Aktualisiert am: 28. Jan. 2026
Bei den einschlägig bekannten Verkaufsportalen für Gebrauchtes passieren derzeit gehäuft merkwürdige Dinge. Merkwürdig in Form von Abzocke, Betrug oder wie man’s auch immer nennen will. Dabei geht man immer dreister vor.
So dreist, dass man gar nicht großartig nachdenken muss, um die Betupperei zu erkennen. Um Wehr- und Arglose zu schützen meldet man den Verdacht natürlich. Es gab Zeiten, da hat ein Portalbetreiber relativ fix reagiert.
Seit einiger Zeit passiert aber nach einer Meldung, die auch von anderen Personen getätigt wurden, schlichtweg nix.
Konkret geht’s um diese Anzeige
Das ist schon kein Betrugs-Verdacht mehr, das ist – das wage ich tatsächlich zu behaupten – eine Anzeige zum Zwecke des Betrugs. Ich kann das deshalb behaupten, weil ein Bekannter von mir genau diesen Verstärker ein paar Tage zuvor über das gleiche Portal verkauft hat. Hier
Der Preis an sich war ja schon ein Schnapper. Und wäre da nicht der Name von meinem Bekannten aufgetaucht, ich wäre sehr vorsichtig geworden.
Nun ist es ja nicht das erste Mal, dass ich auf Nepper, Schlepper und Bauernfänger hinweise. Die machen ganz einfach den Gebrauchtmarkt kaputt. Genauso wie übrigens die gewissenlosen Typen, die augenscheinlich eine Rarität anbieten, bei dem sich hinterher herausstellt, dass die „gut erhaltene“ Rarität schlichtweg versaubeutelt wurde.
Ich habe mir spasseshalber noch ein paar weitere Annoncen angeschaut: Neben bekannten Gerätschaften finden sich auch immer wieder Geräte, die auch auf dem Gebrauchtmarkt doch etwas mehr wert wären, als ein Preisschild deutlich unter 500 Euro. Letzteres meist auch noch mit VB.
Da sollte schon die Warnlampe aufleuchten. Defcon 1, quasi. Okay, es kann sein, dass man die Sachen einfach nur weg haben will oder man wirklich nicht weiss, was man da verramschen will. Ist aber ziemlich selten.
Defcon 2, wenn Versand angeboten wird – selbst bei Geräten, die nur sehr schwer auf den sicheren Versandweg zu bringen wären. Defcon 3, wenn Abholung aus irgendwelchen Gründen für nicht möglich erklärt wird. Meist befindet man sich auf Geschäftsreise und ein(e) Bekannte(r) soll’s dann „richten“.
Das jemand betrügen will merkt man auch daran, dass nur eine Paypal-Zahlung „Freunde und Familie“ akzeptiert wird. Oder an eine Bank irgendwo im Ausland. Die Nummer mit dem Perso, der unaufgefordert gezeigt wird, ist auch so ein akuter Verdachtsfall.
Wie man seriöse Annoncen erkennt, will ich hier nicht sagen. Es gibt ein paar – wie soll ich sagen… – altmodische Dinge…
In diesem Sinne
Lasst Euch nicht verarschen
-Friedrich Hunold –
PS: Auch bei den anderen Annoncen, die „Privat“ aka „B.Trueger“ seit gestern online gestellt hat, ist eine Bilder-Rückwärtssuche sehr aufschlussreich. Übrigens: Auffällig ist ein Merkmal im Text, der einfach weggeschnitten wurde!
PPS: Ich konnte es nicht lassen
Die angegebene Adresse in Bitburg existiert natürlich. Falls der Typ nur etwas Helle im Oberstübchen ist, prüft er das anhand von Google Maps. Sehr stutzig dürften da allerdings die PKW’s mit dem blauen Dach machen. Ist nämlich die örtliche Polizeistation.
Ich habe ihn nun lange genug zappeln lassen und habe ihm jetzt einen Link zu diesem Artikel gesendet.
Update 28.1.2026
Bis der Möchtegern-Mafiosi gemerkt hat, dass er „aufgeflogen“ ist, hat’s doch etwas gedauert. Ich musste erst ein Screenshot dieses Artikels erstellen, damit überhaupt das Licht im Oberstübchen anfing aufzuglimmen. Einen recht hohen Unterhaltungswert war die zwischenzeitliche Mitteilung, dass die Knete immer noch nicht eingetroffen ist.
Ein Zeichen, dass solche Typen vor lauter Eurozeichen in den Augen, total merkbefreit oder rotzevoll sind. Laut dem Hinweis eines „Fachmanns“ nutzen diese Typen auch die Bildersuche, so dass das dieses Hilfsmittel auch nicht mehr hundertpro funktioniert und für Beträge unter 500,- Euro lohnt der Ermittlungsaufwand nicht.
Wie auch immer. Seit der Mittagszeit sind die Annoncen gelöscht. Ein Schaden ist wohl nicht entstanden.


