Kleiner Mann, was nun?

Zuletzt hatte ich mich vor etwas mehr als einem Jahr zur politischen Großwetterlage geäußert. Seitdem musste ich mir des Öfteren auf die Finger klopfen und Propofol injizieren, um den Blödsinn, der vor allem diesseits des Teiches verzapft wird, nicht zu kommentieren. Ich mache in Röhre, nicht in Politik.

Eigentlich ist es ganz einfach, in puncto Politik die Klappe zu halten und zu denken, dass mich das alles nichts angeht. Denn von Politik hat man schließlich keine Ahnung. Genauso, wie ich mich beim Thema Lautsprecher zurückhalte, wollte ich es mit politischen Themen halten – so mein Vorsatz. Tja, klappt auch nicht immer.

Weil ich nämlich Teil des Staates bin. Zwar bin ich nur ein winzig kleines Teilchen, aber immerhin. Selbst dieses winzig kleine Teilchen hat das Recht und die Pflicht, sich zu politischen Themen zu äußern.

Anfang des Jahres 2026 bekam man eine Ahnung davon, was der sauerländische Fahnenjunker (seines Zeichens gelernter Rechtsverdreher) und seine Entourage – allen voran das Bübchen Jens aus dem westmünsterländischen Ahaus – (von denen übrigens keiner weiss, wie man ein Regal an die Wand dübelt) vom Proletariat halten: Alles faule Säcke, Blaumacher, Jammerlappen, Sozialschmarotzer und nur auf Work-Life-Balance bedacht sind. Das sieht man ja schon am Stadtbild…

Sparen muss man am Volk. Arbeiten muss das Volk. Rabotti! Rabotti! Wer krank ist, wird aussortiert. Zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl soll das Volk werden (Ups… Sorry, das hat er nicht gesagt und hoffentlich auch nicht gedacht, aber wer weiß…) Und bevor die Rente winkt, am besten biologisch schnell und „sozialverträglich“ entsorgt. Letzteres ein Thema welches Tim Reinhold (den gibt’s leider nur als Facebook-Link) besonders interessiert.

Aktuell geht es nicht um die Lappalie „gelber Schein”. Da kann man nur hoffen, dass dieser Schwachsinn, der von Leuten ausgedacht wurde, die noch nie acht Stunden körperlich gearbeitet haben, den Bundesrat nicht passiert.

An meinen Namensvetter und vor allem an Bübchen Jens: Hohe Krankenstände haben immer einen Grund. Die Verursacher sind sehr oft irgendwelche BWL-PowerPoint-Artisten oder Leute wie ihr. Von diesen „Doc Holidays” rede ich nicht. Die gab und wird es immer geben.

Generell an „die da oben“: Wisst Ihr überhaupt, wie es „hier unten“ zugeht? Nein, wisst Ihr nicht. Hört auf zu lügen. Es gibt – vor allem im Gesundheitswesen – jede Menge Praktikumsstellen. Nur vierzehn Tage, 10 Stunden am Tag, einmal lang und schmutzig durch. Es würde Euch gut zu Gesicht stehen…

Aber darüber wollte ich mich gar nicht echauffieren. ’Tschuldigung. Für Aufreger sollte aber das geplante krumme Ding um das Informationsfreiheitsgesetz (kurz IFG) sorgen.

Vor wenigen Wochen wollte ich noch schreiben, dass man gespannt sein darf, was während der Fussball-Zeit so passiert. Jetzt haben wir den Salat. Scheinbar gefickt eingeschädelt mit der Nebelkerze „gelber Schein“.

Tja, die deutsche Mannschaft ist verdient ’raus und damit hat das blöde Volk auch Zeit, mal genauer hinzuschauen, was der Bajuware, der Fahnenjunker und das Klingelmännchen uns als „Reform“ unterjubeln will.

Gäbe es das IFG nicht, hätten wir nie erfahren, dass sich das Bübchen Jens seinerzeit am Geldtopf der Krankenkasse bediente und versprochen hatte, das Geld zurückzuzahlen (wovon heute keiner mehr etwas wissen will). Wenn das Klingelmännchen (Finanzminister) das tatsächlich zurückzahlen würde, hätte der Fahnenjunker keine Argumente mehr, wie man das Gesundheitswesen kaputtsparen „reformieren” kann.

Und dank des IFG ist ja auch herausgekommen, dass die liebe Gas-Kathi bestimmten Unternehmern bestimmte Lobbyarbeit empfohlen hat. Der Lausbub Amthor hat sich ja auch etwas geleistet… Und ist nicht auch herausgekommen, dass der Springer-Chef Döpfner den Fahnenjunker angeblich zur AfD-Öffnung gedrängt haben soll?

Überhaupt Springer… Diesen kleinen Seitensprung kann ich mir nicht verkneifen: War es nicht die Springer-Presse die bei jeder Gelegenheit auf Herrn Habeck und Frau Baerbock draufgehauen haben? So etwas musste vorher kein Wirtschafts- und kein Außenminister aushalten. Haben die sich beschwert? Aber wenn jemand Pinocchio genannt wird… Nein, so etwas hat noch kein Bundeskanzler aushalten müssen.

Zurück zum IFG.

So wie die aktuelle Regierung arbeitet, da brauchts’s keine Öffnung mehr. Das kommt von ganz alleine. Und was das Klingelmännchen betrifft, er sollte sich mal an Herbert Wehner erinnern. Also wirklich, die Exil-Walküre und der Pinsel kommen vor Lachen nicht im Schlaf. Besser kann’s doch nicht laufen.

Aber… Etwas Widerstand bleibt dem kleinen Mann aber doch noch.

Kurz und gut: Folgen Sie nicht dem weißen Kannichen, sondern diesem Link und nehmen – Verdammtnochmal – Ihr staatsbürgerliches Recht und Ihre Pflicht in Anspruch. Und es sollte scheißegal sein, ob man „links-grün versifft“ ist oder nicht.

In diesem Sinne
-Friedrich Hunold-

frihu

…hört gerne Musik. Über Röhrenverstärker. Musikrichtung egal. Ausser Jazz, Hip-Hop, House, Metal, Trash, Schlager, Volksmusik, Gangsta-Rap (noch schlimmer, wenn in Deutsch gebrüllt). Da krieg' ich ein Hörnchen.Autor der Bücher: Hören mit Röhren, Röhrenschaltungen und High-End Röhrenschaltungen. Artikel in hifi-tunes (Röhrenbuch 2): Bauteileauswahl für Röhrenverstärker und EL509 Single-Ended Röhrenverstärker im Selbstbau

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