Dynavox Vincent TAC34 - TAC88 Verstärker Tunen - Röhrenverstärker-Tuning, Die Zugabe: Feinschliff für den EL34 Röhrenverstärker (4)
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18.05.2012. - 02:52

Röhrenverstärker-Tuning


Die Zugabe: Feinschliff für den EL34 Röhrenverstärker (4)

11.11.2009


Da Capo?

Die Selbstzufriedenheit ist der Sargdeckel jeden Fortschritts.
(Philip Rosenthal)
oder: A bisserl was geht allerweil.

Der Verstärker klingt damit nun recht passabel. Vor knackigen Bässen macht sich der Amp nun genauso wenig in die Hose wie vor präsente Mitten und Höhen. Relativ gesehen, denn Bachs Toccata habe ich schon einmal bedeutend wuchtiger gehört. Will heissen, der »neue Tac34« kann mit normaler musikalischer Hausmannskost durchaus gut umgehen. Nicht mehr und nicht weniger. Apocalyticas »Farewell« ist z.B. ein Stück bei dem man leicht festmachen kann, ob der Verstärker etwas unterschlägt. Nein, tut er nicht (mehr). Man hört das Schnarren und Kratzen auf den Cello-Saiten und man ahnt den Headbanger von Perttu Kivilaakso. Aber dieses wohlige Kribbeln, dass sich vom Steiss, den Rücken hinauf bis zum Hinterkopf vorarbeitet, will sich - trotz aller Bemühungen - kaum einstellen.

Aber… Jetzt kommt das grosse aber: Solange der Verstärker nicht mit gemeinen Tiefbässen malträtiert wird, ist alles in Ordnung. Aber sobald ein Peder af Uglas aufspielt, ist es ganz schnell vorbei mit der Herrlichkeit. Da hört man schon, dass »unten herum« etwas nicht ganz stimmig ist. Daran lässt sich auch nichts ändern - es sein denn, man verbaut »richtige Männer-Übertrager«. Solche, die sich weder vor Tod noch Teufel fürchten. Solche, die auch beim Subcontra-C (16Hz) nicht um Gnade flehen.

Pragmatismus Ende

Anders sieht die Sache im oberen Frequenzbereich aus: Da haut der Verstärker doch ein bisschen zuviel Höhen in die Lautsprecher und insgesamt könnte es doch etwas feiner, defiziler, klingen. Die brutalen Höhen werden, wie schon erwähnt, mit etwas Kapazität (wirklich, nur etwas) in der Gegenkopplung auf Normalmaß zurechtgestutzt. Hier musste sehr vorsichtig agiert werden, um die gewonnene Dynamikeigenschaft nicht wieder zunichte zu machen. Jedes mehr an Picofarad will ausgiebig gehört werden. Die Koppelkondensatoren zu den EL34 wurden nach einigen Versuchen gegen KP1836 (allerfeinste NOS-Ware) von Roederstein ausgetauscht. Idealerweise war sogar das Rastermaß wie für diese Kondensatoren gemacht. Die verbliebenen Audyn-MKP's in der Vorstufe bekamen zusätzliche Schützenhilfe von kleinen Styroflexe. Mittlerweile liebe ich diese Dinger im mittleren Nanofarad-Bereich, die einen guten MKP noch besser werden lassen. Sicher, man hätte auch mit Kanonen auf Spatzen schiessen können und einen Super-Duper MKP einsetzen können. Hätte und Können scheitert leider an der Kleinigkeit, dass hierfür gar kein Platz vorhanden ist.

Detailaufnahme TAC34 EL34-Röhrenfassung

Die China-EL34 sind vom Kunden ja schon rechtzeitig entsorgt worden. An ihrer Stelle arbeiten nun E34L von JJ. Das BIAS dieser Langlebe-EL34 wird bei diesem TAC auf etwa 32mA eingestellt. Mit diesem Ruhestrom arbeitet der Röhrenverstärker sehr gut, ohne sich (bzw. den Netztrafo) zu überanstrengen. Das, von den 6N3P-Röhren verstärkte NF-Signal muss sich nun aber noch durch einen Schutzwiderstand zum Gitter der E34L quälen. Eigentlich sollte dieser Widerstand ja Standard sein - in der Ursprungsschaltung jedoch nicht. Naja. Die Kathoden-Widerstände der E34L hingegen werden nun durch induktionsarme Carbon-Keramik Widerstände der 4W-Klasse gebildet. Von den Grössenverhältnissen sollte man sich übrigens nicht täuschen lassen. Klanglich hat dieser Widerstandstyp eigentlich keinen Einfluss, aber er hält die E34L wunderbar in einem stabilen Arbeitspunkt. Und das wiederum macht sich doch deutlich bemerkbar. Hatte ich schon erwähnt, dass die kanalgetrennte 6,3V Heizung (theoretisch, praktisch sind es nur 6V) der EL34 noch zusätzlich symmetriert wurde?

Klanglich hat sich, wie oben erwähnt, einiges getan. Vom ursprünglichen klanglichen Nebel des Grauens ist nichts mehr vorhanden. Gemessen an der Qualität der Wickelpakete klingt der TAC34 nun richtig frisch und es geht nun auch wesentlich fixer zur Sache. Es rummst und schwabbelt nicht, ein Glockenspiel ist als Glockenspiel zu identifizieren und Eric Claptons beherzter Griff in die Saiten der Akustikgitarre ist deutlich vernehmbar. Mehr ist, ohne die Jungfrauen zu bemühen oder ohne einen Umtausch der Wickelpakete (zumindest der Übertrager), einfach nicht drin. Das muss man ganz deutlich sagen. Man nähert sich High-End an, aber dann - aurale interrupt.

Ein Wort noch zur Ausgangsleistung. Mehr wie saubere 30 Sinus-Watt waren übrigens einfach nicht drin. Aber das reicht ja auch, für einen romantischen Abend beim Kaminfeuer.



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Letzte Aktualisierung am 09.02.2011 - 06:38
 
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