Da passiert in und auf der Welt soviel Scheisse, da freut man sich, wenn auch mal was Positives passiert. Und auch mal darüber berichtet. Das Positive ist diesmal ein Vertrauen, das mich, ehrlich gesagt, doch ein bisschen viel sprachlos zurücklässt. Leck mich en de Täsch’…! Hätte ich nicht erwartet. Leckomio.
Wat is’n passiert?
Auf ein bekanntes Portal für Gebrauchtes und Unnützes aller Art sticht mir ein ältere Röhrenverstärker (Made in Germany, seinerzeit als Endstufe angeboten) ganz fies in’s Auge. Ich kenne diesen Verstärker und weiss, was er kann. Eine „echte“ Röhre, ohne Schickimicki, eher Typus Malocher.
Wie der Hersteller auch: Rauhe Schale, aber verflucht ehrlich. So wie der Rheinländer, der ’nen Schlag vom Ruhrpott mitbekommen hat.
Klitzekleines Manko: Da wurde nachträglich ein Lautstärkeregler angebracht. Bis auf dieses Detail, alles tippi-toppi und den Bildern nach zu urteilen voll Original.
Nur ist mir erstens der Preis etwas zu hoch. Weil ich ja weiss, dass man da, so nach etwa 30 Jahren, doch besser etwas „nacharbeiten“ sollte. Und zweitens sollte das Teil abgeholt werden. Einmal quer durch die Republik? Ne, dann doch besser nicht. Schade. Also vergesse ich die Geschichte.
Etwas später sticht mir dieser Verstärker wieder ganz fies die den Pupillen. Weil wegen dem Preis. Der war nun mehr wie heiss, aber schon fast in eine Region angesiedelt, was bei mir das Defcon 1 auslöst. Zur gleichen Zeit bekomme ich eine Anfrage nach einem „echten“ Röhrenverstärker. Ich verweise auf das Angebot.
Nach einer Woche ist der Röhrenverstärker immer noch zu haben. Nun gut, den Verkäufer kurzerhand angeschrieben und nett nachgefragt, ob auch Versand möglich ist. Die Mehrkosten trage natürlich ich. Die Antwort kam fix: Klar, ist Versand möglich. Bezahlung aber nur per Banküberweisung.
Na aber Hallo. Nix mit Paypal und schon gar nicht für Freunde und Familie. Old Style Banküberweisung – ich fasse es nicht.
Soweit alles eitel Sonnenschein. Ganz dunkle Wolken zogen aber auf, als ein Detail bei der Zahlungsmodalität genannt wurde. Ohne näher darauf einzugehen: Warum manövriert sich der Verkäufer selber in eine Ecke, die nach Betrug, im weitesten Sinne, riecht? Ich hätte das doch gar nicht erst genannt. Erst einmal eine Nacht drüber schlafen…
Am nächsten Morgen die fette Überraschung: Für seine Ehrlichkeit hatte sich der Verkäufer wohl schon selbst in den Südpol gekniffen und deshalb ein Angebot gemacht, was ich gar nicht ausschlagen konnte: Er schickt mir diesen Verstärker vorab zu. Nach Erhalt und Begutachtung soll ich die Tattas ’rüberwachsen lassen, also den Geldtransfer starten.
Bäääm! Was sagste dazu? Am besten nix. Leck mich en de Täsch’…! Ich habe beim privaten An- und Verkauf ja schon einiges erlebt, aber das…? Dunnerlüttchen…
Okay, dann machen wir’s so. Noch am gleichen Tag sind zwei Pakete (1x Verstärker, 1x Röhren und Unterlagen) auf Reise gegangen. Eine Sache will ich natürlich nicht verschweigen: Er kennt mich, bzw. diese Website.
Trotzdem: So ganz beruhigt bin ich noch nicht. Anhand der übermittelten Sendungsnummern kann ich zumindest verfolgen, dass da tatsächlich etwas unterwegs ist. Nur, was?
Nun, irgendwann in jüngster Zeit ist bei mir wohl der letzte Funke Optimismus über die Wupper gegangen, denn es kam nichts. Nichts Negatives, meine ich. Also keine aufwendig verpackten Backsteine und so. Alles so, wie auf den Bildern gezeigt und abgesprochen. Tippi-toppi. Leck mich en de Täsch…
Ein paar Stunden später sind die Tattas transferiert worden, wobei ich mich da nicht ganz an die Absprache gehalten habe. Ich denke aber, dass der Empfänger da nicht traurig drüber sein wird.
Achja, ein kleiner Wehrmutstropfen muss natürlich sein: Die Sensorelektronik meines drei Jahre jungen Backofen hat beschlossen, irre zu werden. Lutsch mich rund und nenn mich Bärbel, aber ich wette, wenn ich den 30 Jahre alten Röhrenverstärker am Männer-Netzschalter einschalte, funktionuckelt dat einfach…
Der Verstärker. Ach ja. Kam von ollen Welter. Der wusste noch, wie’s geht…