The owls are not what they seem
Per Zufall finde ich eine ältere Version dieses Mullard-Verstärkers.
Statt GZ34 wurde der GZ32-Röhrengleichrichter verwendet. Statt 8µF Ladekapazität 16µF. Warum 16µF? Auch die GZ32 kann mit 60µF Kapazität umgehen. Wenn…
Ja, wenn der Wicklungswiderstand mindestens 2x 150Ω beträgt. Je geringer der Wicklungswiderstand, desto geringer muss die Ladekapazität sein.
frihus Märchenstunde? Mitnichten. Hier, bitte. Frisch vom Philips-Datenblatt zu diesem Röhrengleichrichter.
Überhaupt ist das Datenblatt zur GZ32 wesentlich interessanter als jedes Datenblatt zum GZ34-Röhrengleichrichter. Da wird nämlich auch die Sache mit den „Ausgleichwiderständen“ erläutert…
Das war’s, was mir partout nicht mehr einfallen wollte. Denn anders, als es den Anschein hat, sind die 60µF-Ladekapazität beileibe kein Datum, sondern immer abhängig vom Wicklungswiderstand der Trafowicklung.
Ist dieser zu niedrig, kann man Ausgleichswiderstände einsetzen. Deren Aufgabe erkauft man sich mit einem Nachteil: Erhöhung des Wicklungswiderstandes, damit einhergehend leider eine Verringerung der Spannung und während der Aufheizphase wirken sie dem „Blitzdingens“ entgegen, sind also Strombegrenzend.
Das ist der Grund, warum Mullard „lächerlich“ geringe Ladekapazitäten einsetzte. Deshalb meine (oft belächelte) Empfehlung nicht die Ladekapazität, die im Datenblatt genannt wird, einzusetzen. Zumindest nicht so ohne weiteres.
Ich hab’s vergessen zu erwähnen: Das betrifft, mehr oder weniger „stark“, alle Röhrengleichrichter. Und (leider) versagt da jede Mathematik und jedes Simulationsprogramm. Das muss man tatsächlich nach der „Try and Error“-Methode ermitteln…
Das ich trotzdem noch an den „Ausgleichwiderständen“ drehen musste, ist eine andere Geschichte.