Handicaps beim Röhrenverstärker basteln

Handicaps beim basteln an oder in einem Röhrenverstärker sind vielfältig. Mal ist es die Schaltung, mal sind es die Bauteile, mal passt die Röhrenschaltung nicht in’s Gehäuse. Letzteres merkt man oft zu spät, weil man bis zuletzt gehofft hatte. Oder der Lötkolben heizt nicht mehr. Irgendwas ist ja immer.

Ein grosses Handicap ist da die Verfügbarkeit von Bauteilen. Momentan ist es scheinbar mal wieder so, dass – in jeder Hinsicht – passende Bauteile für einen Röhrenverstärker schwer erhältlich geworden sind. Und, wenn es Bauteile gibt, sind sie entweder zu gross (Handicap Platz) oder zu teuer (Handicap Bastleretat) geworden. Noch vor acht Wochen sah das anders aus.

Was auch jeder ambitionierte Röhren-Bastler kennt, ist das Handicap mit der Ordnung. Ich gebe ja zu, dass ich diesbezüglich die kreative Version von Ordnung bevorzuge. Bestimmte Bauteile lagern »seit vielen Monden« schon an einem bestimmten Platz. Obwohl sie, nach logischem Gesichtspunkt, an einem anderen Ort viel besser aufgehoben wären.

Aber: Ich brauchte nie lange zu suchen… Irgendwo im Planquadrat XY habe ich immer das gefunden, wonach ich gesucht hatte. Meistens jedenfalls…

Das nun selbst geschaffene Handicap heisst Ordnung. Irgendwann muss man ja mal aufräumen, nicht wahr? Und vor allem mal saugen, wischen und putzen. Unglaublich, was man alles wiederfindet…

So beispielsweise zwei altehrwürdige 6C6-Pentoden. Ich wusste gar nicht, dass ich solche alten Röhren noch habe. Ich sammle ja nicht. Mal sehen, vielleicht finde ich noch alte 2A3 oder Cetron-300B’s für einen echten Retro Single-Ended… Ein paar dunkle Ecken habe ich mir für später »aufgespart« (Kein Handicap, bloss keine Lust mehr gehabt).

6c6

Also Ordnung. Lerne Ordnung, liebe sie, denn sie erspart dir Zeit unf Müh’. Oder?
Denkste.

Die neuen Handicaps: Jetzt suche ich seit ein paar Tagen Bauteile, die ich eigentlich immer benötige. Deshalb flogen sie auch immer auf der Werkbank herum. Stets griffbereit. Jetzt sind sie weg. Weil wegen Ordnung.

Nach allen Gesetzen der Logik hätten sie in einem bestimmten Schubfach einsortiert gehört. Da, wo auch die »Artgenossen« zu finden sind. Doch da sind sie nicht. Vermutlich weil ich diese Dinger sehr oft benötige, haben sie nun einen neuen, schnell griffbereiten – aber geheimen – Ort gefunden. Bloss, wo?
Von wegen Zeit und Müh’ sparen…

Aber ich habe jetzt etwas Zeit zum suchen. Das schaffe ich glatt mit links und hängt unmittelbar mit einem anderen Handicap zusammen:

hand

Das muss ich mal so, kopfschüttelnd, akzeptieren. Kopfschüttelnd deshalb, weil das ausgesprochen doof ist. Wie die Suche nach bestimmten Bauteilen: Ich weiss nicht, wie das »zustande« gekommen ist. Heisst auch, besonders für den Röhrenverstärker im Bild: Timeout.

Ge-handicap-te Grüsse
– Friedrich Hunold –

PS: Ich bin Rechtshänder. So auf Links – von 0 auf 100 – umzuschulen, ist nicht ohne. Eine simple Stulle zu schmieren, hat zB. beachtenswerte Verrenkungen zur Folge.

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frihu

…hört gerne Musik. Über Röhrenverstärker. Musikrichtung egal. Ausser Jazz, Hip-Hop, House, Metal, Trash, Schlager, Volksmusik, Gangsta-Rap (noch schlimmer, wenn in Deutsch gebrüllt). Da krieg' ich ein Hörnchen. Autor der Bücher: Hören mit Röhren, Röhrenschaltungen und High-End Röhrenschaltungen. Artikel in hifi-tunes (Röhrenbuch 2): Bauteileauswahl für Röhrenverstärker und EL509 Single-Ended Röhrenverstärker im Selbstbau

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