kondensatörchen sind dicken 385V-Becherelkos mit Schraubanschlüssen gewichen. Erstens passen diese allein schon aus optischen Gründen besser, zweitens waren die Löcher für diese Elkos geradezu prädestiniert und drittens riet irgend etwas in mir, auf 350V bzw. 385V Elkos auszuweichen.
Wie man erkennen kann, ist die Idee mit der ECC82 nicht realisiert worden. Stattdessen kam eine 6SN7GTB als Treiberröhre zum Einsatz. In der ersten Version wurde eine ECC81 von Ei für die Eingangsstufe eingesetzt. Da mag es viele schütteln aber diese Röhrentype hat einige Vorteile: erstens ist sie preiswert, zweitens hatte ich sie noch da (meine NOS Telefunken Röhren wollte ich dafür nicht opfern) und drittens erwies sie sich später als klanglich optimal. Vorausgesetzt gesetzt natürlich, es handelt sich wirklich um eine ECC81. Das sollte man sich nämlich vom Händler zusichern lassen. Das sich eine ECC81-Röhre von Ei auch einmal als ECC83 oder ECC82 entpuppt ist auch so selten nicht. Als Endröhren finden (vorläufig) E34L von JJ (Tesla) Verwendung.
Für die beiden RCA-Löcher fiel mir nichts anderes ein, als zwei kleine Leuchtdioden einzusetzen. Sicher, man hätte mit Duo-LED's und einem Umschalter eine optische Ruhestromkontrolle einbauen können, oder einen Kopfhöreranschluss. Man hätte die Löcher auch mit Karosserie-Spachtel zukleistern können, man hätte…
Mit einem Schälbohrer konnte recht problemlos die passenden Löcher für die zusätzlichen Oktalsockel in die separat aufgebrachte Deckenplatte »gebohrt« werden (die Ausbrüche für die Novalsockel war bereits gross genug). Wobei bohren zuviel gesagt ist: kaum war die in einem Bohrständer befindliche Bohrmaschine auf touren, war das Loch schon da. Natürlich zu gross. Ausserdem musste man aufpassen, dass sich das Blech nicht verbog. Lange Rede, kurzer Sinn: nachdem nun das Blech versaut war, besorgte ich mir 1,5mm dickes Stahlblech von einer Schlosserei die mir die Platte auch gleich aufs Maß schnitten. Na, das ist doch ein ganz anderes Material. Das »Schälbohren« der Löcher für die Noval- und Oktalfassungen gelang nun auch wesentlich präziser. Dann noch die kleinen Löcher für die Befestigungsschrauben gebohrt - fertig.
Ein Lautsprecheranschluss für 4 oder 8Ω reicht aus. Dafür finden die RCA-Buchsen (Cinch) hinten ihren neuen Platz. Neu ist auch der (rote) Netzschalter. Der Kaltgeräteanschluss sowie der externe Sicherungshalter sind, ebenso wie die vergoldeten Armaturen, über- nommen worden. Zu besseren Isolation ist die hintere Seite mit schwarzem Lack überzogen worden. Der vorhandenen Pulverbeschichtung traute ich nicht mehr allzuviel zu.
Nun ist es Zeit, die Farbe richtig trocknen zu lassen. Zeit, um sich näher mit dem Schaltplan zu beschäftigen.
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