Thema Sicherung

Haus-Sicherung im allgemeinen, Schmelz- oder Fein-Sicherung im Besonderen. Letztere sind auch im eigentlichen HiFi-Geraffel zu finden. Mindestens eine. In Röhrenverstärker sind’s oft Zwei. Nämlich eine vor dem Netztrafo – also in dem Stromkreis, in dem auch die Haus-Sicherung liegt – und eine dahinter.

Grundsätzlich soll eine Sicherung vor Gefahren, die die Elektrik nunmal mit sich bringt, schützen. Egal, was geschützt werden soll: Material (meistens) oder Leben. Das kann eine Sicherung aber nur, wenn sie passend für ihr Aufgabenbereich ausgewählt wurde. Logisch, oder?

Löst eine Sicherung aus (der Fi im Haus-Sicherungskasten) oder brennt sie duch (Nomen est Omen: Schmelz-Sicherung), dann ist da etwas oberfaul. Die Experten finden sich aber immer noch, die sich – mangels Ersatz – dann mit einem Nagel „aushelfen“… Egal.

Etwas anders ist die Sache mit der Schmelz-Sicherung im HiFi-Gerät. Manchmal sterben die auch vor Lageweile. Selten zwar, kommt aber vor. „Ersatz-Konstruktionen“ inbegriffen…

Überhaupt die Schmelz-Sicherung… Ihr einziger Lebenszweck ist, zu sterben, wenn da was aus dem Ruder läuft. Über die Wupper, wahlweise über’n Jordan, zu gehen. Durchbrennen. Den Löffel abgeben. Kaputt zu gehen. Das soll so. Das muss so. Dafür wurde sie mal gemacht.

Nur. Um. Kaputt. Zu gehen.

Ist quasi wie mit Gottes Sohn. Der wurde ja auch nur (unter mysteriösen Umständen) deshalb „gemacht“, um zu sterben. Bevor Sie sich aufregen: Steht so ähnlich sogar in der Bibel.

Sicherung und HiFi-Esoterik

In jedem gut sortierten Hinterhoflädchen für Klangesoterik findet sich neben Kabelgedöns jeglicher Art, Klangschälchen und Schumann-Wellengenerator auch ein Sortiment an Sicherungen. Nicht das profane Tölpel-Zeugs, was sich auch in jedem billigen Baumarkt finden lässt.

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Nein, nein. Das sieht man schon von weitem, dass das ganz „edles Zeugs“ ist. Stellen Sie sich das mal so vor (Geräte-Sicherung, KI-generiert):

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Und was so edel aussieht, klingt dann sicher auch edel. Das wird aber so nie gesagt bzw. behauptet. Wohlweislich. Üblicherweise wird über den neuartigen Aufbau des Teils hin- und hergeschwurbelt – und höchstens nur hauchzart angedeutet, was das bewirken soll. Von einer Sicherung für den Kasten (Fi) bis hin zur Schmelze – alles dabei. Das ganze Gelump‘ selbstredend arschteuer.

Eine einzige Schmelz-Sicherung geht – lt. einer Anbieter-Website (im 1990’er-Jahre Design) – beispielsweise nicht unter 50 Steine über den Ladentisch (was schon ein Schnäppchen ist). Ein Fi für den Kasten nicht für unter 400 Ocken. Zum Vergleich: Die Schmelze für den Tölpel bewegt sich im Cent-Bereich, ein Otto-Normal-Fi keine 50,- Euro. Besonders letzteres aber mit VDE-Signet.

Mit Erwerb des zuvor abgebildeten „edlen Zeugs“ wird – mit verbalkräftiger Unterstützung des Klang-Dealers – in der menschliche Vorstellungskraft nun das (auch KI-generiert):

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frihu

…hört gerne Musik. Über Röhrenverstärker. Musikrichtung egal. Ausser Jazz, Hip-Hop, House, Metal, Trash, Schlager, Volksmusik, Gangsta-Rap (noch schlimmer, wenn in Deutsch gebrüllt). Da krieg' ich ein Hörnchen.Autor der Bücher: Hören mit Röhren, Röhrenschaltungen und High-End Röhrenschaltungen. Artikel in hifi-tunes (Röhrenbuch 2): Bauteileauswahl für Röhrenverstärker und EL509 Single-Ended Röhrenverstärker im Selbstbau

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