»Sie« haben es einfach nicht drauf und sollten besser die Finger davon lassen. Die Rede ist von Transformatoren. In dem Dynavox-VR80 werkelt auch so etwas, was aussieht wie ein Trafo, so arbeitet wie ein Trafo und sich so verhält wie ein Trafo (zumindest von der Funktionalität her).
Schaltet man das Gerät ein, ist zuerst ein deutliches Trafobrumm hörbar welches sich zwar futuristisch und ungeheuer wichtig anhört, aber letztendlich von Überlastung oder magelnde Qualität zeugt. Das letztere ist der Grund, warum der EI108-Trafo(!) satt brummt und nach zwei Sekunden dann langsam verstummt. Dabei würde die VA-Leistung des Netztrafos bequem auf einen M102-Kern passen. Aber locker. Umgekehrt proportional zum Brummen baut sich die Spannung auf. Ich war wirklich versucht, nach einem Röhrengleichrichter zu suchen. Und so braucht der Verstärker auch relativ lange, um wirklich auf touren zu kommen.
Die Angaben auf dem Netztrafo ordnet man am besten als Wunschwert ein. Denn als Datum darf man diese Spannungsangaben nicht verstehen. Wenn statt 340V Wechselspannung lediglich 330V zu messen sind, dann ist das einfach nicht akzeptabel. Im Leerlauf wohlgemerkt! Und wenn auf dem Trafo 6,3V für die Röhrenheizung steht, dann erwarte ich auch 6,3V und nicht 5,9V. So also werden die Röhren alle etwas unterheizt. Der Wert liegt zwar noch innerhalb des zulässigen Toleranz, aber immerhin. Solche Trafos braucht ein deutscher Hersteller erst gar nicht ausliefern. Wie es da mit Drossel und Übertrager aussieht, kann man nur erahnen. Ich will es gar nicht wissen.
Verstärker-Tuning im Zeitraffer
Als allererstes wird im Sekundärstromkreis eine Sicherung eingesetzt. Die niedlichen 1N4007-Dioden müssen einem Brückengleichrichter weichen. Gerade im Einschaltmoment hat sich gezeigt, dass die Dioden über keinerlei Leistungsreserve verfügen. Die in Serie geschalteten Siebkondensatoren ausserhalb der Platine bleiben unangetastet, allerdings wird ein anderer Folienkondensatoren eingesetzt und zudem auch anders dimensioniert. Der erste Siebelko für die Vorstufe wird gegen ein axialen 450V-Elko getauscht. Ein passender Becherelko war ums Verrecken nicht greifbar (entweder zu hoch oder zu dick).
Guck mal wer da riecht.
Ein Widerstand im Netzteil bereitete mir Sorgen. Etwa 15 Sekunden nach dem Einschalten wurde dieser so heiss, dass man das nicht durchgehen lassen kann. OK - Siebwiderstände (Serienwiderstände) müssen warm werden - aber heiss? Nein - so gebe ich die Dinger nicht wieder heraus. Guter Rat war teuer und mein Schaltbild des Originals half auch nicht weiter.
Aus der Patsche half mir Günther Welter der mich mit einem genaueren Schaltbild versorgte. Nach kurzem »debattieren« wurden Schaltungsstufen nach dem Vorbild rückgebaut bzw. umdimensioniert. Einige Bauteilwerte waren bzw. sind völliger Blödsinn und man fragt sich, ob diese ausgewürfelt wurden. Kein Wunder das da etwas (viel) zu heiss wird. Nach physikalischen Gesetzen bleibt nämlich gar nichts anderes übrig. Energie löst sich ja nicht einfach in Luft auf.
Nachdem nun diese Bauteile ersetzt wurden, wurde es (Oh Wunder aller Wunder) auch nicht mehr heiss und die vier EL34 wurden nun auch mit dem richtigen »Spannungshub« versorgt. Im Einschaltmoment wurden dann an dem eingesetzten 450V-Elko auch Spannungen gemessen, die der ursprüngliche 400V-Elko nicht lange überlebt hätte.
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