TAC 88
Kommen wir kurz zum TAC88, der ja der grosse Brude des TAC34 darstellen soll. Hier traf ein Exemplar ein, welches der Kunde aus zweiter Hand erworben hatte. Bestückt war dieser Verstärker mit den Röhren KT100 von Ruby, 6SN7 und 12AX7 von Electro Harmonix.
Moment! Also, eigentlich gibt es keine KT100-Röhren. In den alten Datenbüchern sucht man diese Röhre vergeblich. Also, was ist das also für eine Röhre? Die Antwort ist simpel: Es ist nur eine gepimpte KT88 mit ganz ähnlichen Eigenschaften. Prinzipiell also nichts besonderes. Ich bin jedoch der Meinung, dass gute KT88 (z.B. aus der Reflector-Schmiede) hier den gleichen Dienst täten.
Wie auch schon beim kleinen Bruder, dem TAC34, wurde hier der komplette Verstärkerzweig entrümpelt und an einigen Stellen auch die Widerstände neu dimensioniert. Ein besonderes Augenmerk sollte dabei auf die Spannungsfestigkeit des Siebelkos auf der Verstärkerplatine gelegt werden. Dieser ist nämlich mit lediglich 250V dimensioniert - lediglich geschützt durch einen Serienwiderstand. Bei einer Versorgungsspannung von über 450V ist das doch sehr heikel. Auch die Folienkondensatoren sollten mit einem kritischen Blick hinsichtlich der Spannungsfestigkeit begutachtet werden.
Das die Vorstufe auf eine stabile Versorgungsspannung angewiesen ist, ist ja kein Geheimnis. Wie das aber 50µF bewerkstelligen sollen, schon. Also bekommt der komplette Vorstufenbereich kurzerhand die doppelte Kapazität spendiert. Das wars eigentlich.
Naja. Fast. Obligatorisch erfolgte noch eine Anpassung der Gegenkopplung und das Sound-Zaubermittelchen im Vorstufenbereich (Lag-Netzwerk) ist ersatzlos entfernt worden. Der Verstärker kann nun mit den Bässen, auch ohne Unterstützung, ganz gut umgehen und dies auch sehr eindrucksvoll unter Beweis stellen.
TAC-88 before…
TAC-88 after customize
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