Alles über SRPP-Röhrenverstärker - SRPP Verstärker-Tuning, Ein- und Aussichten (2)
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09.09.2010. - 07:45

SRPP Verstärker-Tuning


Ein- und Aussichten (2)

16.02.2006


Jeder, der schon einmal einen SRPP-Vorverstärker aufgebaut und diesen über einen längeren Zeitraum betrieben hat, kennt die zuvor beschriebenen Vor- und Nachteile. Und jetzt, wo das Trauma SRPP wieder hervorgebrochen ist, ist man geneigt, wieder seinen Therapeuten anzurufen.

Doch halt. Bevor nun ein Termin mit den Freudschen Seelenbändiger vereinbart wird (ersatzweise Freund / Frau / Freundinn), lesen wir weiter. Vielleicht ist alles gar nicht so schlimm, wenn man nur wüsste, wo man anzusetzen hat.

OK, bevor es zu ernsthaften Suchterscheinungen kommt, soll jeder seine eigene Erfahrung mit dem Gift machen und daraus die Konsequenzen ziehen. Einmal im Leben sollte man einen Vollrausch (inkl. der morgendlichen Nebenwirkungen) haben und jugendliche Paffer sollten per Gesetz genötigt werden, einen ordentlichen Fehlfarben-Lungenzug zu machen. Und jeder Röhrenbastler sollte einmal im Leben eine SRPP-Verstärkerstufe aufgebaut haben. Danach ist man geheilt und widersteht den Verführungskünsten der jeweiligen Industrie.

Aber bleiben wir beim Thema. Meine persönlichen SRPP-Erfahrungen sind schon eine Weile her. Hätte ich früher auf die skeptische Aussagen einiger Bausatz- und Teilehändler gehört, ich könnte über SRPP nicht mitreden. Vor allem wäre mir der Zusammenhang von niedrigem Ausgangswiderstand, Dynamikverlusten, Ansteuerungsschwierigkeiten und kaltem Klang verwehrt geblieben. Auch das studieren von Röhren-Datenblättern bevor Trafos bestellt werden, resultiert aus dieser Zeit.

Und damit sind wir beim Thema. Es hat zwar nichts mit SRPP an sich zu tun, taucht aber im Zusammenhang mit dieser Schaltung immer wieder auf: das Netzteil zu der Elektor-SRPP Schaltung.

Alles über SRPP-Röhrenvorverstärker

Wer 2x 360 Volt an eine EZ80 oder EZ81 anschliesst, wird schnell den Unmut dieser Gleichrichterröhre zu spüren bekommen. Leider schleppt sich dieser Fehler in allen Verlagsveröffentlichungen mit. Deshalb an dieser Stelle ein Hinweis: Weder die EZ80 noch die EZ81 sind für diese Spannungen ausgelegt. 2x 350 Volt stellen dabei das absolute Maximum dar. Wenn der Trafo schon bestellt ist bzw. schon auf der Werkbank liegt, sollte in der Anodenzuleitung etwa 47 - 100Ω/2W-Widerstände einschleifen, um die Spannung auf ungefährliches Niveau zu bringen. Dem nachgeschaltete 1kΩ-Widerstand sowie dem Dreibeiner TL783 fällt nun die Aufgabe zu, etwa 100V zu verbraten, um die SRPP-Linestufe mit 350 sauberen Volt zu versorgen.

Das erscheint mir doch ein bisschen heftig.

Ich gehe davon aus, dass sich hier ein Tippfehler hartnäckig hält und eigentlich eine Versorgungsspannung von 2x 350V gemeint war. Aber selbst das ist eigentlich zuviel. Rechnet man das Netzteil einmal durch, bleibt man irgendwann bei 2x 325V hängen. Dann klappt es auch mit den 350V für die Linestufe. Der 1kΩ-Widerstand kann dann entfallen.

Aufgrund der Preissituation für eine EZ81 ist es zudem eine Überlegungssache, wenn stattdessen eine GZ34 eingesetzt wird (eine separate 5V/2A-Spannungsversorgung vorausgesetzt). Dann stellen die 2x 360V für diese Gleichrichterröhre auch kein Problem dar (siehe modifiziertes Netzteil in »Hören mit Röhren«, Seite 100).

Abgesehen davon: man kann mit dem TL783 (das Datenblatt findet sich am Ende des Artikels) bauen. Muss man aber nicht. Zumal der TL783 nur mit Tricksereien mit solch hohen Spannungen arbeiten kann und Überlastungen - gleiche welcher Art - ziemlich übel nimmt. Der Vorteil eines TL783: er kann bequem eine komplette Röhren-Vorstufe versorgen.

Es empfiehlt sich aber, das Netzteil konventionell aufzubauen, d.h. wenn schon stabilisiert, dann entweder mit FET's oder Röhren. Beispiele hierfür gibt es zuhauf.



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Letzte Aktualisierung am 15.03.2007 - 13:56
 
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