Yaqin MC100B Verstärker-Tuning, Frischer Klang aus billiger Büchse - aber trotzdem kaum High-End (3)
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18.05.2012. - 02:57

Yaqin MC100B Verstärker-Tuning


Frischer Klang aus billiger Büchse - aber trotzdem kaum High-End (3)

24.03.2008


Wie gesagt, verbaut Yaqin ausschliesslich Metallwiderstände. Das kann man machen, muss man aber nicht. Hier und da etwas Carbon-Composit, da etwas Glas-Emallie Drahtwiderstand - und schon präsentiert sich ein viel lebendigeres Klangbild. Im Bereich der negativen Vorspannung erhält jede KT88 noch eine kleine Unterstützung in Form von kleinen Siebkapazitäten. Ein Siebelko im Bereich der Vorspannung ist dagegen um die Hälfte reduziert worden. Das reicht hier vollkommen aus.

Mit den Ruheströmen der 6SN7GT-Röhren kann man zufrieden sein, nicht aber mit dem Ergebnis, was sie produzieren, denn besonders der Treiber war schlichtweg nicht in der Lage, die KT88 richtig anzusteuern (scheinbar ein Problem aller Reiskocher). Wie auch schon bei anderen chinesischen Verstärker sind hier wohl einige Widerstandswerte einfach ausgewürfelt worden oder man hat sich zu sehr auf irgendwelche Simulationsprogramme verlassen. Übrigens: damit diese Treiberstufe sich nicht allzusehr von tiefen Bassimpulsen beeindrucken lässt, ist der Sieb-Kondensatorwert für die Vorstufe auf 47µF (500V) erhöht worden. Also auch hier eine Arbeitspunktanpassung. Dann arbeiten die 6SN7 richtig und produzieren auch nicht den muffeligen Klangbrei.

Neue Röhren für Yaqin MC100B

Problematisch erwies sich die Qualität der 6SN7GT-Röhren (so etwas hatte ich schon fast erwartet). Die chinesischen Möchtegern-6SN7GT's mussten nach einigem hin und her den Platz räumen. An ihrer Stelle wurden JAN Sylvana 6SN7GT Röhren (NOS) eingesetzt. Mit diesen Röhren hat man zumindest die Gewissheit, dass es sich um »richtige« 6SN7 handelt. Es soll aber auch noch gute Röhren aus neuerer Produktion geben. Aus eigener Erfahrung verlasse ich mich aber auf NOS.

Problematisch auch die KT88-Röhren. Anstatt langwierige und teuere Versuche mit verschiedenen Labels durchzuführen, habe ich hier Original Tesla Röhren (ebenfalls NOS-Qualität) eingesetzt und die Ruheströme exakt darauf abgeglichen (68mA je Röhre). Andere gute Röhren für diese Zwecke wären z.B. KT88 von Mullard, Golden Lion, Sovtek oder JJ. Alternativ kann man es auch gerne einmal mit Sovteks 6550 versuchen. Mit EH (Electro Harmonix) habe ich es nicht so …
Die Originalbestückte 12AX7 hingegen darf noch etwas im Gerät verweilen, da sich keine gravierenden Verbesserungen herausstellten, wenn an ihrer Stelle eine Telefunken, Philips oder JJ eingesteckt wurde. Zum gegebenen Zeitpunkt wird aber auch diese Röhre durch eine andere Type ersetzt werden (ganz einfach deshalb, weil eine ECC83 respektive 12AX7 hier eigentlich nicht gar 'reingehört).

Frischer Klang?

Klanglich präsentierte sich der Röhrenverstärker nun wesentlich dynamischer. Von einem matschigen oder gar gepressten Klang ist keine Spur mehr vorhanden. Die Höhen und Mitten werden sehr exakt wiedergegeben, die Bässe sitzen punktgenau. Als maximale Leistung konnte schlussendlich saubere 55W Sinus in Ultralinear Class AB ermittelt werden. Auch der Frequenzgang kann nun tatsächlich beeindrucken: Bis etwa 30W waren spielt der Yaqin 20Hz bis 20kHz ohne nennenswerte Abschwächung. Dann gehts es im Tiefbassbereich aber ganz schnell bergab. Obenherum spielt er immerhin noch bei 40W bis etwa 40kHz. Nichtsdestotrotz: der Verstärker macht nun Laune und spielt nun so, wie es sich die Konstrukteure nicht erträumt haben.

Wie bei China-Röhrenverstärker üblich, gibt es den MC100B auch unter anderen Namen. Auch wenn diese Verstärker (egal unter welchen Namen angeboten) einen wertigeren Eindruck macht, ist er ohne die beschriebenen Aufwändungen nicht ohne weiteres HiFi tauglich. Dafür stimmt ganz einfach die Schaltungsdimensionierung nicht.

Zum unten aufgeführten Schaltplan sei gesagt, dass dieser mit aktuellen Geräten nicht unbedingt übereinstimmen muss. Einige Bauteilwerte sind obsolet.

Original-Schaltplan ohne Änderungen:
YAQIN MC100B Röhrenverstärker (ca. 195 kB, A4-Format)



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Letzte Aktualisierung am 04.04.2010 - 17:44
 
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