Drei Jahre customize und nach 13 Röhrenverstärker-Paare dachte ich, mich kann nichts mehr beim VR80 überraschen. Dachte ich…. Das Jahr 2010 (nein, eigentlich schon 2009) bringt doch noch Neues.
9. Februar 2010: Neuere VR80-Modelle weisen äusserst dubiose Fehler auf. Für einige Widerstände war es bereits »Drei Minuten vor Zwölf« (d.h. sie waren nicht mehr grau sondern weiss, die Farbringe kaum noch zu erkennen…), als ich die Verstärker unter meiner Fittiche nehmen durfte. Bei einem Gerät war an einer Endröhre ein Kathodenwiderstand eingesetzt, der leistungsmässig die Belastung nicht mehr lange verkraftet hätte und schon arge Ermüdungserscheinungen zeigte.
Bei einem anderen Monoblock wunderte sich der Kunde, dass dieser sich leistungsmässig völlig unterschiedlich zu dem anderen Monoblock verhielt. Kein Wunder - wenn ein Gitterwiderstand der ECC83 massemässig in der Luft hängt. Weitere Kuriositäten: Nur weil ein Käbelchen vom Poti zu kurz geraten war, wurden Leiterbahnen getrennt und die Signalführung höchst kompliziert (und zudem fehlerhaft) geändert.
2. April 2010: Exakt der gleiche Fehler bei drei weiteren VR80-Pärchen (damit erhöht sich das MUSS-customize auf mindestens vier Punkte - scheint ein Serienfehler zu sein). Das kann also kein Zufall mehr sein. Obwohl diesmal bei einem Gerät Metallschicht-Widerstände (Oh?) eingesetzt wurden (Nein, der Kunde hatte einen Monoblock mit Metallschicht-Widerstände vom NOS-Military-Markt, der andere Monoblock war wieder »normal« bestückt), ist der »neue alte« Fehler nach wie vor vorhanden. Mangelhaft auch die verlötung von Bauteilen auf der Unterseite der Platine - einige Bauteile hatten schlichtweg kaum bis gar keinen Kontakt… Und es scheint zudem (Un-)Sitte zu werden, das Signal über einen »Bandpass« zur Endröhre zu führen.
TAC-834
23. März 2011: Der TAC-834 ist die Stereo-Version der VR-80. Also, was die VR-80 auf zwei Monoblöcke verteilen, befindet sich beim TAC-834 in einem Gehäuse! Dementsprechend beengt geht es hier zu. Prinzipiell finden sich auch die gleichen Fehler wie beim VR-80. Über die Reispapier-Platine braucht man sich nicht zu ärgern (lohnt nicht). Wohl aber über das Layout. Was jeder BWL-Student im ersten Semester lernt, scheint ein unnötiger Kostenfaktor bei der Platinenherstellung zu sein, nämlich die Endkontrolle. Denn diese hätte festgestellt, dass die Platine fehlerhaft ist: Dem TAC-834 fehlen aufgrund des fehlerhaften Platinenlayouts nämlich ein paar mehr oder wenige wichtige Bauteile. Die Lötfabrik kann wohl nichts dafür - die backen nur das auf Platine (das Wort löten will mir ums verecken nicht über die Lippen kommen), was als Bestückungsaufdruck vorgesehen ist. Ob das ein Serienfehler ist, darüber wage ich nicht (mehr) zu spekulieren.
Ostern 2007: Dynavox VR80 und die Nubert-Lautsprecher.
Interesse an einem fachgerechten Customize?
|