Nachtrag
Mit den genannten Änderungen spielte die TPR1-Röhrenvorstufe an meinen Röhrenendstufen (Gegentakt mit EL34, EL156 und KT88) eigentlich perfekt zusammen. Auch an einige Eintakter (z.B. MFE's EL156'er und 845'er) spielt der modifizierte Vorverstärker recht gut. Probleme gab es, als es im Team mit den Dynavox-VR80, die ja ebenfalls von mir fürsorglich Nachhilfe in Sachen Betriebssicherheit und Klang erhielten, spielen sollte.
Die modifizierte TPR1-Variante verstärkte das Signal für die Dynavox Röhrenendstufen ganz einfach zu hoch. Ein am Ausgang A gemessener Pegel von über 10V bei 1kHz (Vollaussteuerung) war für die ECC83 (Eingangsröhre der Endstufe) schlichtweg zuviel. Auch der niederohmige Ausgang F lieferte mit knapp 15V zuviel des Guten. Das atmen des Vorverstärkers war deutlich zu hören. Auf gut Deutsch: es rauschte. Da die Endstufen ansonsten fehlerfrei arbeiteten, war die Fehlerquelle eindeutig. Also musste der Vorverstärker wieder zurück auf die Werkbank.
Man muss bedenken, das die beiden Dynavoxe (also die Endstufen) zur Vollaussteuerung eigentlich keinen Vorverstärker benötigen - und schon gar nicht so eine potente Linestufe (das brauchen einige meiner Endstufen allerdings auch nicht, sind aber Impedanzmässig weniger anspruchsvoll). Aber als Plattenspielerfreak wie es eben Herr R. nun einmal ist, ist eine Line (neben dem Phono-Preamp) essentiell notwendig. Man muss auch bedenken, dass die modifizierten VR80-Monoblöcke keinen Pegelsteller mehr aufweisen. Lediglich ein kleiner Schalter kann das Watt zügeln (umschaltbar auf etwa 40% und 90% der maximalen Leistung).
Damit nun der Vorverstärker sich auch mit diesen Endstufen verträgt, musste die Verstärkung wieder gedrosselt werden, d.h. es wurde schrittweise soweit zurückgebaut, dass die Endstufen das Grundrauschen des Vorverstärkers nicht mehr verstärken. Auch die Gegenkopplung musste wieder um einiges stärker eingeschliffen werden (hier habe ich mich schlichtweg vom ursprünglichen Design beeinflussen lassen). Die Kondensatorenwerte allerdings wurden nicht mehr geändert.
Das Netzteil bekam noch eine zusätzliche Siebkette (Serienwiderstand und Elko) verpasst und die Abschlusswiderstände wurden nun mit 10kΩ Impedanzmässig an die Endstufen angepasst. In dieser Konfiguration erwies sich auch die Original-Röhrenbestückung als optimal. Die angeratenen 5670 zeigten sich Mimosenhaft und nahmen jede Erschütterung (anticken am Röhrenglas, Umschaltung der Signalquelle) auf, um diese als Signal zur Endstufe zu schicken.
Herr R. muss kurzzeitig auch vom Röhrentauschfieber befallen worden sein und so zierten die Endstufen ECC803S und »Selected« 12AU7 Röhren. Beide Röhren aus neuerer Produktion übrigens und gelabelt mit dem deutschen Händlernamen. Beide Röhren erwiesen sich jedoch in diesem Verstärker als völlig unbrauchbar. Lediglich die neuen Endröhren (E34L von JJ) durften weiter in diesem Verstärker arbeiten. Zusammen mit den 5670 warten die ECC803 und 12AU7-Röhren nun auf die Dinge, die da irgendwann kommen werden. Eine Original Telefunken ECC803S hingegen arbeitete problemlos und konnte auch klanglich begeistern - wäre da nicht der Preis dieser Röhre…. Und so bleibt es eben bei der Standardbestückung.
Auch an meinen Endstufen konnte diese Variante durchaus überzeugen, obwohl ich der Meinung bin, dass nun der TPR1 einiges an Spritzigkeit verloren hat. Selbst mehrere Ohren konnten kein eindeutiges Urteil bilden. An den VR80-Monoblöcken war hingegen jeder Zweifel fehl am Platze: da war nichts mehr von der Müdigkeit der ursprünglichen Vorverstärker-Version. Klare Höhen, spritzige Mitten und ein Bassfundament den ich bei dieser Verstärkerkette noch nie gehört hatte.
Ich hätte ja gerne weitergehört, aber Herr R. bekam Entzugserscheinung und so mussten die Röhrenverstärker wieder die Heimreise antreten. Als das Röhrentrio wieder beim Kunden eintraf wurden diese recht zackig aufgebaut und intensiv gehört. Die Reaktion des Kunden war das kürzeste Statement, was ich je gehört habe und doch alles sagt:
Danke!
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